In den vergangenen Jahren häufen sich die Sommer mit extrem niedrigen Wasserständen.
Pegel unter 80 ZentimeterNiedrigwasser lässt die Leverkusener Hungersteine auftauchen

Niedrigwasser am Rhein: Sogenannte Hungersteine fallen auch in diesem Sommer wieder trocken.
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Kein Zweifel: Der Rhein ist derzeit wieder einmal besonders niedrig. Die sogenannten Hungersteine, die normalerweise unmittelbar südlich der Wuppermündung im Flussbett unter Wasser liegen, sind schon seit Tagen trocken und können begutachtet werden. Die Steine fallen in den letzten Jahren immer öfter trocken, seit im August 2003 nach vielen Jahrzehnten erstmals wieder ein Stein mit der Inschrift „BE. TL. 1959“ aus dem Strom auftauchte.
Anfang September 2003 lag der auch für Leverkusen gültige Kölner Pegel bei 80 Zentimetern; am Montag, 27. Juli 2026, bei 79 Zentimetern. Den Sommer 2003 empfand man allgemein als außergewöhnlich trocken. Die Marke von 80 Zentimetern wurde in den vergangenen Jahren öfter unterschritten: Nach dem heißen Sommer 2018 führte der Rhein mit 74 Zentimetern noch weniger Wasser als heute, vor vier Jahren, am 16. August 2022, sogar nur 71 Zentimeter. Da derzeit kaum Regen in Sicht ist, wird die Tendenz als fallend angegeben.

Am Rhein herrscht Niedrigwasser.
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Die angeblich originalen Hungersteine wurden in einer alten Rheindorfer Geschichte beschrieben. An der alten Wuppermündung, die vor der Verlegung des Flusses um die Deponie herum etwas weiter südlich gelegen hat, soll es einen größeren Steinbrocken im Rhein geben, dessen Inschrift tatsächlich Hunger verheißt: „Wenn Du mich siehst, dann wirst Du weinen“. Fotos von den Steinen sind bisher nicht aufgetaucht, die Steine auch nicht. Aber 2003 hatten sich noch Zeitzeugen beim „Leverkusener Anzeiger“ gemeldet, die den Stein mit dem Satz kurz nach dem Krieg als Kinder gesehen haben wollen.
Im Chempark: Niedriger Rhein ist eine Herausforderung, aber man ist vorbereitet
Der derzeitige Niedrigwasserstand des Rheins führt dazu, dass Schiffe nur mit geringerem Tiefgang fahren und daher weniger Ladung führen können. Am Kai des Chemparks in Wiesdorf sei es deshalb notwendig, entsprechend mehr Schiffe abzufertigen, um dieselbe Menge Ladung wie bei Normalpegel umschlagen zu können, schreibt ein Currenta-Sprecher. Die Be- und Entladevorgänge an den Häfen nähmen deshalb zu. Das sei eine Herausforderung für unsere Logistiker.
Grundsätzlich könne man Lieferungen auf Schiene und Straße umlagern. Die Unternehmen im Chempark seien auf diese Situation vorbereitet, schreibt der Sprecher.
Der Pegel der Dhünn pendelt um 23 Zentimeter, der der Wupper lag in den vergangenen Tagen etwa bei 40 Zentimetern.
