Fernwärme soll demnächst noch größere Teile des Stadtteils versorgen, dafür hat man jetzt einen Düker durch die Dhünn gelegt.
AlkenrathEnergieversorgung Leverkusen nimmt nächsten Schritt bei der Wärmewende

Alkenrath wird weiter als Fernwärmenetz abgeschlossen. Dafür hat die EVL jetzt einen Düker unterhalb der Dhünn in Schlebuschrath eingesetzt.
Copyright: Niklas Pinner
Im Frühjahr des kommenden Jahres soll es so weit sein. Dann, sollte alles nach Plan laufen, werden große Teile von Alkenrath mit Fernwärme versorgt. Mit Energie, die zum großen Teil aus Abwärme in der Müllverbrennungsanlage der Avea entsteht. Damit wird der Ortsteil demnächst klimafreundlich versorgt.
Damit das aber funktioniert, muss die Energieversorgung Leverkusen das Fernwärmenetz ausbauen. Und zwar an die Netze in der Innenstadt, durch die schon zu großen Teilen Fernwärme läuft. Ein „technisch anspruchsvoller“ Teil, wie die EVL schreibt. Davon ist der Einbau des inzwischen dritten Dükers unter der Dhünn hindurch. Und zwar in Schlebuschrath, ganz nahe der Dhünnbrücke. Am Freitagmorgen setzten Tiefbauer die 26 Meter lange Leitung ein. So wird die bestehende Fernwärmeleitung unterirdisch im Flussbett verlängert.

EVL-Geschäftsführer Thomas Eimermacher (r.) und den Technischen Geschäftsführer Jan Meese zeigen ein Modell des Dükers, das im 3D-Drucker entstanden ist.
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An beiden Enden ragen noch Rohre heraus. Zwei Stück, das ist bei Fernwärme so, wie der Technische Geschäftsführer der EVL, Jan Meese, erklärt: einmal für warmes und einmal für kühles Wasser. Die Tiefbauer hatten die Konstruktion aus Düker und zwei festen Fernwärmerohren vormontiert. Ein Teleskopkran hob die Konstruktion dann in den Graben des Dhünn-Flussbetts. Die Leverkusener Baufirma Büchel wird die Rohre in den kommenden Tagen noch ans Netz anschließen.
Die Alkenratherinnen und Alkenrather werden davon im Grunde nichts merken, sagt Meese. Eher die Wohnungskonzerne Vivawest und Vonovia, die einige große Objekte in Alkenrath vermieten. Die werden ihre Immobilien in Kürze dann nämlich nicht mehr mit Erdgas, sondern mit Fernwärme beheizen. Die Menschen, so sagt Meese, könnten sich einfach daran erfreuen, klimafreundlich zu heizen. Und um den durch die Bauarbeiten notwendigen Eingriff in die Natur auszugleichen, wandelt die EVL die künstlichen Fischteiche am gestauten Horkenbach in Naturteiche mit Fließgewässer um. Ausschreibung und Beauftragung will die EVL noch dieses Jahr erledigen, sodass im kommenden Jahr die Ausgleichsmaßnahme fertig sein könnte.
Die Anbindung an Fernwärme, so erklären Messe und EVL-Geschäftsführer Thomas Eimemermacher, lohne sich an Stellen mit vielen Abnehmern. Und wenn die Wege nicht allzu weit seien. Denn Leitungen in ferne und womöglich Ortschaften mit nur wenigen Abnehmern zu legen, sei nicht wirtschaftlich. Da wäre dann eher die Wärmepumpe eine Idee.

Durch solche Leitungen wird die Wärme, die vor allem aus der Müllverbrennungsanlage der Avea kommt, fließen.
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Denn neben dem Klimagedanken muss die EVL auch die Wirtschaftlichkeit im Blick haben. Für das aktuelle Projekt bekommt man Förderung vom Bund. Aber der Versorger selbst investiert nach eigenen Angaben ebenfalls einen mittleren siebenstelligen Betrag in das Projekt Fernwärme.
Der jetzt eingesetzte Düker ist der größte Teil des Gesamtprojekts, das die Verlängerung der Leitung vom Innovationspark-Gebäude unter der Dhünn hindurch, durch den Eisenbahntunnel Schlebuschrath bis in Richtung Alkenrather Straße vorsieht, erklärt Jan Meese. Begonnen hat die EVL damit im Mai vergangenen Jahres. Insgesamt werde man 1500 Meter Rohrgraben und 3000 Meter Rohrleitungen verbauen. An der Alkenrather Straße folgt im Herbst eine Übergabestation. Von dort wird eine neue Leitung zum dann ehemaligen Nahwärmenetz Elisabeth-von-Thadden-Straße gelegt. An der Wilhelm-Leuschner-Straße soll dann eine weitere Übergabestation gebaut werden, über die dann die Vivawest-Gebäude angeschlossen werden.
An der tiefsten Stelle ist der neue Dhünn-Düker 2,80 Meter tief im Wasser, sagt Meese. Natürlich werde man, wenn alles fertig ist, nichts mehr davon sehen. Die Ufer werden wieder hergerichtet. Man habe Steine im Fluss versetzt, um ein ruhiges Fließen zu gewährleisten, und für einen Sprecht habe man einen toten Baum an anderer Stelle wieder aufgebaut.
