Im Prozess um die furchtbare Tat in Opladen wird unter anderem das Video gezeigt, das der Angeklagte von seiner schwer verletzten Freundin gemacht hat.
LandgerichtMordbilder aus Leverkusen – zu grausam zum Ansehen

Seit dem 19. Juni wird das grausame Ereignis vom vorigen November in Opladen aufgearbeitet. Ein 34-Jähriger muss sich vor der 5. Großen Strafkammer am Kölner Landgericht verantworten.
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Am Donnerstag muss im Opladener Mordprozess eine Zeitlang die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden. Zu verstörend sind die Fotos, die von der Toten gemacht wurden. Vor allem aber geht es um das Video, das Christos F. (Name geändert) von seiner Freundin gemacht hat. Da saß sie mit schweren Kopfverletzungen, blutüberströmt in der Duschtasse der Wohnung unweit der Wupper.
Als sich am Mittag die Türen des Saals 210 im Kölner Landgericht wieder öffnen, wirken alle Prozessbeteiligten bedrückt und mitgenommen. Schwester und Bruder des Opfers sind da schon gegangen. Das alles noch einmal zu sehen, war besonders für sie kaum erträglich. Auch der Angeklagte macht wieder den verschlossenen Eindruck, den er zwischendurch im Prozess gegen ihn abgelegt hatte.
Und kaum weniger schrecklich ist die Vorstellung, dass zwischen der Tat und dem Auffinden der Leiche sechs Tage lagen: Erst am 27. November 2025 öffneten Polizisten gewaltsam die Wohnungstür. Zuvor hatte der Bruder des Angeklagten die Polizei informiert: Er musste davon ausgehen, dass Christos F. seine Freundin getötet hatte. Das ging irgendwie aus einem wirren Anruf des Angeklagten hervor: „Du musst mir helfen. Es geht um Leben und Tod“, habe Christos unter anderem gesagt.
Die Frau war schon seit Tagen tot
Als die Polizisten der Wiesdorfer Wache die Wohnung betraten, erblickten sie sofort die Leiche der Frau. Sie lag auf einer Matratze, eine schwere Kopfverletzung war zu sehen. Außerdem hatte die Tote ein Feuerzeug im Mund. Man habe auch riechen können, dass jede Hilfe zu spät kam: „Mir war sofort klar, dass die Person, die da lag, schon mehrere Tage tot ist“, sagt die Dienstgruppenleiterin vor der 5. Großen Strafkammer. Die hinzugezogene Ärztin habe das bestätigt. Daraufhin hätten die Wiesdorfer Kräfte die Kollegen von der Mordkommission gerufen.
Unterdessen ließ sich Christos F. widerstandslos festnehmen. „Er kam uns im Park entgegen, hatte einen Hund im Arm“, berichtet ein Polizist. Der verstört und verängstigt wirkende Mann habe Redebedarf gehabt, von Depressionen gesprochen: Er wolle nicht ins Gefängnis, sondern in eine Klinik. Und immer wieder seine Frage: „Ist sie wirklich tot?“
Ich habe sie geliebt.
Ein weiterer Polizist hatte Christos F. kurz vor der Festnahme von der Leitstelle des Polizeipräsidiums aus angerufen. Er hatte den selben Eindruck: Der Mann „hatte Angst vor uns“ und schrieb auf: „Es tut mir leid, ich wollte das nicht. Ich habe sie geliebt.“ Auch war die Rede davon, dass die Frau schwanger von Christos F. Sei. War sie nicht – auch das stellte sich bei der Obduktion der Leiche heraus.
Rechtsmedizinerin Sabrina Ahrens hatte aber nicht nur das Opfer untersucht, sondern auch den Täter. Christos F. wurde am Abend des 27. November eine Blutprobe entnommen. Da hatte er noch ein bisschen Alkohol im Blut. Außerdem konnten Spuren des Potenzmittels Sildenafil und von Cannabis festgestellt werden. Um mehr über den Substanzkonsum des Angeklagten zu erfahren, wurde vor Kurzem auch noch eine Haarprobe genommen. Danach ist klar, dass Christos F. auch gelegentlich Kokain genommen hat, auch Ecstasy und weitere Drogen. Mindestens sein Cannabis-Konsum muss regelmäßig gewesen sein. Das deckt sich mit seiner Aussage am zweiten Tag des Mordprozesses.
Peter Koerfer, der Vorsitzende Richter der 5. Großen Strafkammer, vermisst allerdings immer noch irgendwelche Aussagen des Angeklagten zur eigentlichen Tat. „Sie sollten da noch einmal in sich gehen“, gibt er Christos F. mit in die Vorführzelle des Landgerichts. Von dort wurde er am Nachmittag wieder in die Forensische Klinik nach Bedburg-Hau gefahren.
