Nordische Klänge im Rheinland: Der Chor „De Tokiga Trollen“ singt seit 1998 fast ausschließlich auf Schwedisch.
Chor„Die verrückten Trolle“ bringen Schweden nach Leverkusen

Gemeinsam singen auf Schwedisch: Die Mitglieder des Chors „De Tokiga Trollen“ proben regelmäßig in der Friedenskirche in Schlebusch.
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Was mit einer Studienerfahrung in Stockholm begann, ist heute ein ungewöhnliches Chorprojekt in Schlebusch. Der Chor „De Tokiga Trollen“ wurde von David Panten gegründet. Inspiriert durch die schwedische Chorkultur, die sein Sohn während eines Aufenthalts in Stockholm kennengelernt hatte, entstand die Idee, diese Klangwelt ins Rheinland zu bringen. Seitdem widmet sich die Gruppe überwiegend schwedischem Repertoire, der Name bedeutet übersetzt „Die verrückten Trolle“.
Zwischen Wald und Sommernächten
„Wir singen zu 99 Prozent auf Schwedisch und eigentlich nur schwedisches Liedgut“, sagt Christian Letschert-Larsson. Der 59-Jährige ist seit neun Jahren Chorleiter. Die schwedische Musik unterscheide sich deutlich von der deutschen. Typische Themen seien Natur, Wälder, Einsamkeit und Melancholie. Gleichzeitig gebe es viele fröhliche Trink- und Tanzlieder. Er selbst ist Halbschwede, zwei Sängerinnen sind Muttersprachlerinnen.
Der Gegensatz zwischen dunklen Wintern und hellen Sommern prägt die skandinavische Musiktradition stark. Auch die Sprache selbst spielt eine große Rolle. „Die schwedische Sprache ist sehr gut singbar“, erklärt Christian Letschert-Larsson. Die Sprachmelodie sei natürlicher als im Deutschen. Für viele Mitglieder ist es sogar einfacher, in einer fremden Sprache zu singen. Mareike Klassen sagt: „Ich kann mich besser konzentrieren, weil ich nicht darüber nachdenken muss, was ich da eigentlich singe.“ Frank Baldus stimmt ihr zu: „Für mich ist es persönlich auch leichter, auf Schwedisch zu singen.“
Eine musikalische Reise durch Schweden
Bei der Konzertreihe „Musikalische Schwedenreise“ nimmt der Chor sein Publikum mit durch fast alle 25 Landschaften Schwedens. Die Stücke erzählen von unterschiedlichen Regionen, Stimmungen und Traditionen des Landes. Die Reise führt auch nach Lappland. In diesem Teil singen „die Trolle“ Lieder auf Samisch. Das ist die Sprache der Samen, einem indigenen nordischen Volk, das als Ureinwohner Skandinaviens bezeichnet wird. Das Programm soll die kulturelle Vielfalt Schwedens abbilden.
In Schweden wird mehr darauf geachtet, dass es den anderen gut geht.
Die rund 30 Mitglieder kommen aus verschiedenen Orten im Rheinland wie Bonn, Münster, Rees, Köln und Hennef. Die Proben finden alle zwei Wochen statt. „In Schweden wird mehr darauf geachtet, dass es den anderen gut geht“, sagt Christian Letschert-Larsson. Diese Haltung wolle man auch im Chor leben.
In der Gruppe singen etwa zwei Drittel Frauen und ein Drittel Männer. Besonders ist, dass einige Frauen auch Bass oder Tenor singen. „Die Stimme kann man etwas nach oben trainieren, aber in der Tiefe gibt es Grenzen“, erklärt Christian Letschert-Larsson.

Angelika Wiemer, Mareike Klassen, Christian Letschert-Larsson, Frank Baldus und Marijke Petrik-Freymiller proben regelmäßig in der Friedenskirche in Schlebusch.
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Heilige Lucia, Kanelbullar und noch mehr Traditionen
Auch außerhalb der Musik lebt der Chor schwedische Kultur. Am 13. Dezember ist Luciatag. Das Fest zu Ehren der heiligen Lucia ist eine jahrhundertealte Tradition, die Licht in die dunkelste Zeit des Jahres bringen soll. Ursprünglich fiel dieser Tag auf die Wintersonnenwende. Hierfür lernen die Mitglieder traditionelle Lucia-Lieder, tragen weiße Gewänder und folgen einer Lucia mit Lichterkrone.
Im Choralltag wird die schwedische Kaffeepause zelebriert. Kanelbullar, die süßen Zimtschnecken, dürfen dabei nicht fehlen. Die Verbundenheit mit Schweden zeigt sich auch bei Auftritten. Die Chorkleidung ist schwarz, ergänzt durch blaue und gelbe Tücher oder Krawatten.
Der Chor ist auf der Suche nach neuen Mitgliedern in den Stimmlagen Sopran, Tenor und Bass. Weder Notenlesen noch Schwedisch sprechen ist Voraussetzung, um mitzumachen.
Konzerttermine „Musikalische Schwedenreise“: Die Konzertreihe des Chors „De Tokiga Trollen“ ist im Juni 2026 an drei Terminen zu erleben: 7.06.2026, 16 Uhr Marienkapelle Monheim 20.06.2026, 19 Uhr Ev. Stadtkirche Remscheid-Lüttringhausen 21.06.2026, 17 Uhr Immanuel-Kirche Köln-Stammheim.
