Im Fachausschuss ging es hoch her, als die Sprache auf die im Asbachtal geplanten Photovoltaik-Anlagen kam. Der Rat entscheidet am 24. März.
SolarparkIn Sachen Sonnenenergie herrscht in Morsbach alles andere als eitel Sonnenschein

Blick von der Ortschaft Niederasbach in der Gemeinde Morsbach aus in Richtung Lichtenberg und auf eine der Wiesen, die der geplante Solarpark Asbachtal III abdecken soll.
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Hoch her ging es am vergangenen Montagabend (9. März 2026) bei der Sitzung des Bauausschusses im Morsbacher Rathaus. Auf der Tagesordnung standen die Änderungen von Flächennutzungsplänen im Asbachtal: Diese sehen die Umwandlung von landwirtschaftlichen Flächen in solche vor, die mit erneuerbaren Energien überlagert werden können. Zudem ging es um die Aufstellung der Bebauungspläne für den geplanten Solarpark. Knapp 50 Morsbacherinnen und Morsbacher hatten sich deswegen im Ratssaal eingefunden.
Zunächst gab Clara Ukat, Projektentwicklerin beim Kölner Unternehmen Rhein-Energie, einen Überblick über die inzwischen angepasste Planung, bei der die ursprüngliche Fläche des Solarparks von knapp 20 nun auf etwa 17 Hektar reduziert worden ist. Zwar werde die zuvor angedachte Gesamtleistung der drei Teilflächen von 17 Megawatt Peak nicht mehr erreicht, doch ermögliche die Beschränkung auf 14 Megawatt Peak die Vergrößerung des Abstands zur Wohnbebauung auf 150 Meter sowie den Erhalt von Hecken, einer Magerwiese mit hohem Artenreichtum und Solitärbäumen auf der Fläche: „Die Förderung der Biodiversität ist uns sehr wichtig.“ Ukat betonte, dass es eine Abstimmung mit dem Nabu und der Biologischen Station Oberberg gegeben habe.
Auf dem Gelände des geplanten Solarparks in Morsbach sollen auch Tiere grasen können
Eingefasst würden die Areale durch Krautsäume und Hecken, die auch den dahinterliegenden Zaun verdecken. Insgesamt seien die Modultische nicht höher als vier Meter, die Unterkante liege bei etwa 80 Zentimetern, um eine Beweidung zu ermöglichen. Die Module seien vorrangig nach Süden ausgerichtet, teilweise würden sie aber etwas gedreht, um eine Blendwirkung zu vermeiden. Die Projektentwicklerin schilderte, dass eine Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geben könne, da es sich um ein landwirtschaftlich benachteiligtes Gebiet handele. Auch sein es ein Vorteil, dass man die Aggerenergie als lokalen Partner habe.
Für Diskussionen sorgten jedoch ihre Angaben zur finanziellen Beteiligung der Gemeinde. Ukat führte aus, dass die Bundesregierung den gesetzlichen Rahmen geschaffen habe, Gemeinden an den Einnahmen aus dem Stromverkauf von Freiflächenanlagen mit bis zu 0,2 Cent pro Kilowattstunde zu beteiligen. Auf Nachfrage von Heiko Förtsch (FDP) unterstrich sie jedoch ausdrücklich, dass diese Zahlungen freiwillig seien und sie erst nach dem Satzungsbeschluss etwas Konkretes dazu sagen werde.
Fraktion BFM-UBV weist auf den Handlungsleitfaden hin, den der Morsbacher Gemeinderat verabschiedet hat
Als vorteilhaft bezeichnete Ukat den zwischenzeitlich von Westnetz spezifizierten Einspeisepunkt bei Erdingen in Richtung Wendershagen: Dieser sei lediglich rund 500 Meter von der Anlage entfernt, dadurch werde diese wirtschaftlich. Hinsichtlich der Installation eines Energiespeichers bekannte sie, dass es dazu „ein gutes Signal“ von Westnetz gebe, dieser Punkt jedoch noch nicht abschließend geklärt sei.
„Dieser Solarpark darf und kann nicht gegen Willen der Bevölkerung gebaut werden“, sagte Kevin Wirth von der BFM-UBV. In dem im September 2024 vom Rat beschlossenen Handlungsleitfaden sei eine Maximalgröße von etwa sechs bis zehn Hektar festgelegt worden. „Wir sehen die drei benachbarten Teilflächen als eine Anlage – und dann ist das ganz klar eine Überschreitung.“ Bei sinkenden Preisen werde vermehrt Dach-Photovoltaik installiert und daher sei auch eine solche Energieautarkie für die Gemeinde Morsbach erreichbar. Daher akzeptiere seine Fraktion den Solarpark Asbachtal I (2,8 Hektar), nicht jedoch die beiden anderen.
Morsbachs Grüne und auch die CDU sprechen sich für den Solarpark aus
„Diese Argumentation ist absolut nicht nachvollziehbar“, widersprach die Grünen-Politikerin Bernadette Reinery-Hausmann und erklärte: „Wir können die Energiewende nur stemmen, wenn wir alle mitarbeiten.“ Zudem steige der Energiehunger stetig: „Wir müssen für unsere Kinder und unsere Zukunft entscheiden.“ Auch dürfe die zu erwartende Gemeindebeteiligung von fast 30.000 Euro nicht vernachlässigt werden, da diese Summe nicht aus Steuerzahlungen stamme. Cornelius Boddenberg (CDU) erinnerte daran, dass das Energiekonzept 2024 einstimmig beschlossen wurde: „Es sieht so aus, als ob die BFM ihre Schuhe verkehrtherum anzieht, damit keiner merkt, dass sie rückwärts läuft.“
Dominic Schneider (SPD) urteilte derweil: „Durch die Reduzierung wurde jetzt eine Lösung gefunden, mit der man leben kann – wenn wir etwas tun wollen, muss man kompromissbereit sein.“ Und Marco Holschbach (AfD) ließ wissen, dass das Thema fraktionsintern besprochen worden sei: „Wir folgen den Argumenten der BFM, die Anlagen sind nicht zustimmungsfähig.“
Ohne die Stimmen von BFM und AfD wurden die Änderungen der Flächennutzungspläne letztlich mehrheitlich befürwortet, die endgültige Entscheidung trifft der Rat am Dienstag, 24. März 2026, 18 Uhr (Sitzungssaal im Rathaus, Bahnhofstraße 2).

