Die Stadt als Besitzerin der Tiefgarage am Dom sieht sich selbst in der Verantwortung für deren Zustand. Trotzdem war laut ihrer Aussage 2025 „Gefahr in Verzug“.
Noch vor der SanierungAusbesserung der Tiefgarage am Kölner Dom soll mehrere Millionen Euro kosten

Die Einfahrt in die sanierungsbedürftige Tiefgarage am Dom.
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Für rund 4,1 Millionen Euro will die Stadt die schlimmsten Schäden in ihrer Tiefgarage unter Domplatte und Roncalliplatz sanieren lassen. Doch dabei handelt es sich nicht um die „große“ Generalsanierung, sondern zunächst um dringende Ausbesserungsarbeiten, weil Statik und Brandschutz Probleme gemacht hatten.
Bis Herbst 2026 soll das beendet sein, danach soll erst die Generalsanierung erfolgen. Wann, ist unklar. Derzeit ist die Ein- und Ausfahrt an der Trankgasse gesperrt, sie erfolgt über den Kurt-Hackenberg-Platz. Ein Teil der Stellplätze ist gesperrt. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Worum geht es?
Um die städtische Tiefgarage am Dom mit 520 Stellplätzen. Sie besteht aus vier Teilen (siehe Grafik), und sie stammt aus dem Jahr 1971. Das Parken dort kostet stündlich je nach Tageszeit zwischen 80 Cent und 1,20 Euro, aber höchstens 24 Euro am Tag. Contipark betreibt die Tiefgarage im Auftrag der Stadt 24 Stunden täglich.

Die Übersicht über die Gebäudeteile der Tiefgarage am Dom.
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Warum ist die Tiefgarage so wichtig?
Zum einen, weil sie direkt in der Innenstadt viele Stellplätze bietet. Zum anderen: Die Decke der Tiefgarage ist gleichzeitig die Domplatte vor dem Haupteingang und der Boden des Roncalliplatzes. Dort gehen täglich viele Menschen entlang, es ist Kölns Tourismus-Hotspot, direkt zwischen Hauptbahnhof und Einkaufsmeilen. Konzerte mit tausenden Besucherinnen und Besuchern finden ebenfalls dort statt. Gibt es Probleme mit der Tiefgaragendecke, hat das große Auswirkungen.
Und wie steht es um die Tiefgarage?
Schlecht. Sie ist ein Sanierungsfall. Vor allem in Bauteil D, also direkt unter der Domplatte, bestand „dringender Handlungsbedarf im Bereich der Stützenstruktur“, unter anderem wegen der Statik und des Brandschutzes. Im Herbst mussten deshalb sogar Teile der Domplatte gesperrt und kurzfristig die Missstände ausgebessert werden (wir berichteten). Danach ließ die Verwaltung auch die drei anderen Teile der Tiefgarage untersuchen.

Die teils gesperrte Domplatte im Vorjahr.
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Was war das Ergebnis?
Dass die Stadt Regeln aufstellte, wie die Last auf Roncalliplatz und Domplatte verteilt werden darf. Die Regeln gelten laut Verwaltung „bis auf Weiteres für alle Veranstaltungen, Befahrungen und Aufbauten“. Veranstalter müssen sie einhalten, etwa bei Konzerten auf dem Roncalliplatz oder dem Weihnachtsmarkt -- wenn die Probleme nicht noch vor dem Start des Marktes behoben sind. „Herbst 2026“ ist ein dehnbarer Begriff.
Die Nachfrage, welche Einschränkungen das konkret bedeutet, ließ die Verwaltung unbeantwortet. Sie wies nur darauf hin, dass die Einschränkungen für Fahrzeuge, Krane oder Bühnen gelten – und nicht für Personen. Das heißt: Es müssen sich nicht weniger Menschen als bisher auf Domplatte und Roncalliplatz aufhalten.
Wie geht es jetzt weiter?
Bislang hat die Stadt einen Teil der Probleme behoben, etwa die Betonsanierung unter der Domplatte. Im nächsten Schritt sollen die dringlichsten Probleme in der Tiefgarage erledigt werden, die keinen Aufschub dulden.
Und ein Experte soll noch detaillierter als bisher untersuchen, wie es um die Bauteile A, B, C und D steht. Das soll voraussichtlich 4,1 Millionen Euro kosten. Diese Summe sollen Hauptausschuss (Sitzung am 20. April) und Rat genehmigen, der Rat tagt am 12. Mai. Dieser soll nachträglich auch die schon entstandenen Kosten freigeben.

Stützpfeiler in der Tiefgarage.
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Und was ist jetzt mit der nötigen Generalsanierung?
Was nicht absolut dringend ist, soll während der späteren Generalsanierung erledigt werden. Die folgt später. Die Stadt teilte mit: „Beginn, Art und Umfang der weiteren Sanierung werden Gegenstand der entsprechenden Ausführungsplanung sein. Diesbezüglich wird die Verwaltung dem Rat eine separate Vorlage zur Beschlussfassung vorlegen.“ Einen konkreten Zeitpunkt konnte sie nicht mitteilen. Auch die Kosten für die Generalsanierung sind unklar. Die Verwaltung betonte, es würden keine Arbeiten doppelt ausgeführt werden müssen.
Georg Plesser, Direktor des Excelsior Hotel Ernst als direktem Anlieger, sagte angesichts der weitgehend für Autos gesperrten Trankgasse und der vielen Baustellen: „Wir leben seit Jahren in einer Dauerversuchs- und Baustellensituation.“
Das Dom-Hotel will die Tiefgarage nach der abgeschlossenen Sanierung nutzen, die Stadt zudem den Dom-Sockel auf der Nordwestseite des Doms erneuern. Was bedeutet die sanierungsbedürftige Tiefgarage für die beiden Projekte?
Laut Verwaltung besteht „ein Zusammenhang“. Sie schreibt: „Die Verwaltung steht dazu mit allen internen und externen Akteuren in intensiven Abstimmungen.“
Wer ist bei der Stadt für die Tiefgarage verantwortlich?
Das Liegenschaftsdezernat von Dezernent William Wolfgramm verwaltet sie, die Gebäudewirtschaft im Dezernat von Baudezernent Markus Greitemann plant die Sanierung.
Die Tiefgarage gehört der Stadt: Wie ist es möglich, dass ein städtisches Gebäude derart herunterkommt, dass plötzlich „Gefahr in Verzug“ ist?
Die Verwaltung rechtfertigt sich mit dem Argument, es handele sich um Lochfraß, also Wasser, das im Winter in den Beton eindringt. „Dies ist von außen kaum bis gar nicht erkenn- beziehungsweise feststellbar. Erst durch tiefgreifendere Untersuchungen kann hierzu eine Bewertung erfolgen. Je nach Fortschritt des Lochfraßes hat dies Auswirkungen auf die Tragfähigkeit der Betonbauteile.“

