Der SPD-Politiker wurde 1949 zum ersten Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gewählt.
150 aus 150Hans Böckler gilt als Gründer der Einheitsgewerkschaft

Hans Böckler im Jahr 1950
Copyright: Wiki Gemeinfrei
Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 109. Teil der Serie geht es um den Politiker Hans Böckler.
Bedeutung
Hans Böckler gilt als Gründer der Einheitsgewerkschaft. Als 13-Jähriger begann er eine Lehre als Metallschläger. 1894 trat er dem Deutschen Metallarbeiter-Verband (DMV) und der SPD bei. Als DMV-Funktionär arbeitete er seit 1903 in mehreren Städten, darunter Frankfurt, Breslau und Berlin. 1920 kam er nach Köln, wo er den DMV leitete. 1927 übernahm er die Bezirksleitung des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes in Rheinland-Westfalen. Ein Jahr später wurde er Reichstagsabgeordneter.
Hans Böckler
Geboren: 26. Februar 1875 in Trautskirchen
Gestorben: 16. Februar 1951 in Köln
Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten 1933 überfiel die SA mehrfach sein Privathaus, und er wurde zweimal inhaftiert. Böckler überlebte die Diktatur zeitweise in einem Versteck im Oberbergischen. Er hielt Kontakt zum sozialdemokratischen Widerstandskreis um Wilhelm Leuschner. Nach dem Krieg begann er mit dem Aufbau der Einheitsgewerkschaft. Damit überwand er die vor der NS-Zeit geltende Unterscheidung christlicher, sozialistischer und kommunistischer Gewerkschaften.
1947 wurde er zum Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes in der Britischen Zone, 1949 zum Bundesvorsitzenden gewählt. Kurz vor seinem Tod setzte Böckler die paritätische Mitbestimmung in der Montanindustrie durch.
Wirken in Köln
Böckler war 1924 bis 1928 Stadtverordneter und widmete sich der Sozialpolitik. Kurze Zeit gehörte er 1945 dem ersten Stadtrat nach dem Krieg an. 1947 ernannte ihn die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität zum Ehrendoktor.
Bemerkenswert
Hans Böckler war weder Volkstribun noch Machtmensch, seine unumstrittene Autorität beruhte auf seinen Ansichten und der Kraft seiner Argumente. Der DGB benannte seine 1977 gegründete Stiftung nach ihm.
Spuren in der Stadt
1951 wählte ihn der Rat zum Ehrenbürger. Ihm ist ein Platz in der Neustadt-Nord gewidmet, und am Ratsturm befindet sich eine Figur. Seit 2005 stiftet die Stadt einen nach ihm benannten Preis für besondere soziale Verdienste. Böckler ist auf dem Friedhof Melaten in einem Ehrengrab der Stadt begraben. Der Grabstein besteht aus einem runden Sockel, auf dem ein Zahnrad liegt, Symbol der Gewerkschaften. Am ehemaligen Wohnhaus der Familie im Akazienweg 125 ist eine Tafel angebracht.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.

