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Bluttat in OpladenLeverkusener Mordopfer war „ein bisschen gutgläubig“

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Der Angeklagte im Opladener Mordprozess im Landgericht neben seinem Verteidiger Robert Stach

Seit vier Wochen verhandelt die 5. Große Strafkammer gegen einen 34-jährigen Mann. Der Vorwurf: Mord

Am dritten Tag des Prozesses sprechen die Geschwister der türkischen Frau, die Ende November in Opladen erschlagen wurde.  

Der zweite Prozesstag gehörte dem Angeklagten, der dritte den Angehörigen des Opfers. Im Mordprozess gegen Christos F. (Name geändert) bat Richter Peter Koerfers am Montag die Geschwister der Frau, die Ende November in einer Opladener Wohnung nahe der Wupper erschlagen worden war, in den Zeugenstand. Der Bruder beschrieb seine 17 Jahre jüngere Schwester als „ein bisschen gutgläubig“. Und offenbar sehr kontaktfreudig: Sie hätte viele und immer neue Freundinnen gehabt. Das Nesthäkchen der Familie sei auch anders gewesen als die viel älteren Geschwister, ergänzte der Bruder seine Schilderung. Sie habe sich von anderen „nichts sagen lassen. Das ist nicht so üblich bei türkischen Frauen.“

Über die Beziehung zu dem Mann, der später für ihren Tod verantwortlich war, konnte der Bruder nicht sehr viel sagen. Der Kontakt war auch wegen der räumlichen Distanz nicht sehr eng. Auffällig sei allerdings gewesen, dass sie sich kurz vor der Tat das Handgelenk gebrochen hatte. Ihrer Erklärung dafür habe niemand in der Familie Glauben geschenkt: Angeblich hätte ihr Hund sie gezogen und sie sei gestürzt. „Dabei hatte sie nur so einen kleinen Hund“, der niemals so viel Kraft hätte aufbringen können.

Hand gebrochen und ein blaues Auge

Auch ein blaues Auge fiel den Geschwistern auf. Dafür gab es ebenfalls keine nachvollziehbare Erklärung. Tatsächlich war auch hier Christos F. der Verursacher der Verletzung.

Zum Lebenswandel des heute 34 Jahre alten Mannes mit griechischen Wurzeln konnte eine Mitarbeiterin des Sozialdienstes katholischer Männer am Montag einiges beitragen. Sie hatte Christos F. seit Herbst 2016 betreut. Zwischendurch sei es schwierig gewesen, Kontakt zu halten, „weil er Probleme hatte, Termine einzuhalten“. Beruflich habe er nur zwischendurch ein Bein auf die Erde bekommen. Auch deshalb drückten den Mann, der bis zu seinem 16. Lebensjahr im Kinderheim gelebt hatte, recht hohe Schulden.

Rund 25.000 Euro waren nach Angaben der Betreuerin aus Mietschulden, Außenständen bei Stromlieferanten und Handyverträgen aufgelaufen. An eine Privatinsolvenz habe er sich aber nicht herangetraut – wohl auch wegen des damit verbundenen Ansehensverlustes. Denn einen Traum habe Christos F. nicht aus den Augen verloren: „Er wollte arbeiten und eine Familie haben.“ Stattdessen tötete er im Rausch seine Freundin, offenbar aus Eifersucht.