Die Europameisterschaft war zum Unmut der Athleten ausgefallen. Auf der Fritz-Jacobi-Anlage waren 170 nationale und internationale Sportler dabei.
Para-Leichtathletik-HeimspielAthleten zeigen Spitzenleistungen in Leverkusen

Kugelstoßer Niko Kappel, Goldmedaillengewinner 2016 in Rio, war einer der vielen Topathleten, die am Samstag zum Para-Heimspiel nach Leverkusen gekommen waren.
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Rund 170 Athletinnen und Athleten aus zehn Nationen waren am Samstag zum siebten Para-Leichtathletik-Heimspiel auf die Fritz-Jacobi-Anlage des TSV Bayer 04 gekommen. Darunter auch die Rekordjäger Niko Kappel, Lara Baars, Felix Streng, Max Marzillier, Joel de Jong oder Ambra Sabatini. Die Sportlerinnen und Sportler traten im Kurz- und Mittelstreckenlauf, im Weit- und Hochsprung, im Speerwurf und Kugelstoßen gegeneinander an.
Auf der Tribüne fieberten die Zuschauerinnen und Zuschauer ebenso mit wie die am Rande der Anlage, die auf Mauern saßen. Pünktlich zum Start der Veranstaltung gingen auch die heißen Sommertemperaturen etwas zurück, was die sportlichen Wettbewerbe deutlich angenehmer machte.
Der Vormittag gehörte den Kindern und bot ihnen die Möglichkeit, sich in einem offiziellen Rahmen sportlich zu messen. Für die erwachsenen Sportlerinnen und Sportler war der Wettbewerb zum einen eine Möglichkeit, Rekorde aufzustellen und Bestleistungen zu erbringen, besonders vor dem Hintergrund, dass es in dieser Saison keine Europameisterschaft gab, was bei den Sportlerinnen und Sportlern zu großem Frust geführt hatte. Zum anderen war er aber auch eine Plattform, um im Mittelpunkt zu stehen und einfach Spaß zu haben, wie Jörg Frischmann, Geschäftsführer Parasport TSV Bayer 04 Leverkusen, erklärte.

Lise Petersen und Kira Biesenbach neben der Ergebnisanzeigetafel des Rekordwurfes.
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Sportliche Höchstleistungen gab es an diesem Tag einige zu sehen, zum Beispiel von Speerwerferin Lise Petersen: 39,55 Meter weit flog ihr Speer am Nachmittag – Deutschlandrekord. Petersen konnte es gar nicht fassen. Was folgte, waren viele Umarmungen. Die Kameras blitzten. Für die Speerwerferin war es erst der zweite Wettbewerb in diesem Jahr, wie sie berichtete. Sie kam gerade aus einer Verletzungspause zurück. „Ich bin völlig überrascht“, sagte sie mit einem strahlenden Lächeln. „Dass ich fit bin, wusste ich, aber damit habe ich nicht gerechnet.“ Weitere Rekorde errangen Neele Moos beim Weitsprung mit 5,19 Metern und Leandro Calado Simones mit 11,64 Sekunden im 100-Meter-Lauf. Alle drei trainieren beim TSV Bayer 04.
Ebenfalls vor Ort war das Inklusionsmobil, das als partnerschaftliches Projekt von Rewe, der Aktion Mensch und dem Deutschen Behindertensportverband betrieben wird. Das Mobil fährt zu Schulen, Veranstaltungen und Vereinen. Es hat unter anderem Sportprothesen und Brillen an Bord, die Augenkrankheiten simulieren. Interessierte können einmal testen, wie es sich anfühlt, mit einer solchen Erkrankung Säckchen in kleine Körbe zu werfen oder sich mit einer Sportprothese fortzubewegen.

Rund 170 Athletinnen und Athleten aus zehn Nationen waren dabei.
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Das Ziel dieser Arbeit ist es, Kinder und Jugendliche für das Thema zu sensibilisieren. „Es geht um einen Perspektivenwechsel, gerade bei Kindern und Jugendlichen ohne Behinderung, um die Selbsterfahrung zu machen, eine Behinderung zu erleben“, erklärte Josina Anraad vom Inklusionsmobil.
Das Para-Leichtathletik-Heimspiel vereinte einmal mehr Herz, Stärke, sportliche Herausforderungen und neue Rekorde. Ein Jahr haben die Athletinnen und Athleten jetzt Zeit, um sich auf die achte Auflage im kommenden Jahr vorzubereiten und sich dann vielleicht erneut über Rekorde freuen zu können.
