Der Grund für die Sanierung sind Schäden an Fassade, Turm und Fenstern. Die Kirche bleibt aber geöffnet.
13 Millionen für SanierungSt. Agnes wird für drei Jahre zur Großbaustelle

Die Agneskirche ist aufgrund von Sanierungsarbeiten eingezäunt.
Copyright: Dirk Borm
Die Kirche St. Agnes wird nach Karneval zur Großbaustelle. Dann beginnen umfangreiche Arbeiten zur Sicherung und Sanierung des Sakralbaus am Neusser Platz. Grund sind unter anderem Schäden an Fassade und Turm, die zuletzt Sicherungsgerüste notwendig gemacht haben. Außerdem dringt Regenwasser durch die Fenster, die Elektrik ist marode, und die sonstige technische Ausstattung soll den heutigen Erfordernissen angepasst werden.
„St. Agnes ist nicht nur ein Kirchengebäude, sondern ein geistliches und soziales Zentrum für das ganze Veedel. Damit das so bleiben kann, müssen wir jetzt beherzt handeln“, sagt Citypfarrer Dominik Meiering. „Die Sanierung ist eine große Herausforderung – aber sie ist eine Investition in die Zukunft dieser Kirche und dieses Viertels.“
Die Kosten, die wesentlich vom Erzbistum Köln getragen werden, belaufen sich auf rund 13 Millionen Euro. Unter anderem ist geplant, die Fassade und den Turm zu sichern, die Elektrik vollständig zu erneuern und die veraltete Heizungsanlage auf Fernwärme umzustellen. Vorgesehen ist ferner, neue Beleuchtungs- und Lautsprechertechnik zu installieren, zusätzliche, erstmals auch barrierefreie Toiletten einzubauen und im Turmbereich einen Begegnungsraum einzurichten.
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„Wir haben es mit einem historisch bedeutenden Bauwerk zu tun, das zugleich den Anforderungen eines lebendigen Kirchen- und Gemeinderaums gerecht werden muss“, sagt Max Ernst vom beauftragten Architekturbüro Ernst aus Zülpich. „Unser Ziel ist es, die Substanz nachhaltig zu sichern und St. Agnes technisch und funktional für die kommenden Jahrzehnte fit zu machen.“
Große Staubschutzwand während der Bauarbeiten in der Kölner Agneskirche
Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich drei Jahre und sind in zwei Abschnitte unterteilt, sodass die Kirche durchgehend geöffnet und zumindest in Teilen genutzt werden kann. Möglich macht dies eine große Staubschutzwand, die den Kirchenraum trennt. Zuerst wird in der einen Hälfte, danach im anderen Teil gearbeitet. „Uns war es wichtig, dass St. Agnes während der Bauzeit ein offener Ort bleibt“, so Meiering. „Kirche im Agnesviertel heißt Nähe – und die wollen wir nicht für Jahre hinter verschlossenen Türen verlieren.“ Die Pfarrei sei bemüht, die Beeinträchtigungen für das Viertel so gering wie möglich zu halten, heißt es.
St. Agnes ist eine dreischiffige Hallenkirche im Stil der Neugotik. Sie wurde von 1896 bis 1901 in Ziegelbauweise errichtet und mit Sand- und Tuffstein verblendet. Nach dem Dom ist das Bauwerk mit seinem 61 Meter hohen Turm die größte Kirche Kölns. Bei der Pfarrversammlung, die am Sonntag, 25. Januar, gegen 11.15 Uhr (nach der WDR-Hörfunkmesse aus Anlass des Patronatsfests) in der Kirche beginnt und zu der die interessierte Öffentlichkeit eingeladen ist, informieren Meiering, Mitglieder des Bauausschusses des Kirchenvorstands und das Architekturbüro Ernst mit einem Lichtbildvortrag über die anstehenden Maßnahmen und stehen für Fragen zur Verfügung. Zudem werden die Baustelle und die beteiligten Planer gesegnet.


