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Abbruch läuftAlkenrather Kirchturm blieb noch einen Tag lang stehen

Der Turm des Alkenrather Gemeindezentrums war für den Bagger zu hoch und der Beton zu hart – das Kreuz kann vielleicht erhalten bleiben.

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Der Glockenturm des Alkenrather Gemeindezentrums widersetzte sich am ersten Tag dem Abbruchsversuch.

Der Glockenturm des Alkenrather Gemeindezentrums widersetzte sich am ersten Tag dem Abbruchsversuch.

Von Anfang an war das Ende der Evangelischen Gemeinde in Alkenrath von Widerständen begleitet. Erst hatte sich die Gemeinde gegen die Schließung ihres Gemeindehauses am Alkenrather Weiher gewehrt. Aber schließlich wurde der letzte Gottesdienst am 7. März 2010 gefeiert und die Gemeinde unter Tränen nach Schlebusch eingemeindet.

Zuletzt widersetzte sich am Dienstagmittag, 27. Oktober, der Kirchturm noch einmal seinem Abbruch. Der Beton war einfach zu hart und der Abbruchbagger, der schon auf einem extra aufgehäuften Hügel stand, konnte ihn mit seiner Zange einfach nicht gut von oben her anknabbern. Den Betonturm mit dem Baggermeißel auf Dreiviertel seiner Höhe zu kappen und den oberen Teil mit dem Kreuz einfach herunterfallen zu lassen, das erschien der Abbruchfirma dann doch zu gefährlich. Auch wenn wegen der Arbeiten schon eine Fahrspur der Alkenrather Straße gesperrt war. Später machte sich die Firma daran, den Hügel, auf dem der Bagger stand, noch einmal zu erhöhen.

Die drei Glocken, die noch im Turm gehangen haben sollen, seien schon am Montag herausgenommen worden, so die Mitteilung des Bauleiters. Allerdings war er kurz angebunden angesichts der Verzögerung beim Abbruch. Der Abbruchversuch am Mittag fand unter Beobachtung mehrerer Nachbarn statt, die sich nach und nach wieder in ihre Häuser verabschiedeten. „Warum sprengen sie den Turm nicht einfach?“, sagte einer. Das aber verbietet sich im Wohngebiet.

Längere Zeit lag ein Baum auf dem Dach.

Längere Zeit lag ein Baum auf dem Dach.

Die Verzögerung hatte eine andere Folge: Zwar wusste auch der Küster der Evangelischen Gemeinde Schlebusch nicht, wohin möglicherweise die Glocken gegangen sein könnten, der Kirchturm ist längst nicht mehr Eigentum der Kirche. Allerdings interessiert sich die Schlebuscher Gemeinde für das Kreuz, sagte der Küster, als er von dem laufenden, aber unterbrochenen Abbruch des Turms hörte. „Ich fahre da sofort hin“, sagte Küster Kurt Feldhoff. Was er erreichte: Falls das Kreuz beim Abbruch halbwegs erhalten bleibt, will man es für die Gemeinde beiseitelegen. Der  Abbruch geht am Mittwochmorgen weiter.

.Am 7. März 2010 wurde das kleine Gemeindezentrum entwidmet.

Am 7. März 2010 wurde das kleine Gemeindezentrum entwidmet.

Die Abbrüche auf dem Gelände an dem schönen Alkenrather Weiher dauern seit Anfang dieses Jahres an. Zuerst fielen der ehemalige Kindergarten und das Gemeindezentrum, auf dessen Dach lange ein umgestürzter Baum lag.

Laut Bebauungsplan soll dort von einem Investor eine Kita und ein Apartmenthaus für betreutes Wohnen mit Tagespflege gebaut werden. Dieses Gebäude soll parallel zur Alkenrather Straße stehen, die Kita weiter hinten an der Geschwister-Scholl-Straße. Das Gebäude, das fast so hoch wie der Kirchturm werden könnte, war wegen seiner Größe unbeliebt in Alkenrath. 200 Einsprüche gab es gegen den Plan. In der Nachbarschaft macht man sich aber auch wegen der Kita Sorgen: Die Parkplatzsituation im Viertel ist schwierig, schon jetzt gibt es zu viele Autos.

Planung Kita und Seniorenwohnheim ALkenrath

Die ursprüngliche Planung für eine Kita und Seniorenwohnheim in ALkenrath sah so aus.

Zuvor hatte der Investor gewechselt. Jetzt hat ein Büro mit dem Namen „Urwohnen“, das laut North-Data in Pulheim ein Firmengeflecht betreiben. Ans Telefon ging nach 16 Uhr dort niemand mehr.