Abo

Parteitag in HürthAuf diese Kandidaten setzt die CDU Rhein-Erft bei der Landtagswahl 2027

3 min
Zu sehen sind Gregor Golland, Romina Plonsker und Thomas Okos.

Die drei CDU-Kandidaten für die Wahl: Gregor Golland (v.l.), Romina Plonsker und Thomas Okos.

Redner beim Kreisparteitag im Hürther Feierabendhaus betonen den Zusammenhalt innerhalb der Partei.

Die Regie des CDU-Parteitages im Hürther Feierabendhaus hatte offenbar zwei Ziele: Zusammenhalt und Pünktlichkeit. Angesetzt war das Treffen auf sportliche fünf Stunden – fertig war man schon nach drei. Die Kreisvorsitzende Romina Plonsker konnte das Geheimnis lüften: Wenn über die angesetzte Zeit hinaus verhandelt wird, darf man keine Beschlüsse mehr fassen, also schiebt man formal das Ende weit nach hinten.

Der Zusammenhalt wurde von allen Rednern betont und er drückte sich auch in den überzeugenden Ergebnissen für die allesamt vertrauten Bewerber für die Landtagswahlen am 25. April kommenden Jahres aus. Die Abgeordneten Gregor Golland, Romina Plonsker und Thomas Okos gehen erneut ins Rennen. Versammlungsleiter und Landrat Frank Rock packte das Thema in den Slogan „Zusammenhalt schafft Zukunft!“ und rief seiner Partei zu: „Die Union ist dann stark, wenn sie zusammenhält!“.

Bundespolitik wird nicht unisono unterstützt

Was sich eigentlich ganz selbstverständlich anhört, wurde in Gesprächen am Rande des Parteitages durchaus problematisiert. Die schwarz-grüne NRW-Regierung und die schwarz-rote Bundesregierung haben im Einzelnen unterschiedliche Schwerpunktsetzungen: So sieht der NRW-Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann die Pflegereformvorschläge seiner Berliner Parteifreundin Nina Warken in Teilen kritisch.

Gastredner Paul Ziemiak, Generalsekretär der NRW-CDU, leugnete die unterschiedlichen Strömungen in seiner Partei nicht. Er verwies auf den Sozialpolitiker Laumann auf der einen und den NRW-Innenminister Herbert Reul auf der anderen Seite. Dirk Breuer, Hürther Bürgermeister, sieht die Kommunen finanziell mit dem Rücken an der Wand, die von Bund und Land Unterstützung erwarten. Auch hier steht die CDU auf beiden Seiten der Auseinandersetzung.

Die drei Landtagskandidaten der CDU präsentierten sich in kurzen Statements den Parteimitgliedern. Romina Plonsker bewarb sich für den Wahlkreis 5: Pulheim, Bergheim, Elsdorf und Bedburg. Sie betonte, weiter am Gelingen des Strukturwandels im Rheinischen Braunkohlegebiet zu arbeiten und verwies auf die Hyperscaler-Ansiedlung in Bedburg. Bildungsangebote sollen verbessert werden, zum Beispiel durch das Haus der Bildung in Kerpen-Horrem oder das Projekt Campus Rhein-Erft der TH Köln in Erftstadt.

Auch Thomas Okos, Kandidat für Frechen, Hürth und Teile von Kerpen (Wahlkreis 6), sieht die künftige Präsenz von Microsoft im Norden des Rhein-Erft-Kreises als Chance, ebenso wie das KI-Ökosystem in Hürth-Kalscheuren. Als – zugegeben politikfreie – Zusammenarbeit mit Zukunftsperspektive erzählte er vom gemeinsamen Public Viewing mit Paul Ziemiak beim legendären 7:1 im Halbfinale der Fußball-WM 2014 gegen Brasilien.

Hohe Zustimmungswerte, keine Gegenkandidaten

Gregor Golland, einer der dienstältesten Landtagsabgeordneten in NRW, wurde von Frank Rock als Dinosaurier begrüßt. Erftstadt, Brühl und Wesseling sowie die Kerpener Stadtteile Türnich, Balkhausen und Brüggen sind sein Wahlkreis (WK 7). Sein Schwerpunktthema ist die Innere Sicherheit: „Mehr Polizei, klare Kante gegen Kriminalität und Extremismus von rechts und links!“

Romina Plonsker wurde mit 92,17 Prozent der Stimmen gewählt, Thomas Okos erhielt 86,98 Prozent, Gregor Golland 96,47 Prozent. Gegenkandidaten gab es nicht. Auch bei den letzten Tagesordnungspunkten „Anträge“ und „Verschiedenes“ gab es vollkommene Einigkeit: keine Wortmeldungen, keine Anträge. Die Parteitagsregie hatte ihre beiden Ziele erreicht.