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„Lieblingsorte“Die Ludwig-Rehbock-Anlage in Opladen vereint quirliges Leben und Stille

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Blick auf die Ludwig-Rehbock-Anlage vom Aussichtspunkt unterhalb der Villa Römer

Blick auf die Ludwig-Rehbock-Anlage vom Aussichtspunkt unterhalb der Villa Römer

Der Park existiert seit circa 100 Jahren, so genau weiß das niemand. Er bildet eine grüne Klammer zwischen der Opladener Innenstadt und dem Frankenberg.

Von der Bushaltestelle Wupperbrücke auf der Düsseldorfer Straße in Opladen führt eine kleine Zufahrtstraße zu einem Parkplatz. Direkt am Anfang dieser Zufahrt zweigt der Fußweg ab – hinein in den Ludwig-Rehbock-Park. Fast unmittelbar wird das Rauschen der vorbeifahrenden Autos und Lastwagen vom dichten Gebüsch rechts und links des Wegs gedämpft. Je weiter der Besucher sich von der Düsseldorfer Straße entfernt, desto mehr übernehmen Geräusche der Natur den Hintergrund-Sound. Der Wind raschelt in den Blättern, die in diesen Wochen nur wenig Wasser führende Wupper lässt ihr Plätschern auf dem Weg Richtung Rhein hören.

Kaum im Park angekommen, bietet ein Abzweig nach links den Frankenberg hinauf die Möglichkeit, sich einen ersten Überblick zu schaffen. Auf halber Höhe liegt ein Aussichtspunkt, sozusagen im Rücken der Villa Römer. Drei Bänke mit Sitzplätzen laden zum Verweilen ein. Wer sich hierhin zurückzieht, zum Beispiel mit einer Lektüre, fühlt sich wie in einem grünen Lesesaal. Der Blick schweift über die Grillwiese zur Wupper. Einzelne Fahrradfahrer kommen vorbei.

Das kleine Plateau wurde in den Jahren 2011/12 saniert, damals wurden vermutlich auch die drei Bänke aus nicht rostendem Stahl montiert. Einen Mülleimer gibt's auch, aber dessen Existenz hält gewisse Zeitgenossen nicht davon ab, ihren Müll nach einem illegalen Grillgelage einfach auf den Boden fallen zu lassen. Reste von Holzkohle auf dem Plateau, Zigarettenschachteln, Scherben, leere Bierflaschen und weiterer Müll neben einer Bank und auf dem baumbestandenen Abhang zeugen von der Anwesenheit der Vandalen.

Die Grillwiese selbst ist bestens in Ordnung. Überreste von Grillabenden sind keine zu sehen. Die Wiese grenzt an die stählerne Brücke über die Wupper, auch sie ein Teil der Sanierungsarbeiten vor 15 Jahren, als der nach dem früheren Vorsitzenden des Verkehrs- und Verschönerungsvereins benannte Park, auf Vordermann gebracht wurde.

Hundebesitzerinnen auf einer Brücke über die Wupper

Anja Preime, Claudia Peters und Susanne Lesch (v.l.) nutzen den Park gern für Spaziergänge mit ihren Hunden.

Claudia Peters, Susanne Lesch und Anja Preime kommen mit ihren Hunden über die Brücke. Der Park ist bei Spaziergängern mit und ohne vierbeinige Begleiter sowie Radfahrern gleichermaßen beliebt. Doch das Miteinander lasse zu wünschen übrig, befinden die drei Hundebesitzerinnen im Gespräch. „Ganz schlimm sind die Beschimpfungen, die wir uns anhören müssen“, erzählen sie. „Am schlimmsten sind die Radfahrer und oft gerade die älteren, die es doch eigentlich wissen müssten, wie man sich verhält und dass man aufeinander Rücksicht nimmt.“ Es gebe natürlich auch nette Radler, aber das seien eher die Schüler der nahegelegenen Theodor-Heuss-Realschule.

Ärger über die Radler hin oder her, Peters, Lesch und Preime kommen total gerne mit ihren Hunden Ava, Ella, Emmy, Leopold und Fritz in den Park. „Die Wege unter den alten Bäumen, die Schatten spenden, sind im Sommer für die Hunde toll“, sagt Claudia Peters. „Und es ist schön, dass die Hunde zwischendurch mal in die Wupper können“, fügt Susanne Lesch hinzu, bevor die Drei ihre Gassi-Runde fortsetzen. 

Blick über den Wiembachweiher im Ludwig-Rehbock-Park

Blick über den Wiembachweiher im Ludwig-Rehbock-Park

Die Brücke, die Himmelsleiter genannte Treppe hinauf auf den Frankenberg auf dem nördlichen Wupperufer und der Kinderspielplatz auf dem südlichen sind so etwas wie der quirlige Mittelpunkt des Parks. Vom Kopf der Himmelsleiter aus kann der Besucher erneut einen schönen Blick über die Wupper hinweg in Richtung Wiembachallee genießen. Wer die Brücke betritt, hört oft schon Kinderstimmen vom Spielplatz. 

Eingang zum Ludwig-Rehbock-Park

Am Eingang in den Park von der Wiembachallee aus steht in der warmen Jahreszeit des öfteren ein Eiswagen.

Wer kurz vor dem Spielplatz hingegen rechts abbiegt, befindet sich auf dem Weg am Wiembachweiher entlang. Auch hier laden Bänke zum Ausruhen ein. Der Blick geht hinüber zu der schönen Doppelreihe mit Kopflinden auf der anderen Seite des Weihers. Seit die Stadt Anfang 2025 Schwarzerlen in der Weiherböschung fällte, kommen die Kopflinden noch schöner zur Geltung. Die 1985 vom Verkehrs- und Verschönerungsverein Opladen gespendete Fontäne im Weiher sprüht heute mal nicht.

Zurück an der Wupperbrücke sind die Stimmen von Schülern zu vernehmen, die mit ihrer Lehrerin debattieren. Maria Tühnker ist mit zwölf Jungen und Mädchen von der Schule an der Wupper die Himmelsleiter heruntergekommen, um erstens ein Eis zu essen und zweitens auf der Grillwiese Fußball, Volleyball und andere Spiele zu spielen, wie sie erzählt. Kurz darauf hat sich am Eiswagen, der oft am Eingang zum Park von der Straße Am Weiher aus steht, eine lange Schlange gebildet. 


Ursprünge des Parks liegen im Dunkel

1972 erhielt der Park seinen heutigen Namen: Ludwig-Rehbock-Anlage. Die Stadt Opladen ehrte damit das Andenken an den zwei Jahre zuvor gestorbenen Vorsitzenden des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) der Kreisstadt. Rehbock, geboren 1880, hatte den VVV nach dem Zweiten Weltkrieg wiedergegründet und führte ihn von 1949 bis zu seinem Tod 1970. Eine Stele von Wilhelm Völker am Parkeingang von der Straße Am Weiher her erinnert an ihn. 

Die Ursprünge des Parks selbst, die die Verwaltung in einer Mitteilung zu dessen Sanierung vor 15 Jahren in die 1930er Jahre legte, sind zeitlich nicht ganz klar. Das Stadtarchiv berichtet aber, dass auf dem Gelände des heutigen Parks bereits 1926, also vor genau 100 Jahren, Arbeiten stattgefunden haben. Einen offiziellen Namen hatten die Teiche und Wege dort nicht. Sie firmierten laut Stadtarchiv mal als Wiembachanlagen, mal als Ruhlachpark. Auch der Name Bielertteiche taucht auf. Rehbock, Ehrenringträger der Stadt Opladen, und der VVV brachten die grüne Oase an der Wupper demnach auf den heutigen Stand.

Doch ist teilweise unklar, wo genau die Anlage eigentlich anfängt und wo sie endet. Im Süden ist sie von den Straßen Am Weiher und Wiembachallee begrenzt, im Norden von der Bebauung auf dem Frankenberg. Aber was ist mit seiner Ausdehnung entlang der Wupper? Bei der Stadt gibt's dazu keine Aufzeichnungen. (ps)


Serie „Lieblingsorte“

Erst kürzlich stellte das TV-Format „TV Total“ die These auf, dass Leverkusen zu den hässlichsten Städten der Welt gehört. Das stimmt nicht, findet die Redaktion des „Leverkusener Anzeiger“. Ihre Lokalreporterinnen und Lokalreporter stellen deshalb Plätze in Leverkusen, Leichlingen und Burscheid vor, auf denen sie sich gerne aufhalten. (nip)