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MitgliedervotumRupy David ist erneut Landtagskandidatin der Leverkusener Grünen

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Rupy David bei der Mitgliederversammlung der Grünen.

Rupy David bei der Mitgliederversammlung der Grünen.

Ohne Gegenkandidaten wurde Santharupiny David von den Grünen zur Direktkandidatin für die Landtagswahl im kommenden Jahr gewählt.

Rupy David unternimmt einen zweiten Anlauf, für die Leverkusener Grünen ein Landtagsmandat zu erringen. Die Mitgliederversammlung wählte sie am Mittwochabend ohne Gegenkandidaten mit 27 Ja- bei zwei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen zur Direktkandidatin. Für ihre Bewerbung um einen Platz auf der Landesliste erhielt sie zusätzlich ein Votum mit 30 Ja-Stimmen bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung.

Denkbar knapp gescheitert

Bei der letzten Landtagswahl 2022 ist die 37-Jährige denkbar knapp gescheitert: Zwar erreichte sie ein Rekordergebnis von 16,9 Prozent der Erststimmen und 18,4 Prozent der Zweitstimmen für die Grünen. David stand auf Listenplatz 39, genau 39 Grüne zogen in den Landtag ein – doch weil einige über Direktmandate einzogen, reichte der Listenplatz knapp nicht. Das Leverkusener Direktmandat bekam Rüdiger Scholz (CDU).

Rupy David vor dem Schlebuscher Treibhaus.

Rupy David vor dem Schlebuscher Treibhaus.

„Vor fünf Jahren habt ihr mir euer Vertrauen geschenkt“, eröffnet David ihre Rede vor der Mitgliederversammlung im Treibhaus. Damals galt sie als relativ neues Gesicht in der Politik, wurde von der Organisation „Brand New Bundestag“ in ihrem Wahlkampf unterstützt, die sich für Vielfalt in Parlamenten einsetzt. Auch wenn es damals knapp nicht gereicht hatte, habe sie sich nicht entmutigen lassen. „Trotzdem habe ich nie aufgehört, für unsere grünen Werte zu kämpfen“, sagt sie in ihrer Vorstellungsrede. Heute bitte sie erneut um Vertrauen, „um Leverkusener grüne Ideen erstmals auf Landesebene umzusetzen“.

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Mich treibt auch Wut an: Wut über die Zerstörung unserer Lebensgrundlage, Wut über die Misshandlung von Kindern und darüber, dass Menschen gegeneinander ausgespielt werden.
Rupy David, Landtagskandidatin der Grünen

Stolz sei sie etwa auf das Landesantidiskriminierungsgesetz, das nur unter grüner Regierungsbeteiligung nach langem Kampf umgesetzt werden konnte. Integration und Teilhabe sind eines ihrer wichtigsten Themen, auch aus persönlichem Hintergrund. „Ich weiß, was es heißt, in einem Asylverfahren zu sein und nicht die gleichen Startchancen zu haben.“ Rupy, mit vollem Namen Santharupiny David, ist als Tochter einer Flüchtlingsfamilie aus Sri Lanka in Deutschland geboren. Immer wieder erzählt sie, wie sie trotz bester Schulnoten keine Gymnasialempfehlung bekam. Sie habe das Glück gehabt, dass sich eine Lehrerin ihrer angenommen habe. „Aber die Zukunft unserer Kinder darf nicht von Glück abhängen“, sagt David und fordert mehr Kommunikation: Wenn Menschen auf ein Stadtbild reduziert würden, fehlten in der Diskussion am Ende die Menschen selbst, um die es eigentlich gehe. „Wir müssen miteinander reden“, sagte David.

Das Grundrecht auf Asyl sei „ein Versprechen auf Schutz, Menschenwürde und ein Leben in Sicherheit“, ergänzt David. Menschen dürften nicht in haftähnlichen Einrichtungen untergebracht werden, Kinder gehörten nicht in Lager. Aber auch andere Themen seien ihr wichtig: etwa mehr Transparenz in der Datei „Gewalttäter Sport“: „Fans haben ein Recht darauf zu erfahren, ob und warum sie dort erfasst sind.“

David ist seit 15 Jahren aktives Mitglied – zunächst in der Grünen Jugend, dann bei Bündnis 90. Sie arbeitet als Büroleiterin der Landtagsabgeordneten Josefine Paul und ist seit der vergangenen Kommunalwahl Stadtratsmitglied und sozialpolitische Sprecherin der Grünen „Mein Mann fragt mich ständig: Warum steckst du so viel Kraft in Politik?“, berichtet sie. Ihre Antwort sei immer die gleiche: „Weil ich mich nie wieder ohnmächtig fühlen will, wie ich es in der Kindheit erlebt habe. Wo meine Eltern dem System ausgeliefert waren.“ Sie wolle gestalten, statt zuzuschauen. „Aber mich treibt auch Wut an: Wut über die Zerstörung unserer Lebensgrundlage, Wut über die Misshandlung von Kindern und darüber, dass Menschen gegeneinander ausgespielt werden.“ Dafür bekommt sie viel Applaus von den 31 anwesenden Mitgliedern – und ein klares Votum für einen neuen Anlauf auf einen Sitz in Düsseldorf.