Kölner Stadt-Anzeiger · Community

Kommentare · 0

Abo

Sanierung der RheinbrückenGeldspritze für die Kölner Severinsbrücke

4 min
04.05.2025, Köln:Hauptprüfung der Severinsbrücke. Die Stadt köln lässt den den Zustand der Brücke überprüfenFoto:Dirk Borm

Ingenieure bei der Hauptprüfung der Kölner Severinsbrücke im Mai 2025: Das Land fördert die geplante Sanierung aus dem Sondervermögen des Bundes. Foto:Dirk Borm

Zwei Milliarden Euro stehen aus dem Sondervermögen des Bundes für drei Rheinbrücken in Köln, Düsseldorf und Duisburg zur Verfügung.

Die NRW-Landesregierung wird die Sanierung und den Ersatzneubau von Rheinbrücken, für die Städte und Gemeinden verantwortlich sind, mit rund zwei Milliarden Euro aus dem Sondervermögen des Bundes unterstützen.

Voraussetzung dafür ist, dass die Arbeiten an den Bauwerken in den 2030er Jahren erfolgen und damit in die Laufzeit des Sondervermögens fallen. Von den insgesamt zehn kommunalen Rheinbrücken ist das allerdings nur bei dreien der Fall. Dabei handelt es sich um die Severinsbrücke in Köln, die Theodor-Heuss-Brücke in Düsseldorf und die Brücke der Solidarität in Duisburg.

„Es hat uns etwas überrascht, dass die Kommunen mir ihren Planungsvorläufen leider noch nicht so weit sind und es deshalb noch ein paar Jahre dauern wird, bis wir wirklich Geld zur Verfügung stellen können“, sagte NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) auf Anfrage dieser Zeitung. Dennoch würden die drei Bauwerke „von den Mitteln des Sondervermögens maßgeblich partizipieren“. Das Verkehrsministerium werde die Planungen der kommunalen Baulastträger für diese drei Rheinbrücken engmaschig begleiten.

Von 23 Rheinbrücken gehören zehn den Kommunen

Von den 23 Rheinbrücken in NRW gehören insgesamt zehn den Kommunen. Acht fallen in die Zuständigkeit der Autobahn GmbH, für fünf ist das Land verantwortlich. Eine Abfrage des Ministeriums bei den Städten hat ergeben, dass neun der zehn kommunalen Brücken Zustandsnoten zwischen 2,4 und 3,3 aufweisen. Die Noten beziehen sich jeweils auf den Zustand der Strombrücke. Rampen und Vorlandbrücken sind in der Bewertung nicht enthalten.

Dabei muss man wissen: eine Benotung unterhalb von 2,9 bedeutet, dass Instandsetzungsarbeiten nötig sind. Bei einer Note 4 gilt – das Bauwerk ist in einem schlechten Zustand.

Für die Mülheimer Brücke in Köln gibt es derzeit keine Note, weil die Generalsanierung noch nicht abgeschlossen ist. Die Deutzer Brücke und die Zoobrücke werden nach bisherigem Stand vom Sondervermögen profitieren, weil mit der grundhaften Sanierung erst später begonnen werden. Die Zoobrücke wird laut Stadt Köln nicht vor 2040 an die Reihe kommen.

Nur wenige Bauwerke sind in einem guten Zustand

Von den fünf Rheinbrücken, für die das Land zuständig ist, befindet sich nur die Niederrheinbrücke in Wesel, Baujahr 2009, in einem guten Zustand. Auch die Querung in Krefeld/Uerdingen kann noch bis mindestens 2035 ohne Einschränkungen genutzt werden. Ein Neubau wird bereits vorbereitet. Die Rheinbrücke Emmerich ist seit sieben Jahren eine Dauerbaustelle und soll bis Ende 2030 saniert sein. Auch mit der Brücke Rees-Kalkar gibt es Probleme, weil die Fahrbahnplatte irreparable Schäden aufweist und ständig instandgehalten werden muss. Ein Neubau ist nicht vor 2040 geplant.

Für die Kardinal-Frings-Brücke in Düsseldorf, die 1936 errichtet und 1951 wieder aufgebaut wurde, muss die Gewichtsbeschränkung auf 7,5 Tonnen noch bis zu 15 Jahren beibehalten werden. Sie besteht auf fünf Teilen und wird gerade umfangreich saniert.

Bonner Nordbrücke hat oberste Priorität

Von den zehn Autobahnbrücken, für die der Bund zuständig ist, steht vor allem die seit Juni gesperrte Bonner Nordbrücke im Mittelpunkt. Die marode Vorlandbrücke ist inzwischen abgebrochen und soll innerhalb von zwei Jahren durch einen Neubau ersetzt werden. Sie ist ein Beispiel dafür, dass alle Prognosen über den Zustand in die Jahre gekommener Brücken innerhalb weniger Wochen Makulatur sein können. Noch im März hatte Thomas Ganz, Chef der Autobahn GmbH Rheinland, im Verkehrsausschuss des Landtags versichert, das Bauwerk könnte unter engmaschiger Überwachung weiter genutzt werden. Bis Ende 2028 soll die neue Vorlandbrücke stehen. Die Planung für den Ersatzneubau der Rheinbrücke hat nach Angaben der Autobahn GmbH „oberste Priorität“.

Von den zehn Brücken sind die zum Teil noch nicht fertiggestellten Neubauten in Leverkusen und Duisburg-Neuenkamp unbedenklich. Das gilt auch für die Flughafenbrücke Düsseldorf mit der Note 2,3. Die Fleher Brücke (A 46) muss nach 2028 durch einen Neubau ersetzt werden. Nur noch zwei von drei Fahrstreifen sind befahrbar.

Die Rodenkirchener Brücke muss nach Angaben der Autobahn GmbH auch ersetzt werden, weil das erste Bauteil aus dem Jahr 1954 besteht. Theoretisch wäre sie breit genug, um acht Fahrstreifen aufzunehmen, kann aber nicht mehr verstärkt werden. Das Ziel: Nach der Fertigstellung des ersten Teils der Nordbrücke soll der erste Teil von Rodenkirchen in Angriff genommen werden.