Die wenigsten Menschen dürften erfreut sein, wenn gegenüber ihrem Wohnhaus ein Hilfszentrum für suchtkranke Menschen gebaut wird. Es liegt auf der Hand, dass das nicht ohne jegliche Folgen bleiben wird und eine Belastung bedeutet. Und es ist nachvollziehbar, dass sich im Pantaleonsviertel nun Unmut breitmacht.
Deshalb ist es wichtig, so transparent damit umzugehen, wie es nur möglich ist, und die Situation nicht zu beschönigen. Denn es ist ohne Zweifel so, dass Köln dieses und mindestens zwei weitere Suchthilfezentren benötigt, um die suchtkranken Menschen von der Straße zu holen und sie bestmöglich zu unterstützen. Davon profitieren die Betroffenen ebenso wie die Anwohner und alle, die in der Kölner Innenstadt unterwegs sind.
Suchthilfezentrum: Betroffene und Anwohner profitieren
Und genau deshalb ist es nicht nachvollziehbar, dass die Stadt Köln nur eine Infoveranstaltung für die Anwohner anbietet, an der aufgrund der begrenzten Saalgröße nicht alle teilnehmen können. Da hilft auch ein Livestream nicht, denn das ist etwas anderes, als persönlich vor Ort mit den Verantwortlichen diskutieren zu können. Eine zweite Veranstaltung wäre eine Lösung gewesen.
Auch dass die Stadt die Anwohner erstmals kurz vor Weihnachten über den geplanten Standort informiert hat und dass der Stadtrat den Planungsbeschluss bereits am 5. Februar fassen soll, ist unglücklich. Umso wichtiger ist es, dass das neue Suchthilfezentrum direkt zum Start funktioniert und die Belastung für die Anwohner tatsächlich nur minimal sein wird.
Um das sicherzustellen, muss es zwingend einen 24-Stunden-Betrieb an sieben Wochentagen geben – das lehren die Erfahrungen aus Zürich und dem Kölner Drogenkonsumraum am Neumarkt. Lieber geht das Zentrum ein paar Monate später an den Start, als dass Schnelligkeit zum Misserfolg führt.


