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Krieg in NahostBrühler Reisebüros berichten von Auswirkungen auf die Tourismusbranche

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Zwei Frauen im Gespräch, eine blättert in einem Reiseprospekt.

Reisebüros im Zeichen des Nahostkonflikts: Sandra Meyer vom Reisebüro Sky Travel Light mit Stammkundin Ramona Kurth.

Wenn es ins Warme gehen soll, empfehlen Reisebüros, auf andere Gebiete wie beispielsweise Ägypten oder die Kanaren auszuweichen.

Es trifft die Reise- und Tourismusbranche hart: Die Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten, der sich seit einigen Tagen durch den Angriff der USA und Israels auf den Iran abermals verstärkt hat, lässt die Telefone in den Reisebüros in Brühl klingeln. Die durch den Krieg zunehmende Unsicherheit von Reisenden steigt.

Es herrscht starke Verunsicherung
Anna Leckebusch, Inhaberin  des Brühler TUI-Reisecenter Werner Springer GmbH

Das merkt auch Inhaberin und Geschäftsführerin des Brühler TUI-Reisecenter Werner Springer GmbH Anna Leckebusch, die die Entwicklungen der letzten Tage, auch berufsbedingt, verfolgt: „Es herrscht starke Verunsicherung. Da wir gerade eine beliebte Reisezeit für den Indischen Ozean und warme Gebiete haben, ist unsere Branche stark betroffen. Dieses Ausmaß hatten wir seit der Coronapandemie nicht mehr.“

Entsprechend steigt auch Leckebuschs Arbeitslast. Neben Stornierungen, Umbuchungen und Beratungen steht die Geschäftsführerin für ihre Kundschaft auch in Form von Kurznachrichtendiensten wie Whatsapp bereit, um im Ernstfall für reibungslose und schnelle Kommunikation zu sorgen. So blicken Urlauber, die die zum Beispiel die beliebte Stadt-Strand-Kombination aus Dubai und den Malediven gebucht haben mit Unsicherheit auf die aktuelle Lage.

Brühl: Höhere Preise

Doch auch Transferflüge nach Neuseeland, Japan oder Australien, die über die großen Drehkreuze Abu Dhabi oder Dubai fliegen, sind stark betroffen – teilweise so sehr, dass der Luftraum gesperrt ist und Urlauber zwangsläufig feststecken. Reisen in betroffene Gebiete werden innerhalb eines bestimmten Zeitraums kostenfrei erstattet und Reisende im Ernstfall nach Deutschland zurückgeholt.

Doch sind die Flugkosten, sofern die Flüge nicht gestrichen sind, durch Aufpreise stark erhöht. Neben den Urlaubern sind auch die Reisebüros selbst betroffen, die durch die erhöhten Preise und den resultierenden Stornierungen keine Provision mehr bekommen. Unsicherheit herrscht auch bei Reisenden, die Urlaube in Ägypten oder Zypern anstreben und die nun nach Spanien oder Italien ausweichen.

Auch andere Reisebüros in Brühl wie SkyLightTravel-Reisebüro, das von Inhaberin Sandra Meyer geführt wird, steht mit den Krisenmanagern und den jeweiligen Reiseveranstaltern in Kontakt und beobachtet die verschärfte Lage der letzten Tage: „Wir können derzeit nur empfehlen, auf andere Gebiete wie beispielsweise Ägypten oder die Kanaren auszuweichen, wenn es wirklich ins Warme gehen soll. Letztlich bewerten wir die aktuelle Lage von Tag zu Tag neu und schauen, wie sich die Situation in Krisenländern täglich entwickelt.“

Von ihrer Kundschaft sei bisher niemand betroffen, der letzte Kunde, der eine „Orientkreuzfahrt“ in Richtung Nahost buchte, reiste im vergangenen Dezember. Die Auswirkungen des Krieges in Nahost auf die Tourismusbranche zeigen sich schon jetzt, aber laut Leckebusch wird sich wohl erst in den kommenden Tagen deutlich, wie viele Umbuchungen oder Stornierungen noch kommen werden.