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Rat entscheidet über GebührenKölner sollen nächstes Jahr erneut mehr für Abwasser zahlen

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Die Kölner Stadtentwässerungsbetriebe wollen die Gebühren erneut anheben - sie decken trotzdem nicht ihre Kosten (Symbolbild).

Die Kölner Stadtentwässerungsbetriebe wollen die Gebühren erneut anheben - sie decken trotzdem nicht ihre Kosten (Symbolbild).

Eine Beispielfamilie müsste 2027 rund 30 Euro mehr zahlen. Steigende Kosten der Stadtentwässerungsbetriebe deckt die Erhöhung trotzdem nicht.

Die Abwassergebühren in Köln sollen 2027 erneut steigen. Für eine vierköpfige Familie mit eigenem Haus bedeutet das in einer Beispielrechnung der Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) eine um 30,40 Euro höhere Rechnung im Jahr. Insgesamt wären 563,10 Euro fällig. Der Stadtrat soll der neuen Gebührensatzung am Donnerstag, 8. Oktober, zustimmen.

Der Satz für Schmutzwasser soll von 1,76 auf 1,86 Euro pro Kubikmeter steigen. Berechnet wird die Gebühr nach der verbrauchten Frischwassermenge. Für Niederschlagswasser sollen Grundstückseigentümer künftig 1,47 Euro pro Quadratmeter angeschlossener, befestigter Fläche zahlen. Der Regen, der etwa in einer Einfahrt fällt, versickert dort schließlich nicht, sondern läuft in die Kanalisation. 2026 waren es 1,39 Euro. Die Kosten können über die Betriebskosten auch Mieter treffen.

Köln entwässert zu 94 Prozent über Mischnetz

Die Beispielrechnung der Steb geht von einem jährlichen Schmutzwasseranfall von 200 Kubikmetern und einem Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern genutzter Fläche aus. Nach den bisherigen Sätzen wären dafür 532,70 Euro im Jahr fällig. Mit den geplanten Gebühren steigt der Betrag auf 563,10 Euro.

Die Niederschlagswassergebühr richtet sich nach der befestigten Fläche um das Haus – also etwa nach Dach, Hof und Terrassen, von wo aus Regen in die Kanalisation gelangen kann. 

Die Gebührenkalkulation der Steb zeigt zudem, wieso Hausbesitzer und letztlich auch Mieter nicht nur für ihr tatsächlich verschmutztes Wasser zahlen müssen, sondern auch für Regenwasser. Denn das Kölner Kanalnetz entwässert zu 94 Prozent über ein Mischnetz, es trennt nicht, was aus den Häusern abgeleitet wird und über versiegelte Grundstücke und Straßen in die Gullys gelangt. Beide Abwässer kommen in den Klärwerken an. Zieht man von dieser Gesamtmenge das verbrauchte Frischwasser, das eins zu eins als Schmutzwasser endet, ab, bleiben 32 Prozent Niederschlagswasser, das in die Kläranlagen fließt.

Gebühren decken Ausgaben der Steb nicht

Für 2027 rechnen die StEB mit Gesamtkosten von 264,6 Millionen Euro – rund vier Prozent mehr als im Plan für 2026. Vor allem der Personalaufwand soll steigen, um 6,9 Prozent auf 64,8 Millionen Euro. Zugleich kalkulieren die Steb mit einer größeren Schmutzwassermenge: 62,5 Millionen Kubikmeter nach 61,3 Millionen im Plan für 2026. 

Die StEB kalkulieren schon seit Jahren die Gebühren nicht kostendeckend: Die Einnahmen über die Gebühren decken nicht die Ausgaben der StEB. Um die Kosten vollständig über Gebühren zu decken, müssten die Gebühreneinnahmen laut Kalkulation um 21,42 Millionen Euro höher ausfallen. Die StEB verzichten nach ihren Angaben bewusst auf Gebühreneinnahmen, die sie sonst zur Finanzierung ihrer Aufgaben einsetzen könnten, „mit Blick auf die weiteren Belastungen der privaten Haushalte durch allgemeine Preissteigerungen“. Die kalkulierten Gesamterlöse sollen 2027 rund 91,9 Prozent der Kosten decken; für 2026 waren es 89 Prozent. Steb arbeiten im Auftrag der Stadt Köln, bekommen also auch Geld aus dem Haushalt.

Im Vergleich zu anderen Kommunen in NRW sind die Kölner Gebühren niedrig angesetzt. Der Bund der Steuerzahler vergleicht jährlich die Gebührenspanne unterschiedlicher Kommunen in NRW. Die liegt im laufenden Jahr zwischen 1,45 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser (Reken) und 7,79 Euro (Monschau). Für einen ähnlichen Vier-Personen-Haushalt wie aus dem Beispiel der Steb bedeutet das eine Belastung von 880 Euro im Jahr im Durchschnitt in NRW. Köln liegt deutlich darunter.