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150 aus 150Wilhelm Salber begründete die psychologische Morphologie

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Wilhelm Salber

Wilhelm Salber

Der Psychologe war viele Jahre Professor für Psychologie an der Universität zu Köln und entwickelte dort neue Denkrichtungen.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 45. Teil der Serie geht es um den Psychologen Wilhelm Salber.

Bedeutung

Salber gilt als Begründer der psychologischen Morphologie, einer modernen Wissenschaft, die die Phänomene des menschlichen Lebens so in den Blick nimmt, wie sie im Alltag vorhanden sind. Salber begann nach dem Abitur in Aachen und dem Abschluss an der dortigen „Ersten Deutschen Journalistenschule“ in seiner Heimatstadt als Journalist, studierte dann aber in Köln und Bonn Psychologie. 1952 promovierte er über „Urteil, Entschluss und Entscheidung“. Sechs Jahre später folgte die Habilitation.

Von 1963 bis zur Emeritierung 1993 leitete er das neu gegründete Psychologische Institut II der Universität zu Köln. Dort entwickelte er auf Grundlage eines integrativen Forschungsansatzes die psychologische Morphologie. Sie geht vom Alltagserleben aus, dessen Beschreibung und Analyse dazu dient, die Logik der Seele zu verstehen und sie transparent zu machen. Obwohl Salber keine psychotherapeutische Ausbildung vorweisen konnte, entwickelte er eine psychotherapeutische Denkrichtung. In seinen mehr als 35 Büchern und 150 Abhandlungen beschäftigte er sich auch mit Kunst, Literatur und Film als Ausdruck menschlichen Verhaltens.


Wilhelm Salber

Geboren: 9. März 1928 in Aachen

Gestorben: 2. Dezember 2016 in Köln


Wirken in Köln

Salber galt als charismatischer akademischer Lehrer und rhetorisch brillant. Seine Vorlesungen waren stets gut besucht. Damit verschaffte er der Kölner Universität einen besonderen Ruf auf dem Gebiet der Psychologie.

Bemerkenswert

In den 1980er Jahren gab Salber Ratschläge in der WDR-Sendung „Hilferufe“, die wahre Geschichten von Menschen in extremen persönlichen Krisen, familiären Konflikten oder psychischen Ausnahmesituationen schilderte. Er war auch Berater bei Filmprojekten. Mit Anna Freud, Tochter von Sigmund Freud, verband ihn eine lebenslange Freundschaft. Über sie veröffentlichte er eine Biografie.

Spuren in der Stadt

Salbers Grab befindet sich auf Melaten. In Köln ist die „Wilhelm Salber Gesellschaft“ (WSG) ansässig, die die Förderung der psychologischen Morphologie zur Aufgabe hat. Die WSG bewahrt auch die Privatbibliothek Salbers mit Werken zur Literatur, Kunst und Psychologie. Das Kölner Marktforschungsunternehmen „rheingold Institut“ arbeitet auf Grundlage von Salbers psychologischer Morphologie.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.