Mehr Asphalt: Autobahn GmbH will jetzt doch auch den Abschnitt nördlich Opladens herkömmlich ausbauen. Den ursprünglichen Plan, die Seitenstreifen freizugeben, hat die Behörde jetzt abgelehnt.
Nördlich OpladenAutobahn GmbH lehnt Seitenstreifenfreigabe ab – entgegen früherer Zusagen

Die Autobahn 3 nördlich Ausfahrt Opladen.
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Die Lösung, während verkehrsreicher Stunden die Seitenstreifen der A 3 kontrolliert freizugeben und so die Kapazität zu erweitern, ohne die Autobahn zu verbreitern, war eine Hoffnung der Anrainer nördlich Opladens. Ausweislich einer E-Mail der Autobahn GmbH an die interkommunal arbeitende Bürgerinitiative „3reicht“ will man entgegen früherer Ankündigung nicht den schonenden Weg gegen und die Autobahn auch dort achtspurig ausbauen. Das, obwohl eine Machbarkeitsstudie der Autobahn GmbH im Jahr 2022 gezeigt hatte, dass die temporäre Seitenstreifenfreigabe (TSF) machbar sei.
Methode ist günstiger und bringt fast genauso viel wie ein Ausbau
Die Methode, die Standstreifen in den kurzen Zeiten, in denen eine Kapazitätserweiterung gewünscht wird, mittels elektronischer Beschilderung freigeben zu können, bietet Vorteile gegenüber einem Ausbau des 15,2 Kilometer langen Abschnitts bis Hilden: Die TSF ist wesentlich günstiger, die Bauzeit wäre um Jahre kürzer und entlang der Autobahn müsste die Autobahnbehörde fast keine Grundstücke enteignen. Die Methode ist günstiger und bringt fast den gleichen Kapazitätseffekt wie ein Ausbau.
Bei einem herkömmlichen Ausbau steht das den Anrainern bevor. Neben der A3 liegen Waldgebiete und ein Naturschutzgebiet. Insgesamt sind zwölf Hektar in Gefahr, vernichtet zu werden.
Die Forderung nach der Seitenstreifenfreigabe kommt nicht ausschließlich aus der ökologischen Ecke: Für die erprobte Methode der TSF hatten sich die Landräte und Bürgermeister der Kreise und Städte Leichlingen, Mettmann, Solingen, Hilden und Langenfeld und die IHK-Verbände Bergisches Land und Düsseldorf ausgesprochen.
Wo liegen die Nachteile? In Zeiten während der Freigabe würde die Autobahn über festinstallierte Videokameras überwacht. Geschieht ein Unfall oder bleibt ein Auto liegen, werden die Seitenstreifen unverzüglich wieder gesperrt und dienen wie üblich als Sicherheitsräume. Die Überwachung leisten heute noch Angestellte in Verkehrsleitzentralen. Während der Freigabezeit wird ein Tempolimit angeordnet; aus verkehrswissenschaftlicher Sicht ist das aber kein Nachteil.
Die Autobahn GmbH schreibt auf Anfrage der Bürgerinitiative, dass man sich auf die Vorzugsvariante eines achtstreifigen Ausbaus festgelegt habe. Wann man und wer die Entscheidung getroffen hat, teilt die Sprecherin nicht mit. Begründet wird die Ablehnung der TSF damit, dass Brücken auf dem Abschnitt sowieso erneuert werden müssten und dass ein Großteil der Bauwerke zu schwach und zu klein sei. Die Bürgerinitiative hat auf die neuen Informationen mit einem Brief ans Bundesverkehrsministerium reagiert.
