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Pleite und Kreuzbandriss bei LöffelsendDoppelter Horror-Start für den SC Fortuna Köln

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Fortuna Kölns David Al-Azzawe kämpft um den Ball. Für die Südstädter war es ein bitteres Wochenende.

Fortuna Kölns David Al-Azzawe kämpft um den Ball. Für die Südstädter war es ein bitteres Wochenende. 

Der Südstadt-Klub verliert zum Drittliga-Auftakt nicht nur gegen Sonnenhof Großaspach, sondern auch Neuzugang Jasper Löffelsend. 

Es war ein doppelt bitterer Auftakt für den SC Fortuna Köln in die erste Drittliga-Saison seit sieben Jahren. Am Samstag verlor der Südstadt-Klub nicht nur gegen Mitaufsteiger Sonnenhof Großaspach in der Wir-machen-Druck-Arena vor 1474 Zuschauern mit 0:1 – die Zollstocker verloren auch Neuzugang Jasper Löffelsend. Der 28-Jährige hatte sich im Abschlusstraining vor dem Auftaktspiel verletzt, eine Diagnose stand da aber noch aus.

Löffelsend erleidet Kreuzbandriss

Am Sonntag folgte die traurige Gewissheit: Löffelsend hat einen Kreuzbandriss erlitten und wird lange Zeit fehlen. Ein brutaler Einschnitt – der erfahrene Abwehrspieler, der bereits in der MLS auf dem Platz stand, hätte auf der rechten Abwehrseite eine tragende Rolle spielen sollen. „Der Ausfall tut uns extrem weh. In erster Linie geht es jetzt aber um ihn, dass er eine gute Reha absolviert. Seine Gesundheit steht klar im Vordergrund“, sagt Trainer Matthias Mink. Löffelsends Ersatz Kevin Brechmann bekam hingegen die neue Härte der Liga zu spüren.

Jasper Löffelsend sollte als erfahrener Neuzugang in der Dritten Liga weiterhelfen.

Jasper Löffelsend sollte als erfahrener Neuzugang in der Dritten Liga weiterhelfen.

Dem selbsternannten „Dorfklub“ aus dem Schwäbischen reichte ein einziger, sauber herausgespielter Treffer, um den Auftakt der Fortuna zu verderben. Die Enttäuschung war Fortunas Verteidiger David Al-Azzawe danach deutlich anzumerken: „Wir hatten uns viel vorgenommen und genau auf dieses Spiel hin trainiert. Aber wir sind nicht in die Partie gekommen und waren nicht griffig – auch nicht in den Zweikämpfen – wie wir es sonst sind. Dann bekommen wir ein Gegentor. Und bei diesen Temperaturen rennt man einem Rückstand dann nur schwer hinterher.“

Bei gut 30 Grad hatte die Fortuna zunächst auf Sicherheit gesetzt, verteidigte kompakt und suchte ihr Heil im schnellen Umschalten – nur fehlte den eigenen Aktionen die Präzision. Großaspach brauchte dagegen nur die eine Gelegenheit: Nach einer sehenswerten, allerdings auch zu leicht zugelassenen Kombination traf Loris Maier von der Strafraumkante aus vollem Lauf wuchtig ins lange Eck (33.). Die Fortuna bäumte sich in der zweiten Halbzeit auf, ohne zwingende Chancen zu erspielen. Ein Distanzschuss von Kevin Brechmann lenkte Großaspachs Torwart Maximilian Reule knapp über die Latte (47.).

Zudem gesellte sich Pech: Fortunas Bennit Bröger blockte kurz vor Schluss einen Abschlag von Reule ab – der Abpraller klatschte an den Pfosten (86.). Gefährlicher wurde in der zweiten Hälfte eher Großaspach selbst, das mit zunehmendem Offensivdrang der Fortuna immer wieder Räume für Konter fand: Maier scheiterte am reaktionsschnellen Torwart Lennart Winkler (55.), Tim Rossmann verpasste zweimal knapp (75., 78.), Al-Azzawe rettete nach einem Eckball auf der Linie (82.). Der eingewechselte Fabian Eisele vergab für Aspach in der Nachspielzeit zweimal die Entscheidung (90.+1, 90.+2).

Trainer Mink kritisiert die Leistung

Trainer Mink beschrieb nach dem Abpfiff die Zerrissenheit seiner Mannschaft: „Im Ballbesitz hatten wir nach der ersten Trinkpause gute Phasen. Aber wir waren nicht geduldig und nicht mutig genug. Dass wir in der zweiten Halbzeit mehr Ballbesitz haben wollten, war klar – und dass der Gegner dadurch Umschaltmomente bekommt, versteht sich von selbst.“

Dennoch blieb es beim knappen Rückstand, was Mink nicht milder stimmte: „Schlussendlich waren wir viel zu harmlos, viel zu torungefährlich, viel zu wenig klar im letzten Drittel. Wir können nur sagen: Herzlich willkommen. Jetzt wissen wir, was uns erwartet – auch körperlich, auch was die Substanz angeht.“

Was aus diesem Nachmittag zu lernen ist, hat weniger mit Alarmismus zu tun als mit der Tatsache, dass sich die Fortuna in einer neuen Kategorie zurechtfinden muss. Auch der „Dorfklub“ war Aufsteiger; spielerisch waren beide auf Augenhöhe. Sieben Jahre lang war die Fortuna in der Regionalliga zu Hause, hatte dort zuletzt mit Griffigkeit, Ruhe und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor den Aufstieg souverän gemeistert.

Gegen Großaspach fehlte genau das. Entscheidend wird sein, wie schnell die Mannschaft das nachholt – nun auch ohne ihren verletzten Neuzugang. Bereits am Samstag (Südstadion, 14 Uhr) wartet mit Alemannia Aachen der nächste Prüfstein, ehe Partien gegen Verl Düsseldorf folgen. Drei Spiele, die zeigen dürften, wie schnell sich die Fortuna an ihre neue Realität gewöhnt hat.

Fortuna Köln: Winkler – Brechmann, Al-Azzawe, Fünger, Afamefuna – Geerkens (46. Majetic, 66. Garcia), Strauch (83. Bornemann), Stanilewicz, Thier (61. Bröger) – Aigbekaen, Al Ghaddioui (61. Wirtz). – Tor: 1:0 Maier (33.). – Zuschauer: 1474.