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Bayers Probleme in der OffensiveNeue Chance für Boniface schon in Mainz?

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Victor Boniface (l.) und Patrik Schick von Bayer 04 Leverkusen.

Bayer-Trainer Carles Martínez sucht die richtige Mischung für die Startelf und fordert Haltung für neun Spiele in 29 Tagen.

Für Carles Martínez hängt vor dem Bundesligaspiel in Mainz (Samstag, 15.30 Uhr) vieles an einem Knöchel. Um genau zu sein an Ibrahim Mazas Knöchel. Der 20-Jährige musste im Länderspiel Algeriens gegen Niger vom Platz und kehrte angeschlagen zurück. Eine ernste Verletzung sei es nicht, sagt der Trainer von Bayer 04. Offen sei, ob der 20-Jährige zu 100 oder nur zu 80 Prozent bereit ist. Das Abschlusstraining am Freitag sollte das klären. „Maza ist ein wichtiger Spieler – für morgen, aber auch für die kommenden Wochen“, sagt Martínez.

Die Hoffnung hat einen Grund. In allen vier Ligaspielen stand Maza über die volle Distanz auf dem Platz, ein Tor und eine Vorlage stehen zu Buche. Ohne ihn fehlt dem Leverkusener Spiel der wichtigste Baustein im Offensivdrittel. Eine Option als Ersatz ist Malik Tillman.

Im Angriff muss Martínez ohnehin umbauen. Christian Kofane fällt mit einer Muskelverletzung im linken Oberschenkel mehrere Wochen aus. Die Lücke eröffnet Meisterspieler und Publikumsliebling Victor Boniface eine Möglichkeit. Der Stürmer wurde in dieser Saison erst einmal eingewechselt, will mehr Einsatzzeit. „Boniface ist eine Option, ganz klar“, sagt Martínez. „Er trainiert jeden Tag. Wenn alles gut läuft, ist er morgen im Kader. Wir brauchen ihn, weil er uns mit seinen Toren helfen kann.“

Martin Terrier drängt sich auf

Ebenso drängt Martin Terrier nach vorn, der nach mehreren Verletzungspausen zurück ist und beim 6:0 im Test gegen Fortuna Köln zweimal traf. Patrik Schick, bisher in jedem Ligaspiel erfolgreich, bleibt im Sturmzentrum gesetzt. Für Boniface und Terrier geht es darum, ihre Chancen zu nutzen. Der Franzose kann dazu auch die Europa League nutzen, Boniface bleiben nur Pokal und Bundesliga. Der Nigerianer wurde für den europäischen Wettbewerb nicht gemeldet.

Möglichkeiten wird es dennoch sicher für beide geben: Es folgt die dichteste Phase der Saison. Sportchef Simon Rolfes hatte gefordert, die Mannschaft solle „Lust darauf haben, sich auf höchstem Niveau zu messen“. Martínez unterstreicht das. Er tankte in den vergangenen drei Wochen Energie, verbrachte die Länderspielpause in Leverkusen, begleitete seine Kinder zur Schule und erkundete die Gegend. Nun beginne der Ernstfall, und das sei gut so. „Ich liebe den Wettbewerb“, sagt er. „Ich freue mich sehr darauf, diese Phase mit Pflichtspielen zu beginnen. Das ist es, was wir wirklich mögen.“

Neun Spiele in 29 Tagen warten, in Liga, Pokal und Europa League. Gegen Mainz soll sich sofort zeigen, mit welchem Engagement Bayer diese Phase der Weichenstellung angeht. Es geht um Arbeitseinstellung, Körpersprache und Konzentration. Die Gastgeber unter Trainer Urs Fischer haben wie Bayer sieben Punkte und gewannen zuletzt 4:3 in Mönchengladbach. Mainz holte zuhause aber nur einen von sechs möglichen Zählern. Gleiches gilt für Leverkusen auswärts. Die Werkself verlor 2:3 in Elversberg und ließ in Augsburg binnen fünf Minuten zwei Tore zu.

Beim 2:0 gegen Leipzig kurz vor der Länderspielphase sah Rolfes „unser konzentriertestes und konstantestes Spiel in dieser Saison“. Daran soll sich alles messen. In Mainz bietet sich die nächste Gelegenheit auf einen Auswärtssieg in der Liga. „Wir müssen motiviert sein, diese Zahlen zu verbessern“, sagt Martínez, „und ich hoffe, dass wir drei Punkte mitnehmen.“ Defensive Stabilität und Chancenverwertung müssen besser werden. „Wir müssen kämpfen und gut verteidigen“, sagt Martínez. „Wir verbessern uns, aber wir sind noch nicht bei 100 Prozent.“

Spannend wird, welche Mischung der Trainer wählt. Ein Teil des Kaders war bei den Nationalmannschaften, hat Spielrhythmus, musste aber Reisen und Strapazen verkraften. Der andere Teil blieb in Leverkusen, trainierte drei Wochen und drängt auf Einsätze. Martínez beschreibt zwei Gruppen, die er binnen weniger Tage zusammenführen muss. „Gestern stand vor mir Jarell (Quansah, Anm. d. Red.), der drei Wochen mit seiner Nationalmannschaft gespielt hatte, und neben ihm einer, der jeden Tag hier trainiert hat“, sagt er. „Es sind große Unterschiede, aber beide wollen spielen.“ Im Takt der Termine in der kommenden Zeit werde allerdings sowieso jeder gebraucht. Das vereinfache die Auswahl für ein einzelnes Spiel. 3100 Leverkusener Fans werden ihre Mannschaft nach Mainz begleiten. Nach dem Re-Start in die Liga geht es am Donnerstag mit der Europa League bei Lech Posen weiter.

Mainz: Schwolow – Posch, Gruber, Potulski – Caci, Sano, Martel, Amiri, Mwene – Tietz, Becker; Leverkusen: Flekken – Quansah, Tapsoba, Medina, Gutiérrez –Fernández, García – Diaby, Maza, Moreira – Schick; Schiedsrichter: Burda (Berlin).