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Bürgerbegehren gestartetBrühler sollen über Ausbaupläne für das Phantasialand abstimmen

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Das Foto zeigt eine Luftaufnahme des Geländes von einer Drohne.

Das Phantasialand möchte einer Fläche neben dem Parkgelände bebauen.

Das Netzwerk NSG Ententeich will eine Erweiterung des Freizeitparks im Bereich eines Naturschutzgebiets verhindern. So läuft das Verfahren.

In Brühl ist am Montag (28. September) das Bürgerbegehren gegen die Erweiterungspläne des Phantasialands im Bereich des Naturschutzgebiets Ententeich offiziell gestartet. Die Initiatoren vom Netzwerk NSG Ententeich wollen erreichen, dass in einem Bürgerentscheid darüber abgestimmt wird, ob der Ratsbeschluss vom 9. Juli zur Einleitung eines Bauleitverfahrens, das eine Erweiterung des Freizeitparks auf Flächen des Naturschutzgebiets ermöglichen könnte, aufgehoben wird.

Zum Netzwerk NSG Ententeich gehören ein Dutzend Naturschutzorganisationen, Parteien und Initiativen, darunter die Grünen und die Linken, der Nabu, der BUND und das Klimabündnis Brühl. Sie kritisieren die Erweiterungspläne im Bereich des Walds und des Ententeichs. Das 14 Hektar große Naturschutzgebiet sei wichtig für den Schutz von Tier- und Pflanzenarten, außerdem für den Klima- und Hochwasserschutz. Wald- und Feuchtgebiet könnten bei Hitze kühlen und bei Starkregen Wasser speichern.

Brühlerinnen und Brühler sollen über die Erweiterungspläne abstimmen

„Jetzt haben die Menschen in Brühl selbst das Wort“, so Christine Hölzmann vom Netzwerk NSG Ententeich. „Die Zukunft eines wertvollen Naturraums in unserer Stadt sollte nicht allein in politischen Gremien entschieden werden. Arten-, Klima- und Katastrophenschutz gehen uns alle an.“

Bis zum 9. November wollen Ehrenamtliche des Netzwerks an Informationsständen, bei Veranstaltungen und in Einzelgesprächen die erforderlichen mehr als 2500 Unterschriften für das Bürgerbegehren sammeln. Beteiligen können sich wahlberechtigte Brühlerinnen und Brühler ab 16 Jahren. Findet das Bürgerbegehren genügend Unterstützung, muss sich der Stadtrat damit beschäftigen. Folgt der Rat dem Begehren dann nicht, kommt es zum Bürgerentscheid.

Die Initiative 50Tausend Bäume äußert sich indes kritisch über das Bürgerbegehren. Zwar teile man das Ziel, das Naturschutzgebiet im Ville-Wald, das von der Erweiterung betroffen wäre, zu erhalten. Allerdings sei ein Bürgerbegehren dafür nicht der richtige Weg. „Wir sind der Ansicht, dass der Fortbestand eines Naturschutzgebiets nicht nach dem Mehrheitsprinzip eines Bürgerentscheids entschieden werden darf, sondern auf der Basis von wissenschaftlichen Fakten und geltender Gesetzgebung“, heißt es in der Mitteilung.

Kritisch sieht die Initiative das unkalkulierbare Ergebnis und die Konsequenzen eines negativen Ausgangs des Bürgerentscheids. Verwiesen wird außerdem auf den hohen Zeit- und Kostenaufwand. Die Initiative 50Tausend Bäume wurde 2007 vor dem Hintergrund der geplanten Erweiterung des Phantasialands in den Ville-Wald gegründet und setzt sich nach eigenen Angaben für den Erhalt von Flora und Fauna ein. Die Initiative ist nicht Teil des Netzwerks NSG Ententeich.