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HitzewelleTodesfälle im Leverkusener St.-Remigius-Krankenhaus beschäftigen Landtag

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Im Opladener Krankenhaus starben um das Hitzewochenende Ende Juni zwölf Menschen.

Im Opladener Krankenhaus starben um das Hitzewochenende Ende Juni zwölf Menschen.

Im Opladener Krankenhaus starben um das Hitzewochenende Ende Juni zwölf Menschen. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob es ein Fremdverschulden gibt.

Nachdem es wie berichtet im Opladener Remigius-Krankenhaus um das Hitze-Wochenende Ende Juni von Freitag bis Montag, 26. bis 29. Juni, zwölf Todesfälle gegeben hat, hat die SPD-Landtagsfraktion wegen der Berichte über die Hitzetoten einen Antrag auf eine Sondersitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales gestellt. Es solle unter anderem geklärt werden, wie die Landesregierung sicherstellt, dass sich eine solche Krisensituation nicht wiederholt. Die Sitzung sollte am Montag stattfinden.

„Die Menschen erwarten zu Recht eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle in Leverkusen und klare Antworten darauf, wie sich solche tragischen Ereignisse künftig verhindern lassen“, sagte Thorsten Klute, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Angesichts der angekündigten erneuten Hitzewelle reicht es laut Klute nicht aus, auf laufende Prüfungen und Ermittlungen zu verweisen. „Die Landesregierung muss jetzt konkret darlegen, welche Schutzmaßnahmen sie für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen ergriffen hat.“

Dass die hohen Temperaturen Einfluss nehmen, ist unstrittig – aber in welchem Umfang, ist oft unklar.
Alexander Lechleuthner, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Köln

Die Extremtemperaturen der vergangenen Wochen haben nach Einschätzungen verschiedener Experten zu mehr Todesfällen auch in Nordrhein-Westfalen geführt. „Sowas habe ich noch nicht erlebt“, sagte der medizinische Geschäftsführer der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens. Genaue Zahlen zu sogenannten Hitzetoten lassen sich nur schwer erfassen. „Dass die hohen Temperaturen Einfluss nehmen, ist unstrittig – aber in welchem Umfang, ist oft unklar“, betonte der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Köln, Alexander Lechleuthner. „Das sind keine Laborbedingungen.“

Vor allem bei Menschen, die bereits durch Faktoren wie ein hohes Alter oder Erkrankungen vorbelastet waren, lasse sich deshalb oft ein direkter oder indirekter Zusammenhang zwischen Todesfällen und der Hitze nicht eindeutig nachweisen. Auch in Todesbescheinigungen werde letztlich nicht die Hitze als Ursache des Versterbens angegeben, meinte auch Janssens. Durch den Klimawandel werde Hitze als Risikofaktor weiter zunehmen. „Wir haben mit hoher Sicherheit mehr hitzeassoziierte Todesfälle als Verkehrstote.“

Nach den zwölf Todesfällen im Remigius-Krankenhaus hat die Staatsanwaltschaft Köln ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet: Es soll geprüft werden, ob und wie viele der zwölf Todesfälle mit der Hitze zusammenhängen und ob es ein Fremdverschulden gibt, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Ermittlungen gegen bestimmte Personen gebe es derzeit aber noch nicht. Aktuell werde noch geklärt, in wie vielen der zwölf Fälle der zuständige Arzt eine unnatürliche Todesursache angegeben habe. Nur dann sei die Staatsanwaltschaft für die Ermittlungen zuständig.

Zwar bestätigte das Krankenhaus auf Anfrage die Anzahl an Toten in diesem Zeitraum, eine Sprecherin betonte aber: „Diese Zahl ist für ein Akutkrankenhaus mit unserem Leistungsspektrum nicht überdurchschnittlich hoch. Einer unserer Schwerpunkte ist die Behandlung von besonders betagten Menschen, die oft mit multiplen und morbiden Erkrankungen zu uns kommen.“ Die verstorbenen Patienten hätten demnach ein Durchschnittsalter von 86 Jahren gehabt, viele seien sogar über 90 Jahre alt. „Wir stehen in engem Austausch mit den Behörden, die sich die Fälle genauer ansehen.“ (dpa)