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LVR-Freilichtmuseum in LindlarLaufsteg in der Zehntscheune

Das LVR-Freilichtmuseum lud zur Kleidertauschbörse und in die Upcycling-Werkstatt; nächste Woche folgt der Martinszug im Museum.

Aus Joghurtflaschen machen Christine Wannek und Emily Prinzessinnen.

Von Hosen, über Shirts, Pullover, Blusen und Kleider bis hin zu Schuhen, Taschen und anderen Accessoires: Viele Menschen aus der Region hatten ihre Kleiderschränke ausgemistet, als das LVR-Freilichtmuseum in Lindlar im Rahmen des Herbstferienprogrammes, das in diesem Jahr unter dem Thema „Wunderbar verwertbar“ steht, jetzt zur großen Kleidertauschbörse auf das Museumsgelände eingeladen hatte. Unter dem Motto „Tauschen statt neu kaufen“ waren Männer, Frauen und Kinder aufgerufen, sich ihrer alten aber gut erhaltenen und sauberen Kleidungsstücke zu entledigen, um sich nach einem neuen Lieblingsstück für die Herbst- und Wintersaison umzusehen.

Rund 100 Besucher in den ersten zwei Stunden

Innerhalb der ersten zwei Stunden waren rund 100 Besucher zur Zehntscheune gekommen, wie die Wissenschaftliche Mitarbeiterin des LVR, Marie Kramm, berichtete. „Unser Ziel ist es, die Menschen anzuregen, ihr eigenes Konsumverhalten zu reflektieren und mit der Ressource Textilien bewusster umzugehen. Vieles von dem, was bei uns in den Kleiderschränken hängt, wird nicht mehr getragen oder wurde sogar noch nie getragen. Solche Sachen sind zu schön für die Tonne und auch zu schade, im Schrank zu versauern. Durch die Kleidertauschbörse kann der Kleidung und anderen Accessoires ein weiteres Leben geschenkt werden und dem Nachhaltigkeitsgedanken wird Rechnung gezollt“, so Kramm.

Viel zu entdecken im Museum

Aber nicht nur die Kleidertauschbörse war ein Highlight. Auf dem Museumsgelände gab es noch so viel mehr zu entdecken.

So zeigte die Museumshandwerkerin Christine Scherer auf dem Hof zum Eigen wie früher aus Flachs Leinen hergestellt wurden und das in derart mühevoller Handarbeit, dass die Besucher aus dem Staunen nicht heraus kamen. Aber auch Seiler, Bäcker und die Hauswirtschafterin entführten Groß und Klein in ihre historische Arbeitswelt und luden ein, Werkstätten und Wohnhäuser zu besuchen, die das Leben von vor hundert Jahren darstellen.

Upcycling-Werkstatt für kleine Besucher

Vieles war zu schön für die Tonne.

Und auch die kleinen Museumsbesucher kamen nicht zu kurz. Für sie gab es neben Märchenlesungen in der gemütlichen Stube des Hauses Hoppengarten eine offene Upcycling-Werkstatt, wo sie im wahrsten Sinne des Wortes aus Müll Neues schufen.

Bei dem Mitmach- und Kreativangebot für Kinder ab sechs Jahren galt es unter anderem, aus alten Materialien wie Stoff- oder Lederresten sowie Verpackungsmaterial kreative Dinge zu basteln. Da war der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Dafür hatte Leiterin Christine Wannek unter anderem kleine Plastikfläschchen mitgebracht, die sie im Laufe der Zeit gesammelt hatte. „Irgendwann kommt einem dann die zündende Idee, was man damit anstellen könnte“, lachte sie und zeigte, wie sich kleine Prinzessinnen basteln lassen.

Prinzessinnen aus Plastikfläschchen

Hier hatten die Kinder die Aufgabe, die Fläschchen kunstvoll zu verzieren. So wie die zehnjährige Emily, die mit ihrer Familie aus Siegburg ins LVR-Freilichtmuseum gekommen war. Sie hat aus den Fläschchen Prinzessinnen gebastelt – inklusive rosa Kleid und goldener Krone auf dem Kopf. Vater Eugen Kowal erzählte, dass er und seine Familie regelmäßig das Museum besuchen würden. „Die Moderne bekommen die Kinder von ganz alleine mit, aber ihnen die Vergangenheit zu zeigen, wie es früher war, wie die Menschen gelebt und gearbeitet haben, dafür ist das Museum einfach genau der richtige Anlaufpunkt, weil es für die Kinder immer tolle Aktionen gibt“, verriet der 43-Jährige.

Nächster Termin: Martinsumzug am 13. November

Als nächstes steht am Freitag, 13. November, der Martinsumzug im Freilichtmuseum an. Gegen 16.30 Uhr startet St. Martin am Nordtor des Museums. Begleitet vom Musikverein Lindlar folgen ihm Kinder und Erwachsene mit ihren Laternen durch das Museumsgelände. Eine telefonische Anmeldung im Museumsladen ist erforderlich (02266) 471920