In den Räumen der IHK Leverkusen/Rhein-Berg konnten sich angehende Firmengründer informieren.
Messe in LeverkusenWie man im Gründungs-Dschungel nicht verloren geht

Thomas Hohnl und Thomas Kottek von der Sparkasse beraten Sandra Molinaro, die sich mit Kunstprodukten selbstständig machen will.
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„Wie, wo, wann, was?“ - so fasst Sandra Molinaro die Fragen zusammen, die man sich stellt, wenn man ein Geschäft gründen will. Für die Kunstdozentin ist es nicht die erste Firmengründung, sie betreibt bereits eine Kunstgalerie im Kölner Rheinauhafen. Jetzt aber hat sie eine neue Idee. Genau will sie die noch nicht preisgeben, aber: „Es geht um ein Produkt, dass Menschen anregt, mehr kreativ zu sein.“
Um mit dieser Idee weiter voranzukommen, ist sie zur Gründungs- und Jungunternehmensmesse in den Räumen der IHK-Geschäftsstelle Leverkusen/Rhein-Berg an der Schusterinsel gekommen. Diese wird gemeinsam von der IHK und der Wirtschaftsförderung Leverkusen (WfL) organisiert. Wer sich mit der Idee trage, sich selbstständig zu machen, stehe vor einem regelrechten „Gründungs-Dschungel“ sagt Nathalie Hoffmann von der WfL: „Unsere Idee ist, hier einmal im Jahr alle Ansprechpartner vor Ort zu haben, die es braucht.“ Natürlich berate auch die Wirtschaftsförderung, bei Themen wie Finanzierung und steuerrechtlichen Aspekten brauche es aber weitere Expertise.
Bei Online-Suche von Informationen erschlagen
„Wenn man bei Google eingibt: ‚Wie gründe ich ein Unternehmen?‘, wird man erschlagen“, sagt auch Sarah Rolfes von der IHK Geschäftsstelle Leverkusen/Rhein-Berg. Durch die gemeinsame Organisation des Aktionstages seien die Beteiligten aus den Bereichen Unternehmenskonzeption, Finanzierung, Förderprogramme, Steuern und Marketing auch untereinander gut vernetzt und können die Gründer so umfassend betreuen.
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Gegen Mittag waren schon 55 an der angemeldeten 70 Gründungswilligen da, ein sehr guter Besuch, freut sich Rolfes. Sie habe schon viele spannende Ideen gehört. Eher klassische, wie die Gründung eines Reisebüros oder eine Physiotherapie, aber auch um orthopädische Geräte speziell für Frauen oder organische Drinks sei es an den Ständen gegangen.
„Die Ideen kommen hier in ganz unterschiedlichen Stadien an“, berichtet Thomas Hohnl von der Sparkasse Leverkusen. Mancher habe nicht viel mehr als die Idee, andere schon einen ausgearbeiteten Businessplan. Generell habe sich viel getan im Bereich der Unternehmensgründungen. In den frühen 2000ern, als der Staat die sogenannten „Ich-AGs“ gezielt gefördert hat, hätten viele Menschen ihr Glück in der Selbstständigkeit gesucht. Aber nicht immer gefunden. „Heute ist der Druck aus dem Arbeitsmarkt nicht mehr so groß, durch den Fachkräftemangel finden gut ausgebildete Menschen eigentlich immer eine Anstellung“, sagt sein Kollege Thomas Kottek. Wer sich dennoch für eine Selbstständigkeit entscheide, tue das heutzutage sehr viel überlegter und fundierter.
Das Gründungsgeschäft sei einer der schönsten Bereiche ihres Arbeitslebens, sind sich beide einig. „Wenn man durch die Fußgängerzone geht, ein Geschäft sieht und seiner Familie sagen kann: ‚Guckt mal, daran war ich beteiligt‘, das ist ein schönes Gefühl“, sagt Hohnl.

