Loïc Badé, Malik Tillman und Eliesse Ben Seghir haben Bayers Erwartungen bislang nicht erfüllt. Die kommenden Wochen dürften über ihre Zukunft entscheiden.
Badé, Tillman & Ben SeghirLetzte Chance für die 100-Millionen-Euro-Transfers von Bayer 04

Eliesse Ben Seghir beim Champions-League-Spiel von Leverkusen in Kopenhagen im September 2025.
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Eine Ablöse kauft einen Spieler, keine Leistung oder einen Stammplatz. Diese Unterscheidung ist bei Bayer 04 derzeit rund 100 Millionen Euro wert. So viel investierte der Klub im Sommer 2025 ungefähr in Loïc Badé, Malik Tillman und Eliesse Ben Seghir. Mehr als ein Jahr später ist aus den großen Erwartungen keine verlässliche Leistung geworden.
Die Geduld wird weniger, es braucht Ergebnisse: sieben Pflichtspiele in 22 Tagen, weitere Belastungen im November und Dezember. Was für Stammkräfte ein Kraftakt ist, bietet den anderen eine Gelegenheit. Für die drei teuren Zugänge könnte es die letzte sein, ihre Perspektive vor dem Winter entscheidend zu verbessern. Ansonsten könnte es zu Leihgeschäften oder festen Transfers kommen.
Loïc Badé
Der Franzose hat nur in Ansätzen gezeigt, dass er Bayer helfen kann. 18 Bundesliga-Startelfeinsätze in seiner ersten Saison sprechen nicht für einen Volltreffer auf dem Transfermarkt. Für rund 25 Millionen Euro aus Sevilla geholt, sollte Badé allerdings mehr sein als nur ein Kandidat für die Innenverteidigung.
Beim 2:3 in Elversberg zeigte sich erneut das Problem. Badé war zu passiv, irrte teilweise umher. Facundo Medina ersetzte ihn nach 55 Minuten und hat seither vorgeführt, was Bayer braucht: entschlossene Zweikämpfe, Präsenz und Ruhe am Ball. Neben Kapitän Edmond Tapsoba ist der Argentinier eine hohe Hürde für Badé geworden. Jarell Quansah, derzeit wegen des Ausfalls von Guela Doué rechts gebraucht, bleibt ebenfalls ein Konkurrent im Zentrum.
Badé muss nicht spektakulärer verteidigen, sondern zuverlässiger. Gegner früher aufnehmen, im Strafraum konsequent bleiben, unter Druck sauber eröffnen. Rotation kann ihn in die Mannschaft bringen. Darin halten wird ihn nur Konstanz.
Malik Tillman
Nie hat Leverkusen mehr Geld für einen Spieler ausgegeben. Der 35-Millionen-Euro-Zugang aus Eindhoven hat seine Begabung nicht verloren, in Leverkusen aber zu selten eine Wirkung daraus entwickelt. Unter Kasper Hjulmand fehlten Vertrauen und Verbindung. „Ich bin wohl nicht richtig angekommen“, sagte der US-Nationalspieler im August im Gespräch mit dieser Zeitung. Ohne den Trainerwechsel wäre er nach eigener Einschätzung wohl nicht geblieben.
Carles Martínez hat ihm den Neustart ermöglicht. Die Erklärung für das erste Jahr kann jedoch nicht dauerhaft als Entlastung für das zweite dienen. Beim 4:0 gegen Union zum Beispiel war Tillman mehrfach zu zaghaft und zu langsam in seinen Entscheidungen. Während Ibrahim Maza das Spiel prägte, blieb er ein Nebendarsteller.
Gefordert ist keine Verwandlung seiner gelassenen Körpersprache. Entscheidend sind die Aktionen: sich anbieten, das Tempo mitgehen, nach Ballverlusten reagieren und Angriffe abschließen. Als Achter oder weiter vorn muss Tillman seine Fähigkeiten mit denen der Mitspieler verbinden. „Ich will in Leverkusen beweisen, was ich wirklich kann. Das ist mir bislang nicht gelungen“, sagte er. Der Satz beschreibt seinen Auftrag noch immer.
Eliesse Ben Seghir
Beim Marokkaner verlangt die Bewertung mehr Augenmaß. Seine Leverkusener Zeit war von Anpassungsproblemen und Verletzungen geprägt. Auf Beschwerden in der ersten Hinrunde folgte eine Sprunggelenksverletzung beim Afrika-Cup im Januar. Im Juli verhinderte eine Muskelverletzung im Oberschenkel zu Beginn der Sommervorbereitung den Neustart. Fast zwei Monate fehlten ihm.
Für rund 32 Millionen Euro kam aus Monaco ein Spieler, der enge Räume öffnen und Gegner im Dribbling überwinden kann. Martínez kennt diese Qualität aus Frankreich. Bayer benötigt sie gegen kompakte Abwehrreihen. Ben Seghir soll Maza entlasten und selbst Lösungen schaffen. Dafür braucht er körperliche Stabilität, Spielrhythmus und den Mut, Verantwortung am Ball zu übernehmen.
Seine Verletzungen erklären, warum er zurückliegt. Sie machen den sportlichen Nachweis jedoch nicht überflüssig. Die kommenden Wochen werden ihm faire Einsatzchancen bieten. Er wiederum muss zeigen, dass aus seinem Talent mehr werden kann als die nächste Ankündigung.
Bis zur Winterpause muss Bayer genauer wissen, auf wen es bauen kann. Ein öffentlich belegtes Ultimatum gibt es nicht. Bleibt der Fortschritt aus, würden Leihen oder Transfers im Januar dennoch zu einer naheliegenden Frage. Drei unterschiedliche Geschichten führen zur gleichen Forderung: Badé muss Sicherheit liefern, Tillman Einfluss, Ben Seghir Durchschlagskraft. Die Ablösen sind bezahlt. Den sportlichen Gegenwert schulden die drei Spieler aber noch.