Ab Mittwoch kostet ein Besuch im Kölner Dom zwölf Euro. Wir haben mit Menschen gesprochen, die die Kathedrale auf den letzten Drücker gratis besuchen.
„Schade für die Kölner“Der Dom kostet ab Mittwoch Eintritt

Blick in den Innenraum des Kölner Doms
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„Für den Dom“ steht auf der kleinen Holzkiste, die um den Hals des Domschweizers am Hauptportal der Kathedrale hängt. Max aus Neuseeland faltet im Vorbeigehen einen Fünf-Euro-Schein und steckt ihn hinein. Nur wenige in der Schlange folgen seinem Beispiel. Die meisten Dombesucher gehen an den Spendenboxen vorbei, ohne ihre Geldbörse zu zücken. Es sind vor allem Touristen aus dem In- und Ausland, die am Montag den Kölner Dom besuchen, aber auch Einheimische und Menschen aus der Region.
Es ist der vorletzte Besuchstag bei freiem Eintritt. Ab Mittwoch erhebt das Domkapitel für den Besuch des Gotteshauses zwölf Euro Eintrittsgeld pro Person. „Das wussten wir nicht“, erzählt Max. „Vom Besuch der Kathedrale hätte uns das aber nicht abgehalten“, ergänzt seine Begleiterin Sarah. „Wir sind schließlich ziemlich weit gereist, um hierher zu kommen.“

Touristin Teresa Direnzo (50) aus Maryland (USA) hätte den Kölner Dom auch dann besucht, wenn sie zwölf Euro Eintritt hätte bezahlen müssen.
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Auch Teresa Direnzo (50) aus Maryland (USA) ist bereit, zwölf Euro Eintritt für den Dom zu bezahlen. „Das ist eine sehr schöne und weltberühmte Kathedrale. Ich bin von weither gekommen, um sie zu sehen.“ Frank Raddatz (54) aus Kiel findet zwölf Euro Eintritt pro Person ebenfalls nicht zu viel. „Das ist schon in Ordnung“, meint er. Der Kölner Dom sei ein ganz besonderes Bauwerk, dessen Unterhalt nun mal sehr viel Geld koste. Da habe er Verständnis dafür, dass man Eintritt verlange, betont er.

Frank Raddatz (54) aus Kiel findet zwölf Euro Eintritt für den Kölner Dom in Ordnung. Der Unterhalt des Bauwerks koste ja sehr viel Geld.
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Wilhelm Bunselmeyer (74) aus Frechen ist ganz anderer Meinung. „Zwölf Euro sind definitiv zu viel“, sagt der Rentner. Gemeinsam mit seiner Frau zeigt er fünf Gästen aus dem Saarland die Kathedrale. „Den Termin haben wir nicht extra danach ausgesucht, dass wir noch freien Eintritt bekommen. Aber wir nutzen das jetzt gerne.“ Für die kleine Besuchergruppe steht fest: „Bei zwölf Euro Eintritt pro Person wären wir nicht in den Dom gegangen.“ Sie meinen, das Erzbistum Köln sei reich genug, es müsse besser für den Dom sorgen. Martin Steffen (70) ist am Morgen sogar eigens mit dem Rennrad aus Düsseldorf nach Köln gefahren, um noch einmal kostenlos den Dom zu besichtigen. „Ich wollte das schon länger mal machen, und heute hat es wettermäßig gut gepasst.“ Zwölf Euro Eintritt für die Kathedrale findet er viel zu viel. „Fünf Euro wären okay.“

Martin Steffen (70) ist am 29. Juni 2026 extra mit dem Fahrrad aus Düsseldorf nach Köln gekommen, um noch einmal kostenlos den Dom zu besuchen.
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Auch der Kölner Matthias Fischer (55) hat sich in der Mittagspause noch mal gratis den Dom angeschaut. „Ich kann verstehen, dass der Dom Eintritt nimmt, finde den Preis aber zu hoch, sagt er.“ Der Dom sei „die schönste Kirche, die ich kenne. Dass man jetzt nicht mehr spontan reingehen kann, ohne zu bezahlen, ist schade für die Kölner.“

Wilhelm Bunselmeyer (74) aus Frechen findet zwölf Euro Eintritt für den Kölner Dom zu viel.
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Nina (42) und Andi (44) aus Wien sind für ein Konzert nach Köln gereist und nutzen die Zeit davor für einen Besuch in der Kathedrale. Dass ab Mittwoch erstmals Eintritt fällig wird, war ihnen nicht bewusst. „Von null auf zwölf Euro ist schon krass. Für diesen Preis hätte ich mir den Dom nicht angeschaut“, sagt Nina. „Ich schon“, meint Andi. „Das ist ja ein sehr imposantes Bauwerk.“ Gut findet er den Eintritt aber nicht. „Solche Preise stellen für viele Menschen eine Barriere dar.“ Nina wundert sich, dass der Unterhalt der Kathedrale nicht anders finanziert werden kann, etwa aus der Bettensteuer. „Wir zahlen doch schon eine Abgabe auf den Übernachtungspreis.“
Zentral-Dombau-Verein und Erzbistum finanzieren Kölner Dom
Tatsächlich steuert die Stadt Köln mit rund 200.000 Euro pro Jahr nur einen Bruchteil der Kosten für den Unterhalt des Doms bei. Rund 14,2 Millionen Euro wurden im Jahr 2024 dafür ausgegeben – Tendenz steigend. Den Löwenanteil tragen der Zentral-Dombau-Verein (4,3 Millionen Euro im Jahr 2024), und das Erzbistum Köln (2,7 Millionen Euro). Aus Eintrittsgeldern für Besichtigung von Turm und Schatzkammer kamen 2024 rund 2,6 Millionen Euro zusammen, aus Kollekten rund 1,3 Millionen Euro. Weil die Ausgaben die Einnahmen seit Jahren übersteigen, hatte sich das Domkapitel im März entschlossen, ab 1. Juli Eintritt für den Dom zu verlangen, um den Unterhalt des Bauwerks und die kommenden großen Sanierungsmaßnahmen finanzieren zu können. Das hatte in der Stadt teils zu scharfer Kritik geführt.
Ab Mittwoch kostet ein Besuch im Innenraum des Doms regulär zwölf Euro. Ermäßigte Karten für sechs Euro erhalten Schüler ab 14 Jahren, Auszubildende, Studierende und Inhaber eines in NRW ausgestellten Sozialpasses. Kinder bis 13 Jahre, Menschen mit Schwerbehinderung inklusive Begleitperson sowie Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins haben freien Eintritt. Eine Turmbesteigung und ein Besuch in der Domschatzkammer kosten jeweils acht Euro (ermäßigt vier Euro), eine Kombikarte für beides zwölf Euro (ermäßigt sechs Euro).

Der neue Ticketshop für den Kölner Dom nimmt am 1. Juli seine Arbeit auf. Er ist in der früheren Buchhandlung Kösel untergebracht.
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Tickets kann man entweder online unter www.koelner-dom.de/tickets kaufen oder im neuen Ticket-Shop des Kölner Doms, der in der früheren Buchhandlung Kösel am Roncalliplatz 2 eingerichtet wird. Er ist ab Mittwoch täglich von 9.00 bis 17.30 Uhr geöffnet. Am Montag waren Handwerker dort noch mit letzten Arbeiten beschäftigt. Wer ohne Ticket zum Dom kommt, muss entweder spontan im Internet eine Karte kaufen oder den Fußweg über den Roncalliplatz zurücklegen. Der bisherige Kartenverkauf des Doms am Südturm und an der Schatzkammer wird eingestellt. Karten gibt es künftig nur noch an der zentralen Verkaufsstelle am Roncalliplatz 2. Kontrolliert werden die Papier-Tickets oder Online-Zugangscodes am Westportal von Domschweizern per Handscanner.
Freien Eintritt wird es künftig im Dom nicht nur während der Gottesdienste und an bestimmten Terminen wie dem Dreikönigstag geben. Wie berichtet, bleibt auch das Nordquerhaus, wo sich die Schmuckmadonna befindet, ganztägig kostenlos zur Andacht geöffnet. Von dort aus hat man einen Blick auf den Altar und das Richterfenster. Abgetrennt wird dieser Bereich künftig durch eine hölzerne Schranke, die früher im Langhaus des Doms stand. Hier wird ein Domschweizer postiert, um zu verhindern, dass Besucher über die Schranke klettern.

