Mit der Entscheidung reagiert die Gemeinde auf die hohen Anmeldezahlen, spricht aber von einer Ausnahmeregelung.
Einmalige AusnahmeGemeinde Odenthal beschließt eine dritte Klasse für die Realschule

76 Kinder würden gerne an der Realschule Odenthal, die 2023 ihren zehnten Geburtstag feierte, starten.
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Im Schuljahr 2026/27 wird es in der Ganztagsrealschule Odenthal eine dritte Eingangsklasse geben. Dafür hat der Gemeinderat am Dienstagabend den Weg freigemacht. Damit reagiert die Gemeinde als Schulträger auf die hohen Anmeldezahlen. 76 Kinder würden gerne im Sommer an der Realschule Odenthal starten. Bei 63 Kindern sei die Gemeinde ohnehin zur Aufnahme verpflichtet, hatte die Verwaltung in ihren Ausführungen erläutert, da sie entweder aus Odenthal stammen, der Heimatort keine eigene Realschule anbietet oder ein Förderschwerpunkt vorhanden sei.
Da im nächsten Schuljahr im 7. Jahrgang keine zusätzliche Klasse vorgesehen ist, die normalerweise für Kinder gebildet wird, die erst nach der gymnasialen Erprobungsstufe auf die Realschule wechseln, verfüge man auch über den benötigten Klassenraum für die zusätzliche Eingangsklasse, hatte die Realschule erklärt.
Die Sorge vor einem kostspieligen Schulanbau ist groß
Die Abstimmung im Gemeinderat fiel einstimmig aus: 76 Kinder und ihre Eltern müssen nun nicht mehr um einen Platz zittern. Quer durch die Fraktionen war man sich jedoch einig, dass Odenthal als Schulträger die dritte Klasse nur als einmalige Ausnahme sieht. Zu groß ist die Sorge, dass andernfalls ein kostspieliger Schulanbau nötig werden könnte. „Der Schwerpunkt liegt auf einmalig“, sagte dann auch Grünen-Chef Norbert Dörper. „Odenthal muss sich finanziell nach allen Seiten strecken und wir werden uns keinen Anbau leisten können“, betonte er.
„Dennoch haben wir die Not gesehen“, meinte Dörper mit Blick auf Eltern und Schüler. Grundsätzlich, so bestätigte auch CDU-Fraktionschefin Nicola Ciliax-Kindling, solle die Realschule „zweizügig bleiben“.
Die dritte Klasse soll zu geringeren Klassengrößen führen
Die Diskussion um eine dritte Klasse wird bei der Realschule immer wieder akut. Zweizügig angelegt, sind die Anmeldezahlen in regelmäßigen Abständen so hoch, dass sich die Frage nach einer weiteren Klasse stellt. „Wir bewegen uns da immer etwas auf der Kippe zwischen zwei und drei Klassen“, so Andreas Halfmann von der Verwaltung.
Mit der Entscheidung stelle die Gemeinde sicher, „dass allen angemeldeten Schülerinnen und Schülern ein Schulplatz angeboten werden kann“, erklärte die Verwaltung nach der Abstimmung. Gleichzeitig führe die zusätzliche Eingangsklasse zu geringeren Klassengrößen. Dies verbessere die Förder- und Lernbedingungen für alle Schülerinnen und Schüler. Nicht zuletzt schaffe „die Ausweitung der Zügigkeit verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit für Familien“, so die Verwaltung. Die hohe Nachfrage zeige das große Vertrauen in die Ganztagsrealschule Odenthal.

