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Schlebuscher SchützenfestDie gute Stimmung fällt dem Regen nicht zum Opfer

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Der Wuppermannpark war aufgrund des unbeständigen Wetters etwas leerer als sonst.

Der Wuppermannpark war aufgrund des unbeständigen Wetters etwas leerer als sonst.

In diesem Jahr waren wegen des Regens weniger Besucherinnen und Besucher auf dem Schlebuscher Schützenfest. Die Stimmung war trotzdem gut.

Die Temperaturen auf dem Schlebuscher Schützenfest dürften wohl – im Gegensatz zum vergangenen Jahr – für niemanden zu warm gewesen sein. Am Samstag gab es vereinzelt Schauer auf dem traditionellen Fest. Den Schirmen und Regenjacken nach zu urteilen waren die Besucherinnen und Besucher auf dieses Wetter aber wohl schon vorbereitet.

„Am Donnerstag hatten wir wegen des Wetters weniger Besucher, nur 250 bis 350 Gäste, und das merkt man dann natürlich auch am Umsatz“, berichtet Jens Ramsch, Schriftführer der Schützenbruderschaft Leverkusen-Schlebusch. Zum 608. Mal begehen die Schützen ihr Fest in diesem Jahr – Vogelschießen und der Festzug sind über die Jahrhunderte erhalten geblieben, 2026 gibt es allerdings trotzdem eine Besonderheit: In diesem Jahr bekleidet eine Frau das Amt der Kaiserin.

Als Kaiser oder Kaiserin gilt eine Person, die bereits zum zweiten Mal den Vogel abschießt. Da auch die Schlebuscher Schützenbruderschaft noch zum Großteil aus Männern besteht, ist es tatsächlich besonders, dass sich Annette Lehmann gegen die männliche Konkurrenz durchsetzen konnte. Neu ist in diesem Jahr außerdem, dass man überall bargeldlos zahlen kann und sich die Veranstalter erstmals an einer Cocktailbar probieren. Diese sei gut angekommen, so der Schriftführer.

Wir gehören zu den Top 10.
Jens Ramsch, Schriftführer der Schlebuscher Schützenbruderschaft

Das Schlebuscher Schützen- und Volksfest hat eine lange Tradition, jedes Jahr tummeln sich Tausende Besucherinnen und Besucher auf dem Event. Der Grund dafür liegt laut Jens Ramsch in dem überschaubaren Angebot von großen Veranstaltungen in Leverkusen. „Wir gehören ja schon zu den Top 10“, sagt er. Die offene Grundeinstellung mache das Fest aber sicherlich auch für viele attraktiv, fügt er an. „Alle Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Sexualität, können hier bei uns am Bierstand sitzen“, so Jens Ramsch.

Passend zu diesem Leitgedanken verwandelt sich die Fußgängerzone während des Schützenfestes nach dem Auftakt im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in eine „Jecke Meile“. Hier stellen sich die Leverkusener Karnevalsvereine und -gesellschaften vor. Auf einer Bühne präsentieren sich auch Gardetanzgruppen. „Karneval ist bunt und hochintegrativ“, betont Thomas Lingenauber, Präsident des Festkomitees Leverkusener Karneval (FLK), und: „Heute ist auch unser amtierender Prinz Rogerio I., der erste queere Prinz im Leverkusener Karneval, aufgetreten.“

Die „Jecke Meile“ soll vor allem dazu dienen, auch im Sommer nicht den Kontakt zu den Menschen zu verlieren. Immerhin sind die Karnevalsgesellschaften ein ganzes Jahr mit der Vorbereitung der nächsten Session beschäftigt, während Karneval für die meisten Jecken mit dem Winter verknüpft ist. Nach acht Stunden Party am Samstag zieht Thomas Lingenauber ein Zwischenfazit: „Heute war die Jecke Meile gut besucht. Wir hoffen, dass es nächstes Jahr eine dritte Auflage gibt.“

Die Altstadt-Funken präsentierten sich mit Mitmachaktionen in der Jecken Meile.

Die Altstadt-Funken präsentierten sich mit Mitmachaktionen in der Jecken Meile.

Die Jecke Meile steuert eine weitere Dimension zum Schützen- und Volksfest bei, das ohnehin schon ein sehr gemischtes Publikum anlockt: Kinder und Jugendliche tummeln sich auf dem Marktplatz vor den Kirmesattraktionen, Kleinkinder spielen auf dem Klettergerüst im Wuppermannpark, an den Imbiss- und Getränkeständen trifft sich Jung und Alt.

„Es ist echt schön, dass man hier sowohl mit der Familie als auch mit Freunden hinkommen kann“, sagt eine Gruppe 20-Jähriger. Der Regen, der zum Abend hin stärker wird, lässt die Freundinnen allerdings früher als geplant nach Hause fahren. Vielen anderen scheint das Wetter nichts auszumachen. „Wir warten einfach fünf Minuten ab, dann ist es wieder hell“, zeigen sich zwei Männer unter einem Baum optimistisch. Der Wuppermannpark hat immerhin den Vorteil, dass die Natur dort schon für ausreichend Unterstellmöglichkeiten sorgt.

Die Leute, denen der Regen etwas ausmacht, bleiben zu Hause, die, die kommen, kommen gerne.
Besucherin aus Bergisch Neukirchen

Unter einem anderen Baum stehen zwei befreundete Ehepaare aus Schlebusch. „Das ist unser Dorf, wir gehören hierhin“, machen sie deutlich. Über das Wetter sagen sie: „Es gibt Schlimmeres, als Karnevalisten sind wir das gewohnt.“ Dementsprechend gut gefällt ihnen auch das junge Konzept der Jecken Meile. Ihnen hat besonders gut gefallen, dass gezeigt wurde, wie Karnevalswagen entstehen.

Auch zwei Freundinnen aus Bergisch Neukirchen sind von dem regnerischen Wetter nicht enttäuscht. „Das war über all die Jahre immer mal wieder so, darauf muss man sich einstellen“, finden sie. Die beiden genießen die „heimelige“ Umgebung – umsäumt von Bäumen in einem Park zu feiern, anstatt auf einem Platz mitten in der Stadt.

Schließlich sagen sie noch: „Die Leute, denen der Regen etwas ausmacht, bleiben zu Hause, die, die kommen, kommen gerne“ – und diese Beobachtung beschreibt wohl sehr gut, warum die Stimmung auf dem Schützen- und Volksfest nicht unter dem durchwachsenen Wetter leidet.