Das morgendliche Verkehrschaos, das insbesondere mit dem Ausgang der Herbstferien erwartet wird, beschäftigt in vielerlei Hinsicht die Bezirkspolitik im Kölner Süden. Neben der Baustellenproblematik (die Zeitung berichtete) war in der letzten Sitzung auch die an der Sürther Straße in Betrieb genommene Feuerwache Thema.
Die neue Feuer- und Rettungswache in Michaelshoven, die im August bereits inoffiziell in Betrieb ging, wurde Anfang September eingeweiht. Mit dem Schulstart zu dieser Zeit brachen an der Sürther Straße im morgendlichen Berufs- und Schulverkehr teilweise chaotische Zustände aus. Selbst die scheidende Löschgruppenleiterin, Brandoberinspektorin Katja Radnai, hatte die gefährliche Situation in ihrer Abschiedsrede bemängelt.
Steuerbare Ampeln und abgesenkte Bordsteine für Rettungsgassen
Das wollte die CDU-Fraktion für einen entsprechenden Beschluss nutzen und Nachbesserungen fordern: Eine von den Einsatzkräften steuerbare Ampel, ähnlich wie an der Hauptwache in der Innenstadt, sollte die Straße im Alarmfall frei räumen. Zudem schlug die Fraktion vor, die Bordsteine abzusenken, damit Autofahrer für eine Rettungsgasse leichter ausweichen können.
Zur Sitzung lag eine Stellungnahme vor, die die Argumentation im Ansatz aushebelte. Die Verwaltung verweist darin auf ein erstelltes Verkehrskonzept, das „Bestandteil der Baugenehmigung“ war und im Zuge der Baumaßnahme umgesetzt wurde. Dazu wird die ausreichende freie Sichtachse aufgezählt. Weiter heißt es: „Nach den bisherigen Erfahrungen ist das Ausrücken der Fahrzeuge des Rettungsdienstes und der Freiwilligen Feuerwehr jederzeit möglich. Die insbesondere zu den morgendlichen Stoßzeiten auftretende Verkehrssituation an der Sürther Straße stellt im Kölner Stadtgebiet keine außergewöhnliche Verkehrssituation dar.“ Eine zusätzliche Ampel würde den Rückstau im Berufsverkehr, je nach Lage, sogar noch verschlimmern.
Auch die von den Christdemokraten aufgeführte Sorge um die freiwilligen Retter teilt das Amt nicht: Zwar könne es für ehrenamtliche Kräfte der Löschgruppe Rodenkirchen, die im Alarmfall mit dem privaten Pkw anrücken, zu Verzögerungen kommen. Da das relevante Stauzeitfenster morgens aber sehr kurz sei, sei ein Alarm exakt in dieser Phase statistisch selten. Eine Ampel würde den Rettern auf der Anfahrt sogar den Weg versperren. Aus Sicht der Feuerwehr-Führung bestehe daher „kein Erfordernis für zusätzliche verkehrliche Maßnahmen“.
Aufgrund der Stellungnahme modifizierte die CDU ihren Antrag. Statt direkter Baumaßnahmen forderten die Christdemokraten nur noch, dass die Verwaltung gemeinsam mit Feuerwehr und Rettungsdienst die Ausfahrtssituation zwischen sieben und neun Uhr morgens direkt vor Ort überprüfen sollte. Geholfen hat das Entgegenkommen nicht. Die Bezirksvertretungsmehrheit aus Grünen und SPD lehnte auch diesen Änderungsantrag ab. Lediglich die AfD und die fraktionslose BV-Abgeordnete Lucia Hinsen (Volt) enthielten sich.

