Der Aufsteiger erreicht am letzten Spieltag ein 2:2 bei den Sportfreuden Lotte.
Fortuna KölnMeister aus der Südstadt verabschiedet sich mit einem Punkt aus der Regionalliga

Hamadi Al Ghaddioui (rechts) traf beim 2:2 in Lotte für den SC Fortuna Köln.
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Wenn es nach dem SC Fortuna Köln geht, war das 2:2 (1:1) bei den Sportfreunden Lotte das letzte Regionalliga-Spiel für lange Zeit. Seit vergangener Woche steht die Mannschaft von Matthias Mink als Meister der West-Staffel fest und möchte sich als Aufsteiger in der Dritten Liga etablieren. Gemessen an der Präsenz der Fans, die am Lotter Kreuz zu Hunderten auftraten und dem Viertliga-Abschied mit einer Choreografie den passenden Rahmen verliehen, sind die Zollstocker schon reif für den Profifußball.
Das war außergewöhnlich und so nicht zu erwarten. Auch im Höhenberger Sportpark erwarten wir ganz klar eine Heimspiel-Atmosphäre
„Das war außergewöhnlich und so nicht zu erwarten“, betonte Mink. Noch bevor er sich den sportlichen Geschehnissen im Lotter Sportpark widmete, blickte er diesbezüglich auch auf den Pokal-Kracher gegen Viktoria Köln voraus. „Auch im Höhenberger Sportpark erwarten wir ganz klar eine Heimspiel-Atmosphäre.“
Ob die am Samstag ausreichen wird, um das Finale gegen den Stadt- und baldigen Drittliga-Rivalen zu gewinnen, bleibt abzuwarten. Jedenfalls tat die Fortuna alles, um in bestmögliche Finalform zu kommen. Wegen der Krankheiten von Lennart Stollenwerk und Lennart Winkler bekam Yannick Theissen den Startplatz im Tor. Dazu ersetzten Neo Telle, Younes Derbali und Luca Majetic die in dieser Saison stark belasteten Robin Afamefuna, Haider Al-Azzawe und Adrian Stanilewicz. Dass diese neue Personalkonstellation eine Weile brauchte, um beim Tabellenelften in die Partie zu kommen, verwunderte nicht. Mink sprach von einem gewissen „Spannungsabfall“ und „zu vielen verlorenen Zweikämpfen“.
Vor dem Spiel hatten die Lotter noch Spalier für den Meister gestanden, dann legten sie jeglichen Respekt ab und kamen durch Shkrep Stublla zur Führung (16.). Auch danach fehlten der Fortuna zündende Offensiv-Ideen. Erst in der 40. Minute fand Raffael Garcia die Lücke für Hamadi Al Ghaddioui, der sich geschickt drehte und zum 1:1 ins kurze Eck traf.
Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit leistete sich der Meister den nächsten Ballverlust und wurde von Max Ritter mit dem 1:2 bestraft (49.). Dann agierten die Kölner mehr „Mann-gegen-Mann“ und erlangten so Dominanz. Für den erneuten Ausgleich kam der Ball erneut zu Garcia, der Timo Bornemann einsetzte. Dessen mustergültige Vorlage musste Dejan Galjen nur noch zum 2:2 einschieben (57.). In einer chancenarmen Begegnung bedeutete dessen erstes Saisontor den Endstand.
Kian Hekmet verlässt den SC Fortuna Köln
Ob die Generalprobe vor dem Pokalfinale nun gelungen sei oder nicht, wollte Coach Mink nicht kommentieren. „Für uns ging es darum, die Saison vernünftig abzuschließen und das haben wir nach zwei Auswärts-Niederlagen bei Köln II und Paderborn II mit dem Unentschieden geschafft.“
Schon vor der Partie war Kian Hekmet als einzig feststehender Abgang verabschiedet worden. Der Rest des Teams hat laut Mink „auch für die kommende Saison Vertrag“ und wird nach zwei freien Tagen, ab Dienstag in die Vorbereitung auf das Pokalfinale gegen Viktoria Köln einsteigen. Gewinnt die Fortuna das Viertelmillionen-Spiel und zieht nach 13 Jahren erstmals wieder in den DFB-Pokal ein, stehen die Chancen auf eine lange Zeit als Drittligist eindeutig besser.
