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AktionswocheLeverkusener Marienschüler nehmen Bus, Fahrrad und Roller statt Elterntaxi

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Diese Fünftklässler wurden für ihre autolose Woche mit Freibadgutscheinen überrascht.

Diese Fünftklässler wurden für ihre autolose Woche mit Freibadgutscheinen überrascht.

128 Fünftklässler der Marienschule sammelten Kilometer für den Klimaschutz und machten dabei überraschende Erfahrungen.

Für viele Kinder war es eine Premiere: Zum ersten Mal allein mit dem Bus zur Schule fahren, morgens mit dem Fahrrad losradeln oder den Schulweg zu Fuß bewältigen. Das gehörte für 128 Fünftklässler der Marienschule Opladen eine Woche lang zum Alltag. Trotz Temperaturen von bis zu 40 Grad verzichteten sie bewusst darauf, sich von ihren Eltern mit dem Auto bringen zu lassen, und sammelten stattdessen Kilometer für den Klimaschutz.

Unter dem Motto „Eine Woche ohne Elterntaxi“ hatten die Marienschule, der Mobilitätsanbieter Wupsi und das Naturgut Ophoven die Schülerinnen und Schüler dazu aufgerufen, ihren Alltag möglichst ohne Auto zu gestalten. Nach dreijähriger Pause fand die Aktion erstmals wieder statt.

Klimaschutz beginnt auf dem Schulweg

Für die zehnjährige Viola aus der Klasse 5c war die Woche ein echtes Erlebnis: „Früher wurde ich immer von meinen Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht. Bei der Aktionswoche bin ich das erste Mal mit dem Bus gefahren. Das war aufregend und neu für mich. Jetzt freue ich mich aufs Busfahren, denn ich habe eine neue Freundin kennengelernt, die auch Bus fährt.“ Genau solche Erfahrungen waren das Ziel der Aktionswoche.

Nicht nur der Schulweg zählte. Auch Fahrten zum Sport, zum Einkaufen oder zu Freunden konnten die Kinder in ihren Aktionsheften dokumentieren. Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, Roller oder Bus – jede klimafreundlich zurückgelegte Strecke floss in die persönliche Bilanz ein.

Annette Schäfer (v. l.), Lehrerin Katrin Böhlefeld und Wupsi-Geschäftsführer Marc Kretkowski machten die Aktionswoche zum Erfolg.

Annette Schäfer (v. l.), Lehrerin Katrin Böhlefeld und Wupsi-Geschäftsführer Marc Kretkowski machten die Aktionswoche zum Erfolg.

„Nachhaltigkeit liegt mir sehr am Herzen. Es ist mir wichtig, schon die junge Generation zu sensibilisieren und das Thema an den Abendbrottisch der Familie zu bringen“, sagt Lehrerin Katrin Böhlefeld, die das Projekt an der Marienschule betreut. Dabei sei deutlich geworden, dass viele Wege auch ohne Auto problemlos möglich seien. Ein Schüler, der nicht täglich mit dem Fahrrad zur Schule fahren konnte, habe die Aktionswoche beispielsweise genutzt, um erstmals mit dem Rad zu seinem Hobby zu fahren.

Dass die Aktion zugleich für weniger Verkehr vor der Schule sorgte, sei ein willkommener Nebeneffekt gewesen. Im Mittelpunkt habe jedoch bewusst der Klimaschutz gestanden.

Selbstständigkeit als schöner Nebeneffekt

Für Schulleiterin Annette Schäfer passt die Aktion hervorragend zum Nachhaltigkeitskonzept der Marienschule. Das Schulgebäude wird derzeit energetisch saniert und erhält eine Photovoltaikanlage. „Beim ökologischen Konzept sind wir ganz weit vorn“, sagt Schäfer. Mobilität sei dabei ein Thema, das Kinder unmittelbar betreffe und sich gut im Alltag vermitteln lasse. Zum Abschluss der Aktionswoche verloste die Wupsi Freibadgutscheine für die Leverkusener Bäder an zwölf Schülerinnen und Schüler. Überreicht wurden sie von Geschäftsführer Marc Kretkowski: „Es geht uns natürlich auch darum, neue Kunden für den öffentlichen Nahverkehr zu begeistern. Wir würden uns freuen, wenn die Kinder sich mit 18 kein Auto kaufen, sondern ein Jahresticket“, sagt er mit einem Lächeln. Gleichzeitig verweist er auf die Verantwortung des kommunalen Verkehrsunternehmens für den Klimaschutz. Erst im vergangenen Jahr nahm die Wupsi 46 neue Elektrobusse in Betrieb.

Besonders beeindruckt hat Kretkowski jedoch etwas anderes: „Für die Kinder ist es sehr schön, wenn sie eigenständiger werden. Sie blühen richtig auf, wenn sie mehr Verantwortung tragen dürfen und nicht mehr so abhängig von den Eltern sind.“ Auch Schulleiterin Schäfer lobte den Einsatz der Schülerinnen und Schüler: „Ich habe mir eure Wochenpläne angeschaut. Ich finde das großartig, wie ihr das durchgezogen habt. Ich hoffe, es bleibt nicht nur bei dieser Woche.“ Nach der erfolgreichen Aktionswoche soll das Projekt deshalb auch künftig an der Marienschule und an weiteren Schulen fortgesetzt werden.