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UmbauarbeitenSorge um die Laubengänge am Bedburger Schlossparkplatz

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Ein Radlader und ein kleiner Bagger stehen nah an Bäumen.

Ein Radlader und ein kleiner Bagger stehen nah an den Sommerlinden, die einen der geschützten Laubengänge bilden. Umweltschützer Rolf Thiemann ist in Sorge, dass die Bäume irreparablen Schaden genommen haben.

Schwere Fahrzeuge an den streng geschützten Sommerlinden rufen Umweltschützer auf den Plan.

Beim Umbau des Schlossparks in Bedburg kommt auch schweres Gerät zum Einsatz. Doch das Sprichwort „Wo gehobelt wird, da fallen Späne“ soll bei den Arbeiten nicht zur Anwendung kommen – so jedenfalls der Plan der Verantwortlichen im Rathaus. Umso größer war die Sorge bei einigen Zaungästen und bei Naturschutzberater Rolf Thiemann, als ausgerechnet an den historischen Laubengängen rechts und links des Schlossparkplatzes ein Radlader und ein kleiner Bagger verdächtig nah an den gestutzten Sommerlinden rangierten.

Für Thiemann sind solch schwere Fahrzeuge an den Bäumen ein Unding. „An den Linden waren keine Anfahrschutze angebracht, ein Bagger stand direkt am Stamm auf den Wurzeln“, berichtet Thiemann. „Die Buchen im hinteren Bereich hingegen waren durch Bretter am Stamm gegen Anfahren geschützt.“ Warum ausgerechnet die besonders geschützten Linden ohne einen solchen Schutz den Arbeiten ausgesetzt waren, sei ihm ein Rätsel.

Bedburg: Einst gab es hier einen Irrgarten und Wasserbecken

Die Laubengänge aus den zu Bögen geformten Linden sind die letzten Überbleibsel der Schlossparkumgestaltung in den 1920er-Jahren. Damals erneuerte der Landschaftsarchitekt Heinrich Friedrich Wiepking Jürgensmann (1891 bis 1973) die Anlage. Die Laubengänge umrahmten einen Park mit Irrgarten, Staudengarten, Spielwiesen und Wasserbecken, allerdings mussten sie in der Nachkriegszeit dem großen Parkplatz weichen. Die Laubengänge sind inzwischen als Naturdenkmal eingetragen.

Thiemann fürchtet nun, dass die empfindlichen Wurzeln der Sommerlinden Schaden genommen haben. „Durch das Gewicht der Fahrzeuge können die Wurzeln so stark zerdrückt werden, dass sie kaputt gehen“, sagt Thiemann. Die Beschädigungen könnten irreparabel sein.

Die Beschwerden seien auch bei im Rathaus eingegangen, bestätigt Nico Schmitz von der Pressestelle. „Der Mangel wurde dem Bauunternehmen, der Bauüberwachung und der ökologischen Baubegleitung mitgeteilt und es wurde eindringlich auf die Vorschriften und die besondere Schutzwürdigkeit hingewiesen“, sagt Schmitz. Zudem würden nun noch „ortsfeste Bauzäune“ eingerichtet. „Das Bauunternehmen bestätigt uns eine besondere Vorsicht insbesondere im Wurzelbereich der Lindenlaubengänge. Hier arbeitet der Vorarbeiter ausschließlich mit Hacke und Spaten, um Beschädigungen zu vermeiden.“

Die Arbeiten sind Teil des großen Schlossparkumbaus. Die Wege und Grünstreifen neben dem Parkplatz werden erneuert, neue Beete mit Sitzmauern versehen und der „Erftbalkon“ errichtet. „Die denkmalgeschützten Lindenlaubengänge genießen bei der Umsetzung der Baumaßnahme besondere Aufmerksamkeit“, sagt Schmitz. In der Nähe von Stamm und Wurzeln werde bewusst in Handarbeit vorgegangen, „um größtmögliche Schonung zu gewährleisten – auch dies ist verbindlich geregelt und allen Beteiligten vor Ort bekannt“. Darüber hinaus habe das Bauunternehmen vorgeschlagen, „vom ursprünglichen Plan abzuweichen und die Wegeführung innerhalb der Lindenlaubengänge von 1,60 Metern um 40 Zentimeter zu verschmälern, damit die Wurzeln besser geschützt werden können.“

Nicht auszuschließen, dass die zum Teil lückenhaften Laubengänge wieder ein wenig aufgefüllt werden. „Mit dem Denkmalschutz des LVR stehen wir als Stadtverwaltung im engen Austausch“, sagt Schmitz. „Wir planen eine gemeinsame Begehung, bei der besprochen wird, ob das Denkmal ergänzt werden kann oder sogar muss.“