Abo

Platz 98 von 100Stadt Leverkusen erklärt schlechtes Ergebnis bei Müllgebühren-Vergleich

3 min
Nur Lünen und der Nachbar Bergisch Gladbach liegen hinter Leverkusen beim den Müllgebühren.

Nur Lünen und der Nachbar Bergisch Gladbach liegen hinter Leverkusen beim den Müllgebühren.

Der Vermieterverein Haus und Grund hat wieder sein Ranking zu Müllgebühren unter 100 Großstädten veröffentlicht. Leverkusen kommt wieder schlecht weg.

Wenn man es gut meint, kann man immerhin sagen: Die Stadt Leverkusen hat sich verbessert. Beim Müllgebühren-Ranking des Vermietervereins Haus und Grund liegt Leverkusen auf Rang 98 der 100 bevölkerungsreichsten Städte. Heißt: In der Stadt gibt es die dritthöchsten Müllgebühren. Zum Vergleich: 2022 lag man noch auf dem letzten Platz. Dort liegt jetzt die Nachbarstadt Bergisch Gladbach. Köln liegt auf Platz 96, Düsseldorf auf Platz 51.

Haus und Grund hat für diese Analyse mit dem Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IFW) zusammengearbeitet. Die Analysten haben sich einen „Musterhaushalt“ als Grundlage genommen: zwei Erwachsene, zwei Kinder, Restmüll, Biomüll, Sperrmüll und Altpapier. Wertstoffe und Sondermüll spielen keine Rolle, sie gelten als „gebührenfrei“ oder „nicht regelmäßig anfallend“.

Daten hat man aus den aktuellen Abfallwirtschafts- und Abfallgebührensatzungen der Städte genommen. Fehlten dort Zahlen, habe man auf den Internetseiten der Abfallwirtschaftsverbände geschaut oder die Städte oder Abfallwirtschaftsunternehmen kontaktiert. Um alles vergleichbar zu machen, haben die Analysten zwei Kategorien gebildet: „anfallende Müllmenge“ und „Abtransport“. Beim Abtransport gebe es Unterschiede in den Städten, zum Beispiel beim Abfuhrhythmus oder beim Service.

In Leverkusen sind auch die Beseitigung von wildem Müll sowie die Entleerung von öffentlichen Abfallbehältern inklusidert.
Stadt Leverkusen

Manchmal müssen Bürgerinnen und Bürger gar nichts tun, damit ihre Tonnen abgeholt werden, das nennen die Analysten „Vollservice“. „Teilservice“ bedeutet, dass Anwohner ihre Tonnen zum Beispiel auf den Bürgersteig stellen müssen. Fehlen beim Abfuhrrhythmus bestimmte Angebote, die andere Kommunen haben, hat das Team hypothetische Gebühren, die sich an den bestehenden Angeboten orientieren, eingebracht. Die Ergebnisse ergeben einen Gesamtindex, der dann festlegt, welche Stadt wo landet. Der von Leverkusen liegt bei 62,5, der von Bergisch Gladbach bei 54. Der von Flensburg auf dem ersten Platz bei 140,2.

Über den Musterhaushalt heißt es: „Die Musterfamilie besitzt ein Einfamilienhaus und betreibt keine Entsorgungsgemeinschaft mit den Nachbarn. Biomüll wird nicht kompostiert, sondern über die Biotonne oder die Restmülltonne entsorgt. In einigen Städten stellt dies zwar keinen ‚typischen‘ beziehungsweise durchschnittlichen Haushaltstyp dar, für einen anschaulichen Gebührenvergleich ist diese Musterfamilie jedoch durchaus üblich.“

Kai H. Warnecke, der Präsident von Haus und Grund Deutschland, will mit dem Ranking „Impulse für die Diskussion vor Ort geben“. Ziel müsse es sein, die Ursachen hoher Müllgebühren transparent zu machen und kritisch zu hinterfragen, ohne die Verantwortung pauschal auf Bund oder Länder zu verlagern: „Verbesserungen beginnen in der Kommune.“

Bei der Stadt Leverkusen sind das Ranking und die Platzierung von Leverkusen keine Überraschung. Selbstverständlich schaue man sich die Zahlen an und analysiere sie. „Dazu gehört auch, in den Austausch mit der Avea zu gehen“, heißt es aus dem Rathaus.

Dennoch gibt die Verwaltung zu bedenken, dass Müllgebühren im Landesrecht unterschiedlich geregelt seien und das Ranking sich auf das gesamte Bundesgebiet beziehe. Die Vergleichbarkeit sei daher eingeschränkt, meint die Stadt und nennt ein Beispiel: „In Leverkusen sind auch die Beseitigung von wildem Müll sowie die Entleerung von öffentlichen Abfallbehältern inkludiert.“