Noch nie in seiner mehr als 180-jährigen Geschichte hatte der Kölner Zentral-Dombau-Verein (ZDV) so viele Mitglieder wie heute.
„Unheimlich stolz“Zentral-Dombau-Verein startet mit Mitglieder-Rekord ins neue Jahr

Strebewerk des Kölner Doms, in einer Aufnahme des Architekturfotografen Hans Georg Esch. Einen großformatigen Abzug dieser Fotografie bietet der Zentral-Dombau-Verein in einer Sonderedition zum Verkauf an.
Copyright: HG Esch
Der Zentral-Dombau-Verein (ZDV) startet mit einem Rekord ins neue Jahr: Zum ersten Mal in seiner Geschichte hat der 1842 zur Unterstützung des Dom-Weiterbaus gegründete Verein mehr als 19.000 Mitglieder.
„Ich bin unheimlich stolz darauf, dass sich so viele Menschen in Köln und über die Stadtgrenze hinaus für den Erhalt ihres Doms einsetzen“, sagt ZDV-Präsidentin Barbara Schock-Werner im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die frühere Dombaumeisterin wurde im Oktober 2024 als erste Frau an die Spitze der altehrwürdigen Institution gewählt, deren Statuten bis heute auf einer „Kabinettsorder“ des preußischen Königs Friedrich Wilhelms IV. vom Dezember 1841 beruhen.
Seit Schock-Werners Amtsantritt hat die Zahl der ZDV-Mitglieder um rund 2700 zugenommen. Zum Stichtag 31. Dezember lag sie bei exakt 19.227.
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Große Bedeutung von Geschenk-Mitgliedschaften
2018 überschritt die Mitgliederzahl erstmals die zur 175-Jahr-Feier im Jahr zuvor Marke von 17.500 und legte danach weiter zu, bis die Zahlen infolge der Corona-Krise und des Missbrauchsskandals im Erzbistum zeitweilig einbrachen und wieder unter die „magische Schwelle“ von 17.500 sanken.
Die Statistik der vergangenen zehn Jahre dokumentiert den kurvigen Verlauf der Entwicklung - und den sprunghaften Zuwachs seit 2024 auf eindrucksvolle Weise:
2016 14.046 2017 17.328 2018 17.506 2019 17.813 2020 17.9082021 17.537 2022 17.481 2023 17.574 2024 17.784
„Auch 2025 hatten wir zum Jahresende statistisch einen durch Jahresmitgliedschaften und fristgerechte Kündigungen bedingten Rückgang der Zahlen zu verzeichnen“, erklärt ZDV-Rendantin Katja Bergerhoff. „Doch anders als sonst konnte eine außergewöhnlich hohe Zahl an Neueintritten und Geschenk-Mitgliedschaften zu Weihnachten den Verlust mehr als ausgleichen.“

ZDV-Präsidentin Barbara Schock-Werner präsentiert das Jahrbuch des Vereins, das „Kölner Domblatt“ 2025, zusammen mit Dompropst Guido Assmann, Dombaumeister Peter Füssenich und Schriftleiter Matthias Deml. (von links)
Copyright: Arton Krasniqi
Gerade die Geschenk-Mitgliedschaften zeigten, dass das Engagement für den Dom über die finanzielle Seite hinausreiche, betont ZDV-Präsidentin Schock-Werner. „In der Vorweihnachtszeit ist das ein echter Renner. 2025 konnten wir einen Zuwachs von etwa 50 Prozent verzeichnen.“ Von den Kindern und Jugendlichen, die mit einer ZDV-Mitgliedschaft bedacht werden, führten erfreulich viele sie auch nach dem 18. Geburtstag weiter.
Bekenntnis zu Köln in einem weiten Sinn
Die Mitgliedschaft im ZDV sei ein Signal an alle Verantwortlichen in Politik, Kultur und Kirche: Wir stehen hinter dem ZDV und seiner Arbeit für den Dom. „Ich sage: Wer ein echter Kölner, eine echte Kölnerin sein möchte, muss Mitglied im ZDV sein.“ Nach eigenen Worten versteht sie dieses Bekenntnis zu Köln in einem weiten Sinn: „Ich werbe auch in der ganzen Region für den ZDV. Schließlich höre ich ständig den Satz: ‚Wenn ich nach Köln komme, gehe ich immer in den Dom.‘ Das ist natürlich gut, aber noch schöner ist es, wenn sich damit auch die Bereitschaft verbindet, beim Erhalt des Doms zu helfen.“ Mit einem Mindestbeitrag von jährlich 20 Euro sei die ZDV-Mitgliedschaft zudem für jeden und jede erschwinglich.
Schock-Werner führt das gestiegene Interesse am ZDV auf eine intensivierte Öffentlichkeitsarbeit und exklusive Angebote für Mitglieder zurück. So gibt es Vorträge, Sonderführungen rund um den Dom oder Produkte von Kooperationspartnern, die ZDV-Mitgliedern vorbehalten sind und ihnen intern kommuniziert werden. In einem monatlichen Newsletter informiert die Präsidentin persönlich über aktuelle Entwicklungen und Vorhaben. Auch in den sozialen Medien ist der ZDV verstärkt präsent.

Barbara Schock-Werner führte im März 2025 die ersten Neumitglieder des ZDV unter ihrer Präsidentschaft durch den Dom. Foto: Martina Goyert
Copyright: Martina Goyert
Große Resonanz habe auch die Zeitungsbeilage zum 777. Jahrestag der Dom-Grundsteinlegung gehabt, mit der ZDV und Dombauhütte Ende November auf ihre Arbeit aufmerksam machten. Zudem hätten die Berichte über eine Sonderedition großformatiger Kunstaufnahmen des Architekturfotografen Hans Georg Esch dem ZDV viel Publicity beschert.
4,25 Millionen Euro an die Dombauhütte
Die Spendenbilanz für das Haushaltsjahr 2025 sowie die Übersicht über die Ausgaben werden zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt. Der ZDV bringt nach eigenen Angaben etwa 60 Prozent der Kosten für den Erhalt der Kathedrale auf. 2025 seien geplante Einnahmen von 4,25 Millionen Euro an die Dombauhütte geflossen. 90 Prozent davon gingen in Maßnahmen zum Bauerhalt. Mit dem Restbetrag wurden unter anderem die Werkstätten renoviert, und in der Hütte wurde eine neue Brandmeldeanlage installiert.
„Ohne den ZDV ginge am Dom so gut wie nichts“, so Schock-Werner. Für das begonnene Jahr kündigte sie ein verstärktes Augenmerk auf die Domumgebung an. Der Bereich vom Domvorplatz über die Trankgasse zur Straße Unter Fettenhennen und zur Komödienstraße bedürfe dringend einer gestalterischen Aufwertung.
Und noch etwas hat sich die ZDV-Präsidentin für 2026 vorgenommen: „Nach dem jüngsten Mitgliederrekord will ich in diesem Jahr die 20.000 knacken.“

