Baustart in Köln-OssendorfNeue Gesamtschule aus Holz soll in Rekordzeit fertig sein

Lesezeit 3 Minuten
Die Zeichnung des Neubaus der Schule

So soll die neue Gesamtschule in Ossendorf mal aussehen.

In zwei Jahren soll hier in moderner Schularchitektur gelernt werden. Die Schule startet schon 2024 in einem Interim.

Köln geht beim Schulbau neue Wege: Erstmals entsteht eine neue große Schule als Holzhybridbau. Und das in einer Rekordbauzeit: Die Bauarbeiten für die neue „Gesamtschule Fitzmauricestraße“ auf dem Kasernengelände „Butzweilerhof“ in Ossendorf haben in diesem Monat begonnen. In der Schule sollen 1265 Gesamtschulplätze und eine Fünffach-Turnhalle entstehen. Bereits zum Schuljahresbeginn 2026 nach nur zwei Jahren Bauzeit soll die Schulgemeinschaft hier einziehen. Die Schule startet bereits zum kommenden Schuljahr mit einem Fünftklässler-Jahrgang im Interimsgebäude „Snake“ in Vogelsang.

Diese Form der beschleunigten Bauart ist ein Novum im Schulbau in Köln und gilt als Pilotprojekt in Nordrhein-Westfalen. Dabei werden das Fundament, die Treppenhauskerne und die Brandwände aus Stahlbeton hergestellt, die übrige Konstruktion vom Erdgeschoss bis zum dritten Obergeschoss besteht aus einer Holzhybrid-Konstruktion. Das heißt, das tragende Bauwerk ist aus Holz. Die Geschossdecken werden aus Stahlbeton-Fertigteilen gebaut, ergänzt durch tragende Holzbalken. Das Bauen soll deshalb so schnell gehen, weil im Holzbau die Teile vorgefertigt geliefert werden. Auch die Stahlbetonteile werden hauptsächlich aus Fertigteilen bestehen. Der Neubau ist Teil des zweiten Schulbaumaßnahmenpakets, das durch General- und Totalunternehmen unter Leitung der Gebäudewirtschaft realisiert wird.

Der Entwurf stammt von dem Kölner Architekturbüro „Molestina Architekten + Stadtplaner“. Die neue Gesamtschule wird aus vier aneinander gereihten Häusern bestehen. Haus 1, dem sogenannten „Eventhaus“, wird neben Aula und Mensa auch die Bibliothek sowie die Lehrräume für Kunst und Musik beherbergen. In Haus 2 und 3, den „Großen Lernhäusern“, werden über drei Geschosse die sogenannten Lern-Cluster der Sekundarstufe 1 beheimatet sein. Cluster-Schulen sind das architektonische und pädagogische Format, das die Stadt Köln als Prototyp für alle neu zu bauenden Schulen gilt: Dabei bildet immer eine Jahrgangsstufe einen eigenen Cluster, also eine Art eigene Raumgruppe.

Alles zum Thema Feuerwehr Köln

Dazu gehören neben den Klassenräumen auch Arbeitsräume für stilles Arbeiten, Flächen für das soziale Miteinander und eine Teamstation für die zu den Klassen gehörenden Lehrkräfte. Im obersten Geschoss der großen Lernhäuser werden die naturwissenschaftlichen Räume angesiedelt sein. In Haus 4 wird die Sekundarstufe II mit drei Clustern beheimatet sein. Im obersten Geschoss finden sich dann die Räume für Hauswirtschaft und Technik sowie die dazugehörigen Werkstätten. Im obersten Geschoss sind alle vier Häuser miteinander verbunden.

Neben der Clusterstruktur, die gemeinschaftliches Lernen und ein gutes Lernklima fördern soll, soll auch der Außenbereich dazu beitragen, dass die Schülerinnen und Schüler sich wohlfühlen. Zwischen den Häusern gibt es viele Höfe: Neben zwei großen Höfen wird es auch ruhige, kleinteilige Höfe geben, um die sich die Klassenzimmer gruppieren. An der markanten Ecke Fitzmauricestarße/Hugo-Eckner-Straße wird als unabhängiges Gebäude das „Sporthaus“ gebaut. Dies wird eine Zwei- und eine Dreifachturnhalle beherbergen.

Auch auf Ökologie und Klimaschutz wird großen Wert gelegt: Die Dächer der vier Häuser werden begrünt und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Außerdem gibt es einen Regenwasserspeicher auf dem Dach. Das Regenwasser wird auf dem Dach gespeichert und kann bei Sonne wieder verdunsten. Eine Maßnahme, die auch angesichts immer heißerer Sommer eine Überhitzung der Klassenräume vermeiden soll. Die Südseite wird vollflächig mit Photovoltaikmodulen versehen. Die Baum- und Strauchpflanzen sollen insektenfreundlich sein und so zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen.

Außer des Gesamtschule Fitzmauricestraße sollen zum kommenden Schuljahr noch zwei weitere Gesamtschulen sowie zwei neue Gymnasien im Interim starten, um die Schulplatznot abzumildern. Neben einer weiteren Gesamtschule, die im Gebäude „Snake“ in Vogelsang startet, sind dies eine Nippeser Gesamtschule, die im Bürgerpark Nord im Interim startet, sowie ein Gymnasium in Nippes, das im Toni-Steingass-Park im Interim beginnen soll, sowie das Gymnasium Rondorf, das zunächst im Interim auf dem Grundstück der Gesamtschule Rondorf startet. So sollen 567 zusätzliche Schulplätze in einem Jahr geschaffen werden.

KStA abonnieren