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Kommentar

Proteste der Musikschule
Geplante Stellenkürzungen fallen Leverkusen langfristig auf die Füße

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An der Kultur zu sparen, schadet der Gesellschaft, sagt unser Autor.

An der Kultur zu sparen, schadet der Gesellschaft, sagt unser Autor.

Die Zahlen werden besser aussehen, aber für die Stadtgesellschaft entsteht ein großer Schaden, findet unser Autor.

Die Pläne der Beratungsgesellschaft PD bestätigen das, was schon seit Bekanntwerden der Leverkusener Haushaltskatastrophe von vielen befürchtet wurde: Die Sparbemühungen der Stadt treffen vor allem die Kultur. Diese gilt als „freiwillige Leistung“.

Nun mögen die Hunderte Stellenkürzungen dazu beitragen, die Zahlen irgendwann wieder in Ordnung zu bringen, wie viele Jahre auch immer die Bezirksregierung dafür erlaubt. Der gesellschaftlich immense Schaden, der durch den Kahlschlag in der Kultur entsteht, wird aber bleiben.

Niklas Pinner

Niklas Pinner

Niklas Pinner ist Leiter der Leverkusener Lokalredaktion des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Seine journalistische Laufbahn begann als freier Mitarbeiter bei der Bergischen Landeszeitung in Wipperfürth. Dana...

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Der Wert dessen, was Institutionen wie die Musik- und Kunstschule, die Volkshochschule oder der Sensenhammer – nur um einige Beispiele zu nennen – leisten, ist nämlich nicht in Zahlen zu bemessen. Es ist beispielsweise wissenschaftlich erwiesen, dass Musikmachen die kognitiven Fähigkeiten verbessert. Von den sozialen Aspekten ganz zu schweigen: Kinder und Jugendliche lernen, sich zu konzentrieren, beharrlich zu sein, mit Misserfolgen genauso wie mit Erfolgen umzugehen. Sie musizieren zusammen, gehen Kompromisse ein, sind gezwungen, anderen Menschen zuzuhören, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, anstatt gegen sie zu arbeiten.

Wer sich mit Kunst auseinandersetzt, lernt, sich mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen. Lernt, über den Tellerrand hinauszuschauen, sieht neue Perspektiven. Wer einen VHS-Kursus besucht, lernt nicht nur die Seminarinhalte, sondern erweitert seine Erkenntnisse, die ihm und seiner gesamten Umgebung helfen.

An all dem zu sparen, wird der Stadt gesellschaftlich auf die Füße fallen. Eine Gesellschaft, die die genannten Dinge nicht mehr kann – und dieser Trend ist jetzt schon zu erkennen –, wird buchstäblich kulturlos. Sie verroht, wird destruktiv und ich-zentriert. Messen lässt sich das freilich kaum, aber jeder spürt das.

Nun ist die Lage aber, wie sie ist. Die Stadt muss sparen, daher stecken Verwaltung und Politik in einem fürchterlichen Dilemma. Umso wichtiger wird für die Stadt sein, auch abseits der Institutionen zusammenzurücken. Sich einzubringen, vielleicht eigene Initiativen erfinden. Das ist natürlich leicht gesagt, aber die Bürgerinnen und Bürger sollten alles daran setzen, dass ihre Stadt kulturell und damit gesellschaftlich aktiv und lebenswert bleibt. Die Proteste sind ein wichtiges Zeichen dafür.