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KirchensanierungBis Weihnachten schweigen die Glocken von St. Remigius in Bergheim

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Zu sehen ist die St.-Remigius-Kirche in Bergheim und davor ein Gerüst.

Das Mauerwerk der St.-Remigius-Kirche im Bergheimerdorf wird in den kommenden drei bis vier Jahren saniert. 

Bei der rund 850 Jahre alten Kirche in Bergheim werden Mauerwerk und Dachanschlüsse saniert.

Im vergangenen Jahr konnte die markante St.-Remigius-Kirche im Bergheimerdorf ihr 850-jähriges Bestehen feiern. Jetzt muss sie sich einer Frischzellenkur unterziehen. In den nächsten drei bis vier Jahren werden das Mauerwerk und die Wasserläufe an den Traufen erneuert und schadhafte Stellen im Dach ausgebessert.

Beginnen werden die Arbeiten an der am stärksten betroffenen Wetterseite am Hauptturm an der Westseite. Zuvor mussten aber noch einige Turmfalken mit neuen Gittern über den Schalllöchern der Glockenstube daran gehindert werden, im Turm zu nisten. Sonst hätten die Arbeiten bis zum Schlüpfen der Falken aufgeschoben werden müssen. Seit dieser Woche sind Gerüstbauer damit beschäftigt, den Turm bis zur Traufe einzurüsten. In etwa drei Wochen soll das Gerüst samt Materialaufzug stehen.

Bergheim: Fehler in der Konstruktion und Materialalterung

Danach werden die Fugen wo nötig ausgebessert und die Dachanschlüsse so verbessert, dass falsch ablaufendes Regenwasser nicht mehr zu Moosbefall und Grünbewuchs führen kann. „Da gab es offenbar Fehler in der Konstruktion und natürlich Materialalterung“, sagt Martin Achtelik vom Kirchenvorstand St. Barbara, der Bergheimer Großpfarrei, zu der St. Remigius seit Jahresbeginn gehört.

Auch die Dacheindeckung soll durchgesehen und bei Bedarf erneuert werden. Seit Mittwoch schweigen die Glocken. Auf die Stundenschläge und das zu den Gottesdiensten ladende Geläut müssen die Bergheimer vorerst verzichten. Bis Weihnachten, so hofft Achtelik, könnte der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein und die fünf Glocken wieder läuten.

Doch damit ist das Projekt noch längst nicht abgeschlossen. Es folgen die Backsteinmauern der Seitenschiffe, die in Speckschicht-Bauweise mit Tuffsteinen durchzogen sind, und dann die Tuffsteine des romanischen Querschiffs, Ostchors und der beiden eleganten Flankentürme aus dem 12. Jahrhundert. Auch dort haben sich witterungsbedingte Schäden angesammelt, Tuffstein-Teile sind abgeplatzt und auch hier fließt das Regenwasser vom Dach stellenweise auf Irrwegen.

Geleitet werden die Arbeiten vom auf Denkmalgebäude spezialisierten Architekten Philipp Ernst aus Zülpich. Insgesamt planen Kirchengemeinde und Erzbistum als gemeinsame Kostenträger mit vier bis fünf Millionen Euro an Baukosten, allein für den ersten Bauabschnitt sind 880.000 Euro veranschlagt. „Aber schließlich wollen wir, dass die St.-Remigius-Kirche noch mehrere Jahrhunderte lang die Menschen weiterhin erfreut“, begründet Achtelik die Runderneuerung des betagten Denkmals der Baugeschichte.