Wie viel die Kälteinsel in der Messe die Stadt gekostet hat und was die Kliniken für Eis und Klimageräte gezahlt haben.
Extremwetter im JuniHitze hat Stadt Köln und ihre Kliniken 400.000 Euro gekostet

Eine zusätzliche Patienten-Aufnahmestation für Hitzeopfer in Merheim im Juni.
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Die Hitzewelle im Juni hat die Stadt Köln und ihre Kliniken rund 400.000 Euro gekostet. Die Stadtverwaltung hat in der Ratssitzung am Donnerstag der Ratsgruppe Die Partei geantwortet, die nach den Kosten der kommunalen Gefahrenabwehr und Hitzebewältigung gefragt hatte. An nur einem Wochenende waren laut Polizei 120 Menschen in Köln gestorben.
Zwischen dem 18. und 28. Juni sind laut Stadt für zusätzliche Aufgaben von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz 287.000 Euro angefallen – sie hatten in Zusammenarbeit für die Stadt kurzfristig ein Notfallversorgungszentrum und eine Kälteinsel in der Messe aufgebaut. Die Kosten dafür waren bislang nicht bekannt. Für Ausgaben des Rettungsdienstes muss die Stadt allerdings nicht aufkommen, sie lassen sich über die Gebührensatzung abrechnen.
Im Rahmen der Hitzewelle waren 200 Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr im Einsatz, für die sich der entstandene Personalaufwand laut Stadt nicht differenziert ermitteln lässt. Dazu kamen ehrenamtliche Einsatzkräfte, für die keine Kosten anfielen.
Kliniken der Stadt Köln gaben 125.000 Euro mehr wegen Hitze im Juni aus
Den Kliniken der Stadt sind zusätzlich 91.700 Euro an Kosten für Sachaufwendungen entstanden. Auf Nachfrage der Redaktion schlüsselte eine Sprecherin der Kliniken auf: Es seien etwa Klimageräte angemietet worden und es sei zu erhöhtem Energiebedarf gekommen. An medizinischer Versorgung seien zusätzliche Infusionen, Kühlkompressen und Eiswürfel benötigt worden. Die Patienten und Hitzehelfer seien mit zusätzlichen Getränken, Speisen und Speiseeis versorgt worden und es sei eine mobile Sanitätsstation des Deutschen Roten Kreuzes samt Toiletten und Duschwagen benötigt worden.
Für zusätzliches Personal zwischen dem 27. und 28. Juni gaben die Kliniken weitere 33.800 Euro aus. 735 zusätzliche Personalstunden wurden dokumentiert, das entspricht rechnerisch knapp 92 Arbeitstagen à acht Stunden. Die Stadt teilt mit: „Dieser Umfang verdeutlicht den erheblichen zusätzlichen organisatorischen, pflegerischen und medizinischen Aufwand, der zur Aufrechterhaltung der Patientenversorgung erforderlich war.“ Hinzu komme aber eine zusätzliche Belastung des Personals im regulären Dienst. „Nicht alle Folgen dieser Mehrbelastung sind bereits absehbar, da sie teilweise erst zeitverzögert erkennbar werden.“
Die Stadt weist darauf hin, dass es sich auch bei den Geldsummen um Schätzwerte handelt. Die tatsächlichen finanziellen Folgen von Hitzewellen würden damit nur unzureichend abgebildet.
Das Notfallzentrum in der Messehalle wurde allerdings nicht stark genutzt. Auf 30 zur medizinischen Betreuung zur Verfügung gestellten Plätzen wurden zehn Patienten behandelt. In der Kälteinsel standen 360 Plätze zur Verfügung. Wie viele Menschen sie aufsuchten, teilte die Stadt erneut nicht mit. Nur so viel: Es seien Patienten des Rettungsdienstes ohne weiteren Bedarf einer Behandlung direkt in die Kälteinsel gebracht worden.
Im Rahmen des Klimaanpassungskonzepts des Umweltdezernats mit Projekten auch zur Kühlung Kölns für insgesamt 150 Millionen Euro, das zurzeit von den politischen Gremien beraten wird, soll auch ein Hitzenotfallplan für 30.000 Euro ausgearbeitet werden. Damit soll Köln besser auf künftige Hitzewellen vorbereitet sein.
