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NaturprojektDer Lieblingsort Leverkusener Kinder liegt in Ropenstall

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Im Ferienprogramm bauen Kinder ein Lehmhütte aus Naturmaterialien.

Im Ferienprogramm bauen Kinder ein Lehmhütte aus Naturmaterialien.

Nach zwei Jahren „Lieblingsort“ zieht der Verein Junge Gemeinschaft Leverkusen eine positive Bilanz des Naturprojektes.

Dieser Ort hat keine Hausnummer. Aber einen Namen: „Lieblingsort“. Warum ist das Gelände im entlegenen Leverkusener Stadtteil Ropenstall ihr Lieblingsort? „Weil es hier Wald gibt“, „weil man rennen kann“, „weil man ganz viel bauen kann“, sind die spontanen Antworten der Kinder.

Vor knapp zwei Jahren gründete der Jugendverband Junge Gemeinschaft Leverkusen unter der Leitung des ehemaligen Bunker-Chefs Reiner Hilken mit Unterstützern das Lieblingsort-Projekt. Mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen einen Ort zu schaffen, an dem sie Natur erleben können, genau so, wie es sie interessiert. „Hier sollen sich nicht Erwachsene Gedanken darüber machen, was man den Kindern anbietet“, sagt Hilken. Die Kinder sollen selbst entscheiden, spontan, ohne lange Vorplanung. „Wenn man große Pläne macht, sind die Kinder, die mitgeplant haben, meistens schon aus dem Alter raus, bis es umgesetzt wird.“

Auch Obst und Gemüse werden auf dem weitläufigen Gelände angebaut.

Auch Obst und Gemüse werden auf dem weitläufigen Gelände angebaut.

Ein- bis zweimal pro Woche kommt Hilken mit einer Gruppe von rund 20 Kindern in den Garten, der von einem Geschwisterpaar unentgeltlich für die Jugendarbeit zur Verfügung gestellt wird. Namentlich möchten sie nicht genannt werden, aber Hilken ist wichtig zu betonen: „Das ist ein riesiges Glück für uns.“ Das eingezäunte, mehr als 2000 Quadratmeter große Grundstück hat sogar eine Quelle, aus der ein kleiner Bach entspringt, Baumbestand, eine Holzhütte und Freiflächen. Darauf haben die Kinder im Rahmen des Ferienprogramms des Bunkers diese Woche angefangen, eine Lehmhütte zu bauen. Auf ein Grundgerüst aus Ästen und Zweigen wird der Lehm aus dem Boden ausgegraben und mit vielen kleinen, dreckigen Händen aufgebracht.

Vorzeigeprojekt für Naturerlebnis

Auch Jugendamtsleiterin Aylin Dogan ist vorbeigekommen, um sich das anzuschauen. Und ist begeistert: „Das ist wirklich ein Vorzeigeprojekt für Kinder- und Jugendarbeit. Das Naturerlebnis stärkt das Selbstbewusstsein und spielt eine wichtige Rolle in der Persönlichkeitsentwicklung.“ Durch die kostenfreie Nutzung ermögliche es außerdem die Partizipation von Kindern aus verschiedenen sozialen Herkünften. „Außerdem ist es ein Begegnungsort für Familien.“ Denn wenn der Jugendverband das Gelände nicht nutzt, etwa an Wochenenden, können Familien auf Anfrage den Schlüssel ausleihen. „Nicht für große Partys“, betont Hilken. Sondern für eine Auszeit mit Familien und Freunden im Grünen.

Die Zwillinge Michelle und Katharina

Die Zwillinge Michelle und Katharina

Die Zwillinge Michelle und Katharina wohnen in Wiesdorf. „Da gibt es nicht so viel Wald, ich finde es toll, dass es hier Wald gibt“, sagt Katharina. „Man kann in der Natur sein und viele verschiedene Tiere sehen.“ An diesem Tag hätten sie zum Beispiel schon eine giftige Eidechse gesehen, das hat Eindruck hinterlassen – im positiven Sinn. „Wir haben aber auch schon Eichhörnchen gesehen und Donner erlebt“, schwärmt Katharina. „Und man lernt auch immer wieder neue Kinder kennen“, ergänzt Michelle. Die beiden Zehnjährigen haben einige Ideen, was man an dem Lieblingsort noch machen könnte: „Ein Zeltlager mit Lagerfeuer und Stockbrot und Instrumenten.“

Von Handys, Fernsehern und Playstation spricht hier keiner mehr. „Das ist nicht einfach, die Kinder vom Handy wegzukriegen“, gesteht Hilken die aktuellen Entwicklungen in der Jugendarbeit ein. „Aber wenn sich hier die Tür des Busses öffnet, stürmen alle raus. Erst einmal rennen.“ Für den Herbst wollen die Kinder ein Wasserrad bauen, um im kleinen Bach Energie zu erzeugen. Da könnte man dann zum Beispiel ein Radio anschließen. „Auf keinen Fall ein Handy“, betont Hilken.


Junge Gemeinschaft Leverkusen

Informationen zu Veranstaltungen am „Lieblingsort“ gibt es beim Jugendzentrum Bunker oder auf der Seite der Jungen Gemeinschaft Leverkusen. Familien, die sich für die Nutzung des „Lieblingsorts“ interessieren, können sich ebenfalls bei Reiner Hilken melden: 0157/33178984 oder Mail an info@junge-gemeinscha­ft.dewww.junge-gemeinschaft.de
www.bunker-lev.de