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Erinnerung an Wallraf und RichartzReker würdigt Förderung von Kölner Kunst und Kultur

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Henriette Reker steht am Rednerpult, im Hintergrund hören Menschen zu.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker lud Förderinnen und Förderer der Kölner Kunst und Kultur zu einem Empfang ein.

Köln verdanke die gesammelte Kunst nicht dem Adel, sondern dem bürgerschaftlichen Engagement, betont Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

Als der Kunstsammler Ferdinand Franz Wallraf 1824 starb, hinterließ er der Stadt einen riesigen Schatz an Büchern, Münzen, Zeichnungen, Gemälden und anderen Kunstgegenständen. 30 Jahre nach seinem Tod stiftete der Kaufmann Johann Heinrich Richartz 100.000 Taler für den Bau eines Museums, in dem zumindest ein Teil der Hinterlassenschaft vom Jahr 1861 an gezeigt werden konnte. Andere Teile der Sammlung wanderten in weitere Einrichtungen in der Stadt. Alle zusammen bilden den Grundstock der Kölner Museumslandschaft.

An die beiden großzügigen Männer erinnerte Oberbürgermeisterin Henriette Reker, als sie sich am Dienstag im Historischen Rathaus exemplarisch bei Förderern und Förderinnen der Kölner Kunst und Kultur bedankte. Der Schwerpunkt lag auf den städtischen Museen. Rund 70 Gäste versammelten sich im Hansasaal, darunter Direktoren und Direktorinnen Kölner Museen, Ratsmitglieder und Alt-Oberbürgermeister Jürgen Roters.

Köln verdankt die Kunst dem bürgerschaftlichen Engagement

Die Besonderheit Kölns sei, dass es der Reichtum an gesammelter und ausgestellter Kunst nicht dem Adel, einem König oder Fürstenhaus verdanke, sondern dem bürgerschaftlichen Engagement, hob Reker hervor. In diesem Sinne wirkten heute die Freundeskreise, Stifterräte und Fördervereine sowie die vielen privaten Stiftungen zum Wohl der städtischen Kultur. Ohne dieses Engagement „wären unsere Museen nicht das, was sie sind“, ob es nun um die finanzielle Unterstützung von Ausstellungen oder den Ankauf von Kunstwerken gehe.

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In den Kulturbauten liege eine „große einmalige Chance“, sagte Reker, sprach mit Blick auf die Anstrengung, sie zu erhalten, aber auch von „großen Herausforderungen“ und nannte ein Beispiel: „Ich wollte es nicht glauben, dass wir das Römisch-Germanische Museum schließen mussten, weil wir keine Betriebserlaubnis mehr bekamen.“ Davor seien Jahrzehnte vergangen, in denen die Stadt „sich nicht um die Aufbewahrung ihrer Schätze gekümmert“ habe.

Sanierungen eine Chance für die Zukunft

Die notwendige Sanierung in diesem und anderen Fällen schließe allerdings die Chance ein, die Häuser zu „zukunftsfähigen“ Gemeinschaftsorten zu entwickeln, barrierefrei und mit neuen Formen der Vermittlung, etwa digitaler Art. Um den „Kulturraum Köln“ auch für kommende Generationen attraktiv zu machen, brauche es neben dem städtischen Engagement dasjenige aus der Bürgerschaft. „Ihre Unterstützung ist wertvoller denn je“, dankte Reker den Förderern und Förderinnen. „Sie helfen mit, aus Baustellen die Bausteine für die Zukunft zu machen.“

Zu den Gästen des Empfangs zählte Matthias Hamann, Direktor des Kölnischen Stadtmuseums, das seit März 2024 bis auf Weiteres seinen Sitz im ehemaligen Modehaus Sauer hat. Er bestätigte die Worte Rekers. Der Verein „Freunde des Kölnischen Stadtmuseums“ mit seinen rund 500 Mitgliedern, zu denen Einzelpersonen ebenso gehören wie Firmen, sei unverzichtbar. Er unterstütze Ausstellungen, Restaurierungen und Ankäufe, fördere Publikationen, die Präsenz in sozialen Medien und werbe zusätzlich zum Geld aus dem Kreis der Mitglieder Mittel von anderen ein.