Übers Wochenende steht das Opladener Zentrum im Zeichen des Stadtfests – auch Leverkusener Schausteller sind beteiligt.
Stadtfest OpladenWo die Happy Hour auf Mini-Achterbahn und Karussell aus 1001 Nacht lockt

Viel Betrieb beim 53. Stadtfest in Opladen
Copyright: Ralf Krieger
Ein Fahrgeschäft und ein Essensbude auf der Kirmes des Opladener Stadtfestes sollen vom Beginn der Kirmes im Jahr 1973 an dabei sein, sagt die Organisatorin Jacqueline Jackmuth zum Start der Kirmes. Das eine ist der Crèpe-Stand am Autoscooter. Das andere das Kinderkarussell der Leverkusener Schaustellerfamilie Suermann, das ganz vorne an der Aloysiuskapelle steht.

Das Kinderkarussell der Suermanns
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Die Familie hat ihren Schaustellerbetrieb in der Fixheide seit Jahrzehnten. Heute sitzt Marie-Luise Hüls in der Kasse und verkauft Chips. Sie gehört gewissermaßen zur Familie, „in wilder Ehe“, sagt sie und lacht. Dass ihre Arbeitszeit vorzugsweise am Wochenende liegt, stört sie nicht, sie sagt, dann komme sie wenigstens mal raus. Spaß mache es ihr immer noch. Von der Losbude gegenüber schallt es in regelmäßigen Zeitabständen im auffordernden Ton herüber: „Ramba Zamba! Auf geht’s“, und ihr eigenes Karussell rumpelt auch ein wenig und es wird Musik gespielt. Dass Frau Hüls unter einem ständigen Geräuschpegel arbeitet, macht ihr natürlich nichts mehr aus: Damit muss man auf dem Rummelplatz klarkommen.
Zwei Leverkusener Schausteller mit Sitz in der Fixheide
Die Suermanns vermieten auch Luxus-Toilettenwagen, ansonsten haben sich die Leverkusener auf Kinderkarussells spezialisiert, von denen das älteste aus dem Jahr 1932 stammt. Darauf drehen sich Autos und Motorräder; in Opladen steht bei der 53. Auflage des Stadtfestes ein etwas größeres und moderneres Fahrgeschäft: Modell „1001 Nacht“, Baujahr 1989 mit sehr bunten und im Detail fantasievoll gestalteteten Fahrzeugen. Auch auf diesem Karussell ist am Freitagnachmittag Betrieb, weil die ersten Stunden auf der Kirmes Happy Hour gilt: zwei Fahrten für einen Preis.

Marie-Luise Hüls (rechts) sitzt im Suermann-Kinderkarussell beim 53. Stadtfest Opladen Kirmes an der Kasse.
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Jetzt läuft der Laden, aber die Zeiten hätten sich schon geändert, sagt Frau Hüls. „Es wird weniger gefahren als früher.“ Eine andere Schwierigkeit, mit der Schausteller zu tun haben, ist der Personalmangel: „Man findet kaum gutes Personal“, sagt Frau Hüls, „an die Kasse können sie niemanden setzen“.
Das gesamte Opladener Stadtfest wird von Wilfried Hoffmann und Jacqueline Jackmuth organisiert, der Sitz seines Schaustellerbetriebs ist ebenfalls Leverkusen und auch in der Fixheide, wie bei den Suermanns. Familie Hoffmann hat mit einer Schießbude begonnen und besitzt heute laut Interneteintrag eine Toilettenwagen-Vermietung und hat auch ein Kinderkarussell aus dem Jahr 1952, das Hoffmann von der Großmutter geerbt hat. Der Aufbau der alten Fahrgeschäfte sei aber schwere Arbeit, er organisiere inzwischen mehr, als dass er Fahrgeschäfte aufstelle, sagt Hoffmann. Zum Beispiel Schützenfeste, wie das kommende in Lindlar.
Und er hat als Organisator zuletzt mit der Kirmes in Köln-Deutz einen ziemlich dicken Fisch an Land gezogen und damit in der eingesessenen Kölner Schaustellerszene reichlich Staub aufgewirbelt. Kirmes sei nie out gewesen, sagt der Leverkusener Schausteller, die Besucherzahlen blieben stabil: „Das bleibt.“ Mit dem Stadtfest in Opladen, das er seit 2009 macht, hat er Erfahrungen für Köln gesammelt.

Im Love-Express kann man den Magen testen.
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Die Kirmes endet am Montag nach 22 Uhr mit einem Feuerwerk. Am Freitag kommt der Rummel gegen Abend richtig in Fahrt, der Platz füllt sich zunehmend mit Besuchern: Familien, aufgebrezelte Mädchen, Jungs, auch Senioren kommen. Manche lassen sich durch die Luft wirbeln, andere testen ihre Mägen im schnellen Love-Express. Nebenan in der Mini-Achterbahn „Luxem’s verrückte Baustelle“ schallt es herüber: „Das ist Spitze, das ist klasse, Chips gibt’s unten an der Kasse!“
