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SchlebuschSo sieht die Kirche Thomas Morus in Leverkusen jetzt aus

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Die ehemalige Kirche Thomas Morus in Schlebusch

Am Tag der Architektur öffnete die ehemalige Kirche Thomas Morus in Schlebusch ihre Türen.

Am Tag der Architektur konnten interessierte Besucherinnen und Besucher einen Blick in das fertig umgebaute Gebäude werfen.

Gottesdienste werden nicht mehr gefeiert in der Kirche Thomas Morus in Schlebusch – schon seit Längerem. Aber das Gebäude hat eine neue Nutzung gefunden: Durch einen umfangreichen Umbau dient es nun als Zuhause für ehemals Wohnungslose. Am Tag der Architektur konnten Interessierte einen Blick in die ehemalige Kirche werfen.

„Wir wollen zeigen, was dahintersteckt, wie man mit Architektur umgeht und dass sich das jemand überlegt hat“, erklärt am Samstag Georg Kollbach, einer der Architekten, der am Projekt Thomas-Morus-Kirche mitgewirkt hat, über die Funktion des Tages der Architektur.

Austausch mit Architekten und Nachbarn

Aber auch der Kontakt und Austausch mit den Besucherinnen und Besuchern sowie anderen Architektinnen und Architekten spielte eine zentrale Rolle. So waren neben Interessierten aus der Region auch eine Gruppe von Architektinnen und Architekten aus Bonn zu Gast. Sie ließen sich von Kollbach und seiner Kollegin Annette Bansi einen Einblick in das Gebäude geben. Die Verbindung zwischen Alt und Neu zu zeigen und das auch nach außen zu transportieren, darum gehe es auch für die beteiligten Architekten, so Bansi.

In den 1960er-Jahren wurde die Kirche ursprünglich errichtet. Ab 2016 wurde die Nutzung der Thomas-Morus-Kirche dann aber wegen eines Schadens am Dach undenkbar. 2019 folgte auch die Auflösung der Gemeinde. Schon ein Jahr vorher war das Architekturbüro Kollbach Bansi ins Spiel gekommen: Der Caritasverband, Träger der Einrichtung, habe Kontakt aufgenommen. Seit Anfang des Jahres steht das Gebäude nun den Bewohnerinnen und Bewohnern zur Verfügung.

Es ist nicht das, was man so kennt
Annette Bansi, Architektin

Die Thomas-Morus-Kirche und der Grundriss stellten die beteiligten Architektinnen und Architekten aber auch vor Herausforderungen: „Es ist nicht das, was man so kennt“, erklärt Bansi. Es gebe nämlich nicht überall rechte Winkel. Außerdem habe man versucht, die prägenden Elemente des Gebäudes, das seit 1995 unter Denkmalschutz steht, zu erhalten. „Das ist stadtbildprägend hier“, findet Georg Kollbach, das gehöre an diesen Ort in Schlebusch, darum sei der Erhalt auch so wichtig gewesen.

So kann man auch nach dem Umbau noch die bunten Kirchenfenster sehen, und auch die Beichtstühle, die in die Wand eingebaut wurden, sind erhalten geblieben. Wo früher einmal der Altar stand, findet sich heute ein Innenhof, der den Bewohnerinnen und Bewohnern jede Menge Tageslicht schenkt, das es so früher in der Kirche nicht gab.

Suche nach einer neuen Nutzung

Der Umgang mit Gebäuden, die ihre Nutzung verloren haben, muss in Zukunft wohl gefunden werden. Was macht man damit? Fragen, die sich die beiden Architekten am Samstag noch einmal stellten. So habe es auch Interessenten gegeben, die das Gebäude hätten abreißen wollen und stattdessen etwas Neues gebaut hätten, berichten Kollbach und Bansi.

Ein weiterer schöner Effekt des Samstags: „Es ist auch schön für die Nachbarschaft zu sehen, dass so ein Gebäude auch mal die Türen öffnet“, glaubt Bansi. Denn nicht in der gesamten Nachbarschaft sei das Projekt zu Beginn auf Begeisterung gestoßen. Ein Beispiel: das Protestplakat in der Fotoserie über die Entwicklung der Thomas-Morus-Kirche.

Das fertige Objekt nun zu präsentieren, war auch für Architektin Bansi etwas Besonderes: „Man begleitet ein Bauvorhaben viele, viele Jahre. Da steckt viel Herzblut drin.“ Und wenn man dann von den Nutzern höre, „dass das Konzept so aufgeht, wie wir uns das gedacht haben, ist das natürlich auch schön“.