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Landgericht23-Jähriger soll in Bergheim Scheiben eingeschlagen und Beamte beleidigt haben

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Das Foto zeigt das Landgericht Köln.

Der 23-Jährige soll nicht schuldfähig sein. Er soll Scheiben mit Pflastersteinen eingeworfen und Beamte beleidigt haben. Zudem habe er womöglich 42 Mal den Notruf binnen zwei Stunden gewählt. (Symbolfoto)

Der Bergheimer soll an einer einer drogeninduzierten psychischen Störung oder paranoiden Schizophrenie leiden und gilt als schuldunfähig.

Sachbeschädigung, versuchte und vollendete Körperverletzung, Bedrohung, Beleidigung und Missbrauch von Notrufen lauten seit Montag die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen einen 23 Jahre alten Bergheimer vor dem Kölner Landgericht.

Weil die Staatsanwaltschaft aber davon ausgeht, dass der 23-Jährige aufgrund einer drogeninduzierten psychischen Störung oder einer paranoiden Schizophrenie handelte und nicht schuldfähig war, strebt die Anklagebehörde die dauerhafte Unterbringung des Mannes in einer Psychiatrie an. Zur Begründung hieß es, dass von dem 23-Jährigen eine erhebliche Gefahr für die Allgemeinheit ausgehe.

Insgesamt 19 Fälle führt die sogenannte Antragsschrift der Staatsanwaltschaft gegen den 23-Jährigen auf, der allein am 1. Mai 2025 binnen Minuten mit Pflastersteinen mehrere Schaufenster von Geschäften — ein Schnellrestaurant, ein Fahrradladen, eine Bäckerei und eine Reinigungsfirma — in Bergheim bewarf, wobei ein nicht unerheblicher Sachschaden von jeweils bis zu 2500 Euro entstanden sein soll, wie die Staatsanwältin sagte.

Bergheim: Angeklagter soll auch ein Taxi mit Steinen beworfen haben

Drei Tage später soll der 23-Jährige dann morgens zunächst die Scheibe einer Fahrradstation am Bergheimer Bahnhof mit Steinen beworfen und beschädigt haben, ehe er auch noch ein Taxi bewarf. „Der Beschuldigte nahm billigend in Kauf, dass sich hinter der dunkel getönten Scheibe eine Person befinden könnte, die er durch den Wurf hätte verletzen können“, hieß es in der Antragsschrift weiter.

Anschließend soll der Mann dann auch noch die gläserne Schiebetür zum Einkaufszentrum Intro mit Pflastersteinen beworfen und beschädigt haben. Als wenig später mehrere Polizeibeamte am Tatort eingetroffen seien, habe der Beschuldigte diese unflätig beleidigt, „um seine Missachtung auszudrücken“. Gegenüber der Besatzung eines herbeigerufenen Rettungswagens soll der Beschuldigte dann Drohungen ausgestoßen haben und unter anderem zu dem Fahrer gesagt haben: „Ich schlitzte Dir die Kehle auf.“

Laut der Antragsschrift war es dann bis zum 22. Mai noch zu diversen weiteren Steinwürfen auf Scheiben von Autos, Schaufenstern und Schlafzimmerfenstern sowie körperlichen Angriffen auf Personen gekommen. Im August 2025 soll der Beschuldigte zudem einen Stein in ein Fenster der Polizeiwache Nord in Bergheim geworfen haben, wobei er die Verletzung von Beamten und Zeugen billigend in Kauf genommen habe, so die Staatsanwältin.

Am 14. August 2025 soll der Mann dann zudem binnen zwei Stunden insgesamt 42 Mal ohne Grund den Notruf gewählt haben. Über Verteidiger Gundo Golla räumte der obdachlose 23-Jährige die Taten ein. Als Begründung gab er an, „wütend gewesen“ zu sein. „Er wollte sich durch die Taten Luft machen“, sagte Golla. Auch bei dem Angriff auf das Taxi sei der Mandant „einfach durchgedreht, wie er gesagt hat“, trug Golla vor. Der Prozess ist mit vier weiteren Verhandlungstagen terminiert.