Kölns Oberbürgermeister gibt ein schlechtes Bild ab in der Angelegenheit rund um die Bühnen-Betriebsleitung, findet unser Autor.
Bühnen-SanierungKölns OB produziert peinliche Personal-Posse


Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester.
Copyright: Martina Goyert
Für Oberbürgermeister Torsten Burmester ist sein gescheiterter Plan, Markus Greitemann zum neuen Technischen Betriebsleiter der Bühnen-Sanierung zu machen, seine erste große Niederlage und auch peinlich.
Ja, Burmester soll und muss keine Gehälter absegnen, die er als zu hoch erachtet. Das ist aber auch schon alles, was man ihm in dieser Angelegenheit zugutehalten kann. Vielleicht noch, dass er gerade noch rechtzeitig verstanden hat, was er da angerichtet hat.
Völlig ohne Not hat Burmester Chaos produziert, und zwar, weil er mehrere Fehler gemacht hat.
Erstens: Solche Pläne sollten vom Ende her gedacht werden. Um seinen Plan durchzusetzen, hätte der Rat die schon von ihm selbst bestellte Betriebsleiterin Blome abbestellen müssen. Das ist ein bemerkenswerter Vorgang, alles andere als üblich. Das haben der OB und sein Büro offenkundig völlig unterschätzt.
Unnötig weitere Negativschlagzeilen produziert
Zweitens: Die Zeiten eines Mehrheits-Bündnisses sind vorbei, alles ist frei verhandelbar. Burmester braucht eine Mehrheit, die war alles andere als absehbar. Jetzt haben ihm Teile der Politik aufgezeigt: Mit dem Kopf durch die Wand geht es nicht.
Drittens: Burmester hätte einen sehr hohen politischen Preis zahlen müssen, um seinen Plan durchzudrücken. Warum sonst hätten Grüne oder CDU für Greitemann stimmen sollen? All das für eine Ersparnis von ein paar zehntausend Euro. Sicher, die Stadt muss sparen, jeder Euro zählt. Aber diese vergleichsweise niedrige Summe wäre auch die neue Richtschnur gewesen – in einer Stadt, die gerade mitgeteilt hat, für vier neue Stadtbahnhaltestellen auf der Bonner Straße 160 statt 84 Millionen Euro zahlen zu müssen (wir berichteten).
Viertens: Die Bühnen schippern gerade Richtung geplanter Eröffnung. Endlich, nach 14 Jahren voller Negativschlagzeilen. Und in diesem Moment will Burmester die Betriebsleitung austauschen, ohne dass etwas Handfestes gegen Blome vorliegt? Das produziert erneut schlechte Nachrichten für die Bühnen. Durch den eigenen OB. Das hätte nicht passieren dürfen.
Fünftens: Natürlich stieß Burmesters Plan auf Skepsis wegen seiner Historie mit Greitemann: Der CDU-Oberbürgermeisterkandidat Greitemann hatte zu Burmesters Wahl in der Stichwahl aufgerufen. Zuletzt warb er für einen unterlegenen OB-Kandidaten auch etwas zu demütig für seinen früheren Konkurrenten und jetzigen OB Burmester. Auch das hätte Burmester vorausahnen können.
Dass Burmester sich zu all dem nicht öffentlich äußert, ist alleine seine Entscheidung und sein gutes Recht – es passt aber gut ins schlechte Bild, das er in der Angelegenheit abgibt.
