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Eduard-Heis-StraßeTrotz Dachabdichtung – „Schimmel“-Wohnhäuser in Flittard drohen zu verfallen

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Nachdem die Arbeiten am Dach der Häuserzeile vor gut zwei Jahren abgebrochen wurden, blieb auch das Baugerüst schlicht stehen.

Nachdem die Arbeiten am Dach der Häuserzeile vor gut zwei Jahren abgebrochen wurden, blieb auch das Baugerüst schlicht stehen.

Nach Wasserschäden sind die Wohnungen weiter unbewohnbar. Örtliche Politiker mahnen den Erhalt bezahlbaren Wohnraums für den Bezirk Mülheim an.

Im vergangenen Jahr sahen sich die damaligen Bewohner der Häuser Nr. 3 bis 9 der Eduard-Heis-Straße einer überregionalen Medienaufmerksamkeit ausgesetzt, auf die sie sicherlich gerne verzichtet hätten. Grund für die traurige Berühmtheit war der verpfuschte Ausbau des Dachgeschosses der gemeinsamen Häuserzeile, nachdem das Dach undicht geblieben war. Nachdem eine Notabdeckung wohl wegen der Insolvenz der Baufirma im Frühjahr 2025 abgebaut worden war, drang Regenwasser ungehindert in die Bausubstanz ein, ließ in den Wohnungen Schimmel sprießen und beschädigte die elektrischen Leitungen. Im Sommer mussten die Häuser 7 und 9 schließlich durch die Stadtverwaltung für unbewohnbar erklärt werden, Strom und Heizung wurden abgestellt.

Auch im voranschreitenden Herbst hatte die Stadt Köln es zunächst abgelehnt, selbst eine neue Notbedachung zu veranlassen, da aufgrund des Insolvenzverfahrens nicht klar sei, wer zu einer Ersatzvornahme aufgefordert, also haftbar gemacht werden könne. Im Dezember 2025 wurde die Notbedachung dann jedoch trotzdem ausgeführt und vor Jahresende abgeschlossen.

Unbewohnbar und leer: BV Mülheim will Wohnraum sichern

Zwar dringt inzwischen kein Regenwasser mehr ein, doch die Häuser 7 und 9 gelten weiterhin als unbewohnbar – die Nr. 9 ist darüber hinaus seit einem Wohnungsbrand polizeilich verschlossen. Ein älteres Ehepaar harrt trotz der Unbewohnbarkeit noch immer im zweiten Stock der Nr. 7 aus und hat seine Wohnung inzwischen weitgehend trocknen können und auch wieder Stromanschluss. Der größte Teil des Hauses ist jedoch längst verlassen.

In Razet Khadzhievas Wohnung sorgt die Feuchtigkeit dafür, dass sich die Tapete von der Wand löst und Schimmel ausbreitet.

In Razet Khadzhievas Wohnung sorgt die Feuchtigkeit dafür, dass sich die Tapete von der Wand löst und Schimmel ausbreitet.

In der Bezirksvertretung Mülheim sehen einige Mitglieder die Gefahr, dass die gut geschnittenen Wohnungen immer weiter verfallen – ein Unding angesichts des hohen Bedarfs an bezahlbarem Wohnraum, gerade auch im rechtsrheinischen Köln. Im Rahmen einer Aktuellen Stunde hatte das Gremium die Verwaltung daher per Beschluss aufgefordert, alle rechtlichen Mittel zum Schutz der Häuser auszuschöpfen und den Wohnraum langfristig zu sichern.

Christiane Klingenburg-Steinhausen, selbst lange Zeit Mitglied der Grünen-Fraktion in der BV Mülheim, war im Rahmen einer Schulpatenschaft für einen der Söhne gut mit einer der betroffenen Familien bekannt und hatte diese im vergangenen Jahr nach Kräften unterstützt. Sie hatte sich in zwei Briefen direkt an Oberbürgermeister Torsten Burmester gewandt und ihn um Hilfe in der Sache gebeten. „16 bis 20 Wohnungen könnten durch eine Sanierung sicher gerettet werden“, ist sie überzeugt. Eine Antwort des OB hat sie bislang jedoch nicht erhalten.

Die Stadtverwaltung plant derweil über die Notbedachung hinaus keine weiteren Schritte – ein Verfügungsberechtigter, dem die Mängelbeseitigung auferlegt werden könne, habe immer noch nicht ermittelt werden können, so eine Sprecherin. Die Stadt rechnet damit, dass die Häuser verkauft werden und ein neuer Besitzer die Instandsetzung übernehmen werde.