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Gegen EinsamkeitSo können Jugendliche Senioren in Leverkusen helfen

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Eine Jugendliche bringt einer Seniorin die Bedienung ihres Smartphones bei.

Eine Jugendliche bringt einer Seniorin die Bedienung ihres Smartphones bei.

Viele ältere Menschen sind einsam. Doch es gibt Möglichkeiten, das Alleinsein zu bekämpfen. Ein Dienst der Caritas Leverkusen soll Jung und Alt zusammenbringen.

Weihnachten alleine – für viele ältere Menschen in Leverkusen könnte das die Realität sein. Die Einsamkeit von Seniorinnen und Senioren hat seit Beginn der Corona-Pandemie stark zugenommen, wie Zahlen des Familienministeriums belegen. Und das nicht nur an Weihnachten, sondern im Allgemeinen.

So lag in der Gruppe der 70- bis 85-Jährigen der Anteil derer, die sich seit Pandemiebeginn einsam fühlten, bei 12,5 Prozent – 2014 lag der Wert bei 3,51 Prozent. Bei den über 85-Jährigen sah es ähnlich aus, mit 12,4 Prozent. Laut dem Statistischen Bundesamt gab es im Dezember 2020 rund 35.000 Seniorinnen und Senioren in Leverkusen. Nicht jede dieser älteren Personen hat vermutlich eine große Familie, die einen umsorgt, und nicht alle leben in einem Heim, wo man regelmäßig gemeinsam zusammenkommt. Wie könnte man also der Vereinsamung von Seniorinnen und Senioren in Leverkusen entgegenwirken?

Gegen Vereinsamung: Besuchs- und Begleitdienst der Caritas Leverkusen

Die Suche nach einer Antwort führt unter anderem zum Wohlfahrtsverband Caritas. Die Caritas Leverkusen bietet in ihrer offenen Altenhilfe eine Vielzahl an Angeboten der Begegnung, Geselligkeit, Freizeitgestaltung und Entlastung für ältere Menschen an.

Darunter findet sich auch der ehrenamtliche Besuchs- und Begleitdienst. Hier hat man die Möglichkeit, sich für alleinstehende ältere oder kranke Mitbürgerinnen und Mitbürger zu engagieren – zum Beispiel mit einem ein-bis zweistündigen Besuch pro Woche. Der Besuch kann dabei vielfältig gestaltet werden: einen Spaziergang machen, ein Gesellschaftsspiel spielen, gemeinsam Kaffee trinken oder etwas backen – oder einfach einen netten Plausch halten.

Jung und Alt in Kombination kann für beide Seiten nur bereichernd sein
Christina Müeller-Oerder

Besonders junge Menschen sind für dieses Ehrenamt oft gewünscht: „Jung und Alt in Kombination kann für beide Seiten nur bereichernd sein“, sagt die Caritas-Beauftragte des Besuchs- und Begleitdiensts Christina Müller-Oerder. Ältere Menschen hätten viele spannende Dinge aus ihrem Leben zu erzählen, die sie jungen Menschen berichten möchten – andererseits seien alte Menschen aber auch sehr neugierig: „Sie erfahren zum Beispiel gerne, wie heutzutage die Schule funktioniert und sind auch offen gegenüber technischen Entwicklungen und Möglichkeiten, die wiederum die jungen Leute vermitteln können“, sagt Müller-Oerder.

„Wir achten selbstverständlich darauf, dass die Kontakte, die wir vermitteln, nicht zu weit auseinander wohnen und in etwa die gleichen Interessen haben“, sagt Müller-Oerder. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas schauen bei Interesse, was passt und benötigt wird und vermitteln die Kontakte. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dabei durch den Caritasverband Leverkusen regelmäßig geschult und begleitet.

Kontaktknüpfen: Hemmschwelle ist groß bei älteren Menschen

Ein Hindernis gebe es aufseiten der Seniorinnen und Senioren jedoch oft: „Die Hemmschwelle ist zunächst groß, offen Interesse für unseren Besuchs- und Begleitdienst zu bekunden – viele ältere Menschen trauen sich schlichtweg nicht, nach einer Kontaktvermittlung zu fragen“, erklärt Müller-Oerder.

Und: Derzeit sind junge Menschen, die beim Besuchs- und Begleitdienst tätig sind, Mangelware. Oftmals spreche ein zeitintensives Studium gegen ein regelmäßiges Ehrenamt: „Wir haben aktuell keine Person unter 30 Jahren. Dabei kann man so viele Dinge voneinander lernen, vor allem wird auch die soziale Kompetenz gefördert“, sagt die Caritas-Beauftragte. „Ein Ehrenamt macht sich im Lebenslauf junger Menschen immer gut, wir stellen auch einen Nachweis über das Engagement aus.“

Wenn man nun über die eigene Kontaktpflege mit Großeltern nachdenkt, wird schnell klar, dass sich schon mit wenig Zeit und kleinen Gesten viel bewirken lässt: Einen Nachmittag gemeinsam Kuchen essen oder Schach spielen. Und seien wir mal ehrlich: Großeltern freuen sich immer, wenn man sie besucht. Genau so könnten sich, durch den Besuchs- und Begleitdienst, auch ältere Menschen über etwas gemeinsame Zeit freuen, die keine Enkelkinder oder Familien haben.