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Psychologe sagt ausLeverkusener droht vor dem Mordprozess mit Suizid und Geiselnahme

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Der Angeklagte im Opladener Mordprozess mit seinem Verteidiger Robert Stach

Vor einem Monat hat im Kölner Landgericht die Aufarbeitung des Mordes in einer Opladener Wohnung begonnen. Der angeklagte Leverkusener wird von Robert Stach vertreten.

Die Beziehungen zu Frauen waren immer problematisch. Die grausame Tötung in Opladen hält ein Psychologe für die Eskalation eines Eifersuchtsstreits.

„Alkohol hat ihn komplett zu einem anderen Menschen gemacht.“ Das sagt ein Freund, der Christos F. (Name geändert) Anfang 2025 für ein halbes Jahr bei sich in Vechta aufgenommen hatte – aus Mitleid. Christos habe regelmäßig Wodka getrunken und viel gekifft.

Das ist auch das Problem, das hinter dem Mord in Opladen steht. Am 21. November vorigen Jahres hat der heute 34 Jahre alte Mann seine Freundin auf brutalste Art und Weise getötet und das sechs Tage lang nicht realisiert. Als er schließlich im Park an der Himmelsleiter festgenommen wurde, war er den ganzen Tag durch die Kälte geirrt. Und seine Angaben waren „wirr“, berichtet eine Polizistin, die bei seiner Festnahme dabei war. Zum Beispiel: Ob man einen Menschen, der länger als 24 Stunden tot sei, wiederbeleben könne.

Stalking in Vechta

Am Montag beginnt die 5. Große Strafkammer am Kölner Landgericht damit, die jüngere Geschichte im Leben des Mannes aufzuarbeiten, der immer wieder mit der Polizei zu tun hatte. Zum Beispiel seinen Aufenthalt in Vechta: Dorthin war Christos F. wegen eines Mädchens gekommen, hauste zunächst in einem Kiosk. Über Snapchat habe er sie kennengelernt, erinnert sich der Freund, der ihm Arbeit im elterlichen Betrieb gegeben hatte. Zunächst sei die Freundin für ein paar Tage nach Opladen zu Christos gekommen, dann zurück in ihre Heimatstadt Vechta.

Dort wollte er sie unbedingt wiedersehen – das Bedürfnis wurde von der jungen Frau aber nicht erwidert. „Sie fühlte sich gestalkt“, sagt der Freund. Wohl aus gutem Grund: Wenn Christos F. wieder mal eine Flasche Wodka getrunken und dazu Cannabis geraucht hatte, machte er sich auf den Weg zur Freundin, bezog vor ihrem Haus Stellung. Tatsächliche Kontakte habe es wohl kaum gegeben, heißt es. Es war offenkundig eine der üblichen problematischen Beziehungen von Christos F.

Zu viel Alkohol und Cannabis

Dass der Mann ein echtes Alkoholproblem hat und auch der Cannabiskonsum zu hoch war, bestätigt Joel Nauheim. Der Leitende Psychologe in der Forensischen Klinik in Bedburg-Hau hatte den Angeklagten bis zum Beginn des Prozesses in seiner Obhut. Er habe zunächst ein Medikament gegen seine Depression bekommen, das habe er im März kontrolliert und folgenlos abgesetzt. Der Psychologe neigt zu der Ansicht, dass der Mord geschehen ist, weil „ein Eifersuchtsstreit eskaliert ist“. Für Christos F. sei der Verlust der Beziehung schlimmer als der Verlust seiner Freundin.

Einen Umgang mit dem Schwurgerichtsprozess vor der 5. Großen Strafkammer hatte Christos F. zunächst nicht gefunden: Tags zuvor habe er in der Forensischen Klinik einen Selbstmord und eine Geiselnahme angekündigt. „Wir haben die entsprechenden Vorkehrungen getroffen“, sagt Psychologe Nauheim am Montag. Tatsächlich zeigte Christos F. am 19. Juni eine Mischung aus Panik und Wut. Inzwischen wirkt er gelassener. Aber zu seiner schrecklichen Tat sagt er immer noch nichts.