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Ermittlungen beendetKölner Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Pfarrer aus Oberberg

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Vor dem Schöffengericht am Amtsgericht in Waldbröl könnte es bald zum Prozess gegen einen Pfarrer aus dem Südbezirk des Oberbergischen Kreises kommen.

Vor dem Schöffengericht am Amtsgericht in Waldbröl könnte es bald zum Prozess gegen einen Pfarrer aus dem Südbezirk des Oberbergischen Kreises kommen.

Zurzeit prüft das Amtsgericht in Waldbröl, ob es zum Prozess kommt gegen den Geistlichen. Dieser hatte das Kölner Erzbistum um Entpflichtung gebeten.

Die Kölner Generalstaatsanwaltschaft hat Anklage erhoben gegen einen Geistlichen aus dem Süden Oberbergs, das haben auf Anfrage dieser Zeitung sowohl die Staatsanwaltschaft als auch Andreas Dubberke, Direktor und Sprecher des Amtsgerichts in Waldbröl, bestätigt. In Waldbröl soll der Prozess dann vor dem Schöffengericht geführt werden, sofern das Gericht die Anklage aus Köln für zulässig erklärt.

„Zurzeit befinden wir uns im Zwischenverfahren, in dem die Anklage darauf geprüft wird, ob der Verdacht sozusagen groß genug ist für ein Hauptverfahren“, schildert Dubberke. Zu der Art der Vorwürfe, die dem Seelsorger gemacht werden, macht er indes ebenso keine Angaben wie die Staatsanwaltschaft. Erst mit dem Beginn des möglichen Hauptverfahrens in der Marktstadt sollen diese dann öffentlich gemacht werden. Ob es zu einem Prozess kommt, so der Gerichtsdirektor, entscheide sich in den nächsten Wochen.

Oberbergischer Geistlicher trat auch von seinen Leitungsaufgaben zurück

Bis Mitte des vergangenen Jahres hatte der heute Beschuldigte als Leitender Seelsorger des Sendungsraums Oberberg-Süd sowie als Leitender Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Morsbach – Friesenhagen – Wildbergerhütte in der Verantwortung gestanden. Zuvor hatte er jedoch bereits das Erzbistum Köln um seine Entbindung von allen seelsorgerischen Aufgaben gebeten.

Später gab er dann auch die Leitung des Sendungsraums ab, mit dessen Auflösung er beauftragt war: Zum 1. Januar dieses Jahres hat die Großpfarrei St. Michael und St. Gertrud Oberberg-Süd diesen abgelöst und nun zuvor eigengeständige Pfarrgemeinden in Waldbröl, Morsbach, Reichshof, Wiehl, Nümbrecht und Friesenhagen unter ihrem Dach vereint.

Kölner Erzbistum ließ in den Kirchen im Süden Oberbergs ein Proklamandum verlesen

Am Palmsonntag, 13. April 2025, wurde in den Gottesdiensten der betroffenen Gemeinden im Kreissüden und in der Nachbarkommune Friesenhagen ein Proklamandum des Erzbistums verlesen, in dem Markus Wasserfuhr als Leiter des Bereichs Pastorale Dienste mitteilte, dass das Erzbistum dem Wunsch auf Entpflichtung des Pfarrers nachgekommen sei.

Zudem wurde mit der Verlesung der Morsbacher Kaplan Markus Brandt zum 1. Juli 2025 als Pfarrverwalter berufen. Brandt war dann auch mit der Gründung der Großpfarrei beauftragt. Dieses Amt übt der 50-Jährige noch bis Ende August aus.

Nach Informationen dieser Zeitung hatte die oberbergische Polizei Ende November die Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft in Köln abgegeben. Dort wurden diese dann von der für ganz Nordrhein-Westfalen zuständigen Zentralstelle für Cyber-Kriminalität weitergeführt und jüngst für beendet erklärt.

Auf Anfrage dieser Zeitung wollten sich weder der Geistliche noch die für seine Verteidigung zuständige Anwaltskanzlei in Köln zur Anklage äußern.